Börsenhandel: Den optimalen Börsenplatz finden

Aktienfonds Symbolbild Münzglas_shutterstock_677789584_zentradyi3ell

Beim Kauf von Wertpapieren können Sie unter 10 verschiedenen Handelsplätzen wählen. Darauf sollten Sie dabei achten. (Foto: zentradyi3ell)

Wenn Sie eine Aktie oder ein anderes Wertpapier an der Börse kaufen wollen, haben Sie die Qual der Wahl:

Je nach Wertpapier stehen Ihnen bis zu 10 verschiedene Handelsplätze zur Verfügung.

Dabei handelt es sich überwiegend um regionale Börsenplätze, aber auch um Computersysteme.

Jetzt stellt sich natürlich für Sie die Frage, welchen Handelsplatz Sie bevorzugen sollten?

Im Folgenden stelle ich Ihnen das wichtigste Entscheidungs-Kriterium vor und gebe Ihnen einige Tipps, um Handelsspesen zu sparen.

Börsenmakler stellen die Aktienkurse

Dazu ist es wichtig, zu verstehen, wie Börsenkurse überhaupt zustande kommen:

Heutzutage werden die Aktienkurse überwiegend durch sogenannte Market-Makers (Börsenmakler) gestellt.

Diese kaufen oder verkaufen auf eigene Rechnung Wertpapiere und sorgen damit dafür, dass auch bei weniger liquiden Werten Umsätze erzielt werden.

Der Market-Maker garantiert Ihnen den Handel zu den jeweiligen Geld- und Briefkursen.

Zum Geldkurs kauft er an, d. h. Sie als Anleger können zum Geldkurs verkaufen (und erhalten „Geld“), zum Briefkurs verkauft er, d. h. Sie können zum Briefkurs kaufen (und erhalten das Wertpapier, also den „Brief“).

Kostenfaktor “Spread” entscheidend für Börsenplatz-Wahl

Dieser Service ist für Sie nicht umsonst, der Market-Maker verdient daran. Daher liegen Geld- und Briefkurs immer etwas auseinander. Die Differenz, den sogenannten Spread, erhält der Market-Maker.

Für Sie bedeutet das: Entscheidend für die Wahl des optimalen Börsenplatzes ist nicht mehr – wie in früheren Zeiten – der gehandelte Umsatz, sondern die Höhe des Spreads.

Denn Ihr Auftrag wird auch an weniger umsatzstarken Börsenplätzen sofort ausgeführt, wenn er sich innerhalb der jeweiligen Geld-Brief-Spannen befindet.

Vergleichen lohnt sich für Sie

Bei Nebenwerten, also Aktien von kleinen und mittelgroßen Unternehmen, kann der Spread durchaus einige Prozentpunkte Ihres Auftrags-Volumens ausmachen.

Mit einem schnellen Vergleich der verschiedenen Börsenplätze sparen Sie daher leicht 20 € ein, bei größeren Aufträgen sogar noch mehr.

Tipp:

Im Internet können Sie auf Finanzportalen oder der Seite Ihrer Direktbank die Geld- und Briefkurse der verschiedenen Börsenplätze auf einen Blick miteinander vergleichen.

Falls Sie Ihre Order per Telefon oder über Ihre Filiale aufgeben, bitten Sie Ihren Berater dies für Sie zu übernehmen.

Zusatztipp:

Bei US-Aktien sind die Spreads am Nachmittag in der Regel deutlich niedriger als am Vormittag. Kaufen und verkaufen Sie Ihre US-Aktien daher erst ab 15.30 Uhr, wenn die US-Börsen geöffnet haben.

Dies liegt daran, dass die Market-Maker sich am Nachmittag an den Kursen der US-Aktien an deren Heimatbörse orientieren können.

Das senkt das Risiko für die Market-Maker, einen zu tiefen oder zu hohen Kurs zu stellen und führt zu günstigeren Konditionen für Sie.


© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig den kostenlosen E-Mail-Newsletter "GeVestor täglich". Herausgeber: GeVestor Verlag | VNR Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG. Sie können sich jederzeit wieder abmelden.

Hinweis zum Datenschutz