Derivate: Die Definition eines Finanzinstruments

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Derivate sind vom Finanzmarkt nicht mehr wegzudenken. Doch was versteht man eigentlich unter diesem Begriff? (Foto: Pavel Ignatov / Shutterstock.com)

Der Handel mit Derivaten ist im modernen Finanzwesen wichtiger geworden. In den letzten 10 Jahren verzehnfachte sich der Nominalwert aller ausstehenden außerbörslichen Derivatkontrakte.

Die Bedeutung dieses Finanzinstruments nimmt zu und damit die Frage nach der Definition, dem Nutzen, den Einsatzmöglichkeiten, aber auch den Risiken von Derivaten.

Derivate: Definition und Formen

Derivate sind Finanzinstrumente oder Verträge, deren eigener Wert sich stark an künftigen Kursen und Preisen anderer Handelsgüter und Investments orientiert. Sie können auch abhängig von Ereignissen wie einem Staatsbankrott oder einer Firmeninsolvenz sein. Oftmals werden Derivate auch als Finanztermingeschäfte bezeichnet.

Derivate sind in der Lage, Preisschwankungen der Anlagenobjekte zu erfassen und dann darauf zu reagieren. Somit sind sie sowohl als Absicherung als auch zu Spekulationszwecken hinsichtlich des Basiswertes geeignet.

Als wichtigste und gebräuchlichste Form von Derivaten sind Zertifikate, Futures, Optionen und Swaps zu nennen. Sie werden an einer der weltweit größten Terminbörsen für Finanzderivate, der Eurex gehandelt.

Ein Merkmal: Der Wert von Derivaten kann durch eine Veränderung im Basispreis schwanken. Dies kann durch einen Preiswandel von Handelsgütern oder einer Veränderung im Zinnssatz geschehen.

Kategorien dieses Finanzinstruments

Derivate sind in zwei Hauptkategorien zu unterteilen. Termingeschäfte sind Verträge, die zu einem festgelegten späteren Zeitpunkt eingelöst werden. Diese Kategorie ist noch zu unterteilen in unbedingte (Forwards, Futures) und bedingte Termingeschäfte (auch Optionen genannt).

Die unbedingten Termingeschäfte müssen bei Fälligkeit erfüllt werden, wohingegen bei dem bedingten Termingeschäft die Option auf einen Kauf oder Verkauf auch hinfällig werden kann.

Unter die zweite Hauptkategorie fallen die Swaps. Sie stellen eine vertragliche Vereinbarung zweier Vertragspartner über den Tausch von Zahlungsströmen dar. Da es sich hierbei um sehr große Zahlungsströme handelt, ist diese Kategorie für private Investoren meist eher nicht geeignet.

Eine weitere Unterscheidung liegt darin, wo Derivate gehandelt werden. Dies kann an Terminbörsen geschehen, aber auch außerbörslich bei sogenannten OTC-Geschäften stattfinden.

Nutzen und Risiken von Derivaten

Der Nutzen von Derivaten liegt in der Absicherung, der Spekulation und der Arbitrage. Eine Absicherung gegen einen Preisverfall ist zum Beispiel mittels einer Option möglich. Auch können Kalkulationen erleichtert werden, indem Verkaufspreise von Gütern im Vorhinein festgelegt werden. Auch Spekulationen auf Änderungen beim Basispreis sind durchführbar. Bei Arbitrage-Gewinnen werden Preisunterscheide ausgenutzt.

Trotz aller positiven Aspekte sind die Risiken von Derivaten nicht zu unterschätzen. Für Anleger ergeben sich die Schwierigkeit der Transparenz bei der Preisbildung. Die ist am Kassamarkt leichter nachzuvollziehen, wohingegen die Preisbildung bei Derivaten komplexer gestaltet wird. Zudem unterliegen auch die Preise von Derivaten Schwankungen und Unsicherheiten. Diese können im schlimmsten Fall auch zum Totalverlust führen.

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Von: David Gerginov. Über den Autor

David Gerginov publizierte unter anderem zum Thema Schuldenbremse und beschäftigt sich heute mit allen Fragen rund um Wirtschaft, Politik und Finanzen.

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