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Relative-Stärke-Theorie hilft bei der Aktienauswahl

Inhaltsverzeichnis

Würden Sie auf der Rennbahn auf ein lahmes Pferd wetten? Bestimmt nicht. An der Börse dagegen suchen viele Anleger immer nach möglichst günstigen Einstiegsgelegenheiten, nach Aktien, die „zurückgeblieben“ sind und die noch Nachholpotenzial haben.

Viele Anleger setzen auf Relative Schwäche anstatt auf Relative Stärke. Doch die Annahme, dass schwache Werte größeres Potenzial bieten, ist grundverkehrt. Vielmehr bleiben schwache Aktien oft weiter schwach, während starke Titel sich auch künftig besser entwickeln als der Marktdurchschnitt.

Relative Stärke nach Levy (RSL) bietet Vorteile

Eben auf dieser Annahme, dass starke Werte weiter stark bleiben, beruht das Konzept der Relativen Stärke. Der einfachste Ansatz ist ein reiner Vergleich der Kursentwicklung. Die Relative Stärke nach Levy ist von der Berechnung her nur unwesentlich komplizierter, birgt aber erhebliche Vorteile.

Denn hier wird nicht nur die Relative Stärke mehrerer Werte zueinander berechnet, sondern es wird bei einem Titel auch die aktuelle Performance mit der Entwicklung der Vergangenheit verglichen.

RSL-Werte über 1 signalisieren Stärke

Diese Theorie wurde bereits Ende der 1960er-Jahre vorgestellt. Die Relative Stärke nach Levy (RSL) wird errechnet, indem der aktuelle Kurs durch den Durchschnitt der Schlusskurse der vergangenen 26 Wochen – ein einfacher Gleitender 26-Wochen-Durchschnitt – geteilt wird.

Dabei ergibt sich ein Wert, der bei starken Aktien über 1, bei relativ schwachen unter 1 liegt. Der Vorteil dieser Methodik: Sie sehen auf einen Blick, ob eine Aktie über ihrem Gleitenden Durchschnitt (Werte über 1) notiert oder darunter (Werte unter 1).

Gleichzeitig wissen Sie damit sofort, ob sich eine Aktie in einem Aufwärts- oder in einem Abwärtstrend befindet. RSL-Werte über 1 signalisieren einen positiven, Werte unter 1 einen negativen Trend.

Die stärksten Werte werden gekauft

Aus den RSL-Kennzahlen aller beobachteten Werte wird im nächsten Schritt eine Rangliste erstellt. Levy empfiehlt, das zur Verfügung stehende Kapital zu gleichen Teilen in die sechs Aktien mit der höchsten Relativen Stärke zu investieren.

Nach sechs Monaten wird die Auswahl überprüft und die Werte, die nicht mehr zu den Top sechs der Rangliste zählen, werden ausgetauscht.

Guter Ansatz zur Aktienauswahl

Mit dieser Vorgehensweise holen Sie sich automatisch die stärksten Werte ins Depot. Allerdings birgt Levys Ansatz auch Nachteile. Zum einen ist es nicht sinnvoll, das Portfolio nur zweimal pro Jahr zu überprüfen.

Zum anderen sind Sie mit Levys Strategie immer voll investiert – ohne Rücksicht auf die aktuelle Marktphase. Somit drohen in ausgeprägten Schwächephasen auch mit diesem Ansatz Rückschläge.

Grundsätzlich ist die Relative-Stärke-Theorie nach Levy aber ein Ansatz, der Ihnen bei der Auswahl aussichtsreicher Aktien wertvolle Dienste leisten kann. Ein weiterer Vorteil: Der Ansatz lässt sich nicht nur auf einen Index, sondern auf jeden beliebigen Aktien-Pool anwenden.