Aktienmarkt Schweiz: Attraktive Unternehmen aus der zweiten Börsenreihe

Rolf Morrien schreibt in der aktuellen Ausgabe des bekannten Diplomatischen Magazins über die Gewinnchancen am Schweizer Aktienmarkt.

Wenn man über den Schweizer Aktienmarkt spricht, fallen fast zwangsläufig die Namen der drei Börsengiganten Nestlé, Novartis und Roche. Da die Schweiz auch ein wichtiger Finanzplatz ist, tauchen noch Namen wie UBS, CS Group oder Swiss Re auf.

Doch der Schweizer Aktienmarkt hat viel mehr zu bieten.

In der zweiten Börsenreihe glänzen einige renditestarke Unternehmen, die mit einer Kombination aus guter Marktstellung, stetigen Umsatz- und Gewinnzuwächsen und einer blitzsauberen Bilanz punkten. Dazu gehören Unternehmen wie Lindt & Sprüngli, SGS, Swatch und auch Geberit. Das letztgenannte Unternehmen stelle ich Ihnen an dieser Stelle etwas ausführlicher vor.
Die Produkte des Schweizer Unternehmens Geberit kennt und nutzt jeder: Spülkästen, Installationssysteme, Armaturen und Rohrleitungssysteme. Im Jahr 1874 gegründet, ist Geberit heute der führende Hersteller von Sanitärtechnik in Europa. Das Geschäft klingt langweilig, ist jedoch extrem profitabel. Im ersten Halbjahr 2013 hat Geberit die operative Gewinnmarge (EBIT-Marge) auf 23,1 Prozent gesteigert. Für ein Industrieunternehmen ist das ein fantastischer Wert.

Ebenso fantastisch sieht die Bilanz aus: Die Eigenkapitalquote liegt bei über 70 Prozent. Werte ab 30 Prozent gelten bereits als gut. Und wenn Sie von den liquiden Mitteln in der Unternehmenskasse die Schulden abziehen, bleibt ein großes Finanzpolster von 300 Millionen Schweizer Franken (CHF) übrig. Kein Wunder also, dass Geberit in diesem Jahr über 60 Prozent des Gewinns in Form von Dividenden an die Aktionäre ausgeschüttet hat. Das Schweizer Unternehmen kann sich eine großzügige Dividenden-Politik leisten.

Das Schweizer Traditionsunternehmen ist fast 140 Jahre alt. Doch es gibt noch einen zweiten “Geburtstag”, der für die Entwicklung sehr wichtig war: Im Jahr 1999 ist Geberit an die Börse gegangen. Der Zugang zum Kapitalmarkt ermöglichte Geberit einen – im Branchenvergleich – großen Wachstumssprung. Der Umsatz wurde seit dem Börsengang gut verdoppelt.

Bemerkenswert ist, dass der Wachstumskurs die Profitabilität nicht negativ beeinträchtigt hat. Oft ist es so, dass die Gewinnmarge leidet, wenn die Produktion Richtung Masse geht, da dann erfahrungsgemäß viele Wettbewerber und Nachahmer auftauchen und ein Preiskampf entfacht wird. Geberit verteidigt dagegen die hohe Gewinnmarge von über 20 Prozent, die ansonsten nur kleine Nischenanbieter längerfristig halten. Ein Nischenanbieter ist Geberit jedoch schon lange nicht mehr: Über 6.200 Mitarbeiter erwirtschaften weltweit einen Jahresumsatz von rund 2,2 Milliarden CHF.

Wer die Geschäftspolitik von Geberit studiert, wird auf drei wichtige Erfolgsfaktoren stoßen:

  1. Kundenbindung: Geberit hat die Kundenbindung in der Branche fast perfektioniert und lädt pro Jahr rund 30.000 Installateure zu Weiterbildungsmaßnahmen ein. Die Installateure lernen den Umgang mit den Geberit-Produkten und werden über die Neueinführungen informiert.
  2. Innovationen: Geberit investiert pro Jahr rund 50 Mio. CHF in Neuentwicklungen und setzt damit die Trends in der Branche.
  3. Preismacht: Geberit erhöht regelmäßig die Preise und hält so das hohe Gewinnniveau. Die operative Stärke und die sehr solide Bilanz sorgen dafür, dass Geberit an der Börse mit dem 20-fachen Gewinn bewertet wird. Qualitätsaktien wie Geberit haben einen Aufpreis verdient.:

FAZIT

Wer eine attraktive Aktie aus der Schweiz sucht, wird auch in der zweiten Börsenreihe fündig. Unternehmen wie Lindt & Sprüngli, SGS, Swatch und auch Geberit sind eine gute Ergänzung zu den Schweizer Schwergewichten aus dem Leitindex SMI.

Diplomatisches Magazin, Ausgabe 11/13

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