Ausblick 2014: Aktien bleiben attraktiv

Nach dem Rückblick auf das sehr erfolgreiche Börsenjahr 2013 im Vormonat gibt Rolf Morrien in dieser Ausgabe des Diplomatischen Magazins einen kurzen Ausblick auf das neue Börsenjahr.

Der deutsche Aktienindex DAX konnte im Januar 2014 mit rund 9.800 Punkten ein neues Allzeithoch erreichen, musste jedoch die Gewinne wieder abgeben. Diese Kursrücksetzer, die wir auch mehrfach im Börsenjahr 2013 beobachten konnten, zeigen, dass es noch immer Krisenherde gibt.Dennoch spricht ein wichtiger Grund für eine Fortsetzung der Rallye im Laufe des Jahres: Es fehlen die Anlage-Alternativen.

Solide Staatsanleihen werfen Renditen unterhalb der Inflationsrate ab. Spekulative Staatsanleihen von hoch verschuldeten Staaten bieten höhere Renditen, aber das Verhältnis von Chance und Risiko passt hier nicht.

Es bleibt der Immobilienmarkt als Alternative, aber hier weisen lukrative Märkte wie Deutschland, die Schweiz oder Norwegen in Teilbereichen ein zu hohes Preisniveau auf. Auch in diesem Fall passen die möglichen Renditen nicht zum Risiko.

Aber nicht nur per „Ausschlussverfahren“ werden viele Investoren 2014 Aktien kaufen. Die Rahmenbedingungen sprechen für Aktien: Die Weltwirtschaft wird aus heutiger Sicht 2014 noch schneller wachsen als 2013. Das ist die Basis für steigende Umsätze und Gewinne. Laufen die Geschäfte der Unternehmen gut – die deutschen Exportunternehmen erwarten im laufenden Jahr 3 Prozent Wachstum –, eröffnet das neues Kurs-Potenzial am Aktienmarkt.

Auf Basis der 2013 erzielten Gewinne werden die 30 DAX-Unternehmen durchschnittlich mit dem 14-fachen Jahresgewinn bewertet (KGV 14). Dieses Bewertungsniveau passt zum historischen Durchschnitt. Die radikale Unterbewertung, die nach Ausbruch der Finanz- und Schuldenkrise am Aktienmarkt entstanden ist, wurde in den vergangenen Jahren vollständig abgebaut.

Wie bereits oben geschrieben: Das zusätzliche Kurs-Potenzial für das Börsenjahr 2014 müssen sich die Unternehmen erst noch verdienen und Umsätze und Gewinne im laufenden Geschäftsjahr kräftig steigern.

Positiv zu werten ist die Dividenden-Rendite von rund 3 Prozent. Selbst wenn die Aktienkurse im DAX ein Jahr lang stagnieren, würden die Dividendenzahlungen noch immer reichen, um die Rendite einer deutschen Staatsanleihe zu schlagen.

Wir müssen nicht weit in die Vergangenheit blicken, um mögliche „Spielverderber“ zu identifizieren. So ist die Schuldenkrise noch lange nicht überwunden. Ähnliche Schuldenkrisen haben oft 10 Jahre gedauert. Wenn wir das Jahr 2008 als Startpunkt nehmen, erleben wir gerade die Halbzeitpause. Da viele Staaten Schuldenquoten von über 100 Prozent aufweisen, kann die Stimmung am Kapitalmarkt zu jeder Zeit kippen.

Die lockere Geldpolitik der Notenbanken hat dazu geführt, dass sehr viel Kapital in die Schwellenländer geflossen ist. Dieser Geldfluss hat in einigen Ländern dazu geführt, dass erforderliche Reformen auf Eis gelegt wurden. Das rächt sich jetzt. In den ersten Wochen des Jahres standen einige Schwellenländer-Währungen extrem unter Druck.

Als Risikofaktor müssen auch die Banken erwähnt werden. Die Banken erhöhen langsam das Eigenkapital und bauen Risiken ab, doch das Tempo kann nur als moderat bezeichnet werden. Noch gibt es keinen Sicherheitspuffer. Die Branche bleibt anfällig.

Die hier genannten Risiken können durchaus zu Kursabschlägen von 10 bis 20 Prozent führen. Das wäre kurzfristig schmerzhaft, aber mittelfristig gesund für den Markt, da dann neue Investoren einsteigen können, die erst noch in den Folgejahren Geld verdienen wollen und länger investiert bleiben.

Dieser Artikel von Rolf Morrien erschien in der Zeitschrift “Diplomatisches Magazin” in der Ausgabe 3/14

Datum: 9. März 2014

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