Der Dividendenwert Nestlé als Zins-Alternative

GeVestor-Experte Rolf Morrien gibt aktuell auch Finanztipps im Diplomatischen Magazin. In diesem Monat schreibt er über das Thema “Alternativen zu Mini-Renditen gesucht?” und setzt dabei vor allem auf den Schweizer Konzern Nestlé.

Schwache Konjunkturdaten und geopolitische Krisen belasten im Börsenjahr 2014 den europäischen Aktienmarkt. Die großen Aktienindizes notieren Anfang Oktober auf dem gleichen Niveau wie zu Beginn des Jahres. Aus Angst vor Kursschwankungen halten sich viele Investoren am Aktienmarkt zurück.

Das freie Kapital fließt in die Cash-Reserven oder in Staatsanleihen. Die Flucht in halbwegs solide Staatsanleihen führt zu immer absurderen Bewertungen am Anleihenmarkt. So musste Deutschland jüngst zum ersten Mal für Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 10 Jahren eine Zins-Rendite von unter 1 Prozent bieten. Die Anleger akzeptierten eine Rendite von nur noch 0,93 Prozent. Eine solche Rendite reicht nicht, um nach Abzug der Inflation, Steuer und Bankgebühren die Kaufkraft zu erhalten.

Wem Mini-Renditen am Anleihenmarkt nicht reichen, kann auf starke Dividendenwerte ausweichen. Leicht vereinfacht gilt: Dividenden sind zurzeit die besseren Zinsen. Das Thema Dividenden wird in Deutschland oft als langweilig empfunden. Es herrscht das Vorurteil, dass Dividenden allenfalls ein kleines Zubrot im Hinblick auf (Kurs-)Gewinne am Aktienmarkt darstellen. Um dieses Vorurteil abzubauen, möchte ich Ihnen exemplarisch die Dividendenentwicklung der Nestlé-Aktie vorstellen. Anhand dieser Entwicklung dürfte schnell klar werden, welch große Rolle Dividenden spielen können.

Die Dividenden-Rendite, die Käufer der Nestlé-Aktie erhalten, wenn sie heute einsteigen und im Frühjahr 2015 die erste Dividende vom Schweizer Unternehmen kassieren, liegt bei rund 3 Prozent. Das ist angesichts der Mini- Renditen am Zinsmarkt von unter 1 Prozent sehr attraktiv, aber auch noch nicht weltbewegend. Noch besser sieht die Dividenden-Rechnung aus, wenn Sie berücksichtigen, dass Nestlé regelmäßig die Dividende steigert, zuletzt 18 Mal in Folge. Der einmal gezahlte Kaufpreis für die Aktie bleibt aber konstant. Mit jeder Dividendenerhöhung steigt daher Ihre persönliche Dividenden-Rendite. Nach einigen Jahren erreichen Sie so selbst mit der „langweiligen“ Nestlé- Aktie zweistellige Renditen.

Die Dividenden füllen automatisch Ihr Konto. Sie brauchen dafür nichts zu tun. Hier eine Musterrechnung mit den aktuellen Dividendenwerten aus dem Jahr 2014: Nestlé-Aktionäre, die vor 20 Jahren, im Jahr 1994, Aktien zum Preis von je 12,47 Schweizer Franken (CHF) erworben haben und im Frühjahr 2,15 CHF je Aktie ausgeschüttet bekamen, konnten sich über 17,2 Prozent Dividenden-Rendite freuen. Und selbst diejenigen, die erst vor 10 Jahren zu einem Kurs von 29,75 CHF eingestiegen sind, erreichten im Frühjahr 2014 eine attraktive Dividenden-Rendite von 7,2 Prozent.

Die Frage lautet: Kann Nestlé die erfolgreiche Geschäfts- und Dividendenpolitik auch zukünftig fortsetzen? Für den Erfolg von Nestlé gibt es mindestens 3 Gründe, die auch weiterhin die Basis für Umsatz-, Gewinn- und Dividendenwachstum bilden:

1) Das Schweizer Unternehmen ist so erfolgreich, weil es frühzeitig international expandiert hat und heute fast jedes Land mit Nahrungsmitteln versorgt.

2) Nestlé verteidigt den Premiumaufschlag und wurde nie zu einem „Billiganbieter“.

3) Nestlé setzt auf eine große Produktvielfalt

Angesichts der erreichten Größe werden bei Nestlé die Wachstumsraten abnehmen. Aber auch hier bietet das Unternehmen eine Lösung und will 2014/2015 für 8 Milliarden Schweizer Franken eigene Aktien zurückkaufen und vernichten. Gewinn und Dividendensumme müssen dann zukünftig auf weniger Aktien verteilt werden. Daher gilt weiterhin: Die Nestlé-Aktie bleibt für sicherheitsorientierte Sparer ein gutes Investment.

Dieser Artikel von Rolf Morrien erschien in der Zeitschrift “Diplomatisches Magazin” in der Ausgabe 11/14
Datum: 3. November 2014

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