DKM 2015: Finanzmesse fast ohne Immobilien

Immobilien sind ein großes Thema in Deutschland bei der Geldanlage. Dennoch spielte diese Anlageklasse auf der wichtigen Finanzmesse DKM 2015 kaum eine Rolle. Ich war in Dortmund vor Ort auf der Messe, um mich über aktuelle Entwicklungen der Finanzbranche zu informieren.

Einige wichtige Aspekte der Messe haben jedoch nur am Rande mit Immobilien zu tun. Doch man kann sehen, dass das Thema Immobilien im Hintergrund doch eine größere Rolle spielt, als es auf den ersten Blick den Anschein hat.

Sehr aufschlussreich war beispielsweise auf der DKM ein Vortrag der beiden Bestseller Autoren Matthias Weik und Marc Friedrich. Ihr provokantes Buch „Der Crash ist die Lösung“ hat viele Antworten auf bislang noch nicht beantwortete Fragen geliefert.

Auch bei ihrem Vortrag auf der Messe stand das Fazit schon zu Beginn fest: Es gibt keine Lösung im bestehenden System, der Crash ist die Lösung.

Crash-Experten sicher: „Der Crash wird nicht zu verhindern sein“

Vereinfacht gesagt, beziehen beiden Experten ihre eher düstere Zukunftsprognose auf klare wissenschaftliche Gesetze: „Die Mathematik lässt sich nicht überlisten.“ Die beiden spielen darauf an, dass es eben kurzfristig durchaus möglich ist, ein System stabil zu halten, indem man immer neue Schulden aufnimmt, um alte Schulden zu bezahlen.

Doch wenn mittlerweile die US-Notenbank Fed der größte Schuldner der Vereinigten Staaten ist, kann man nur noch davon sprechen, dass das System in die völlig falsche Richtung läuft.

Besteuerung der Immobilien als Folge der Geldpolitik?

Immobilieninvestments gegenüber sind die Experten Friedrich und Weik auch hier kritisch eingestellt. Sie erwarten das Aufkommen einer Immobiliensteuer, wie es sie schon zweimal im 20. Jahrhundert in Deutschland gegeben hat. Ihrer Einschätzung nach ist keine andere Anlageklasse einfacher zu besteuern als Immobilien, da durch die Grundbucheinträge die Eigentümer sehr schnell festzustellen sind.

Diese Gefahr besteht sicherlich. Doch wenn das System als solches in einem Crash kollabieren sollte, ist es immer noch angenehmer, zunächst einmal in den eigenen vier Wänden zu wohnen und dort die Krise überstehen zu können.

Offene Immobilienfonds – kaum noch beachtet

Was auf der DKM aber auch auffiel: Ein vor Jahren noch extrem beliebtes Thema wie Offene Immobilienfonds spielt mittlerweile in Deutschland keine Rolle mehr. Und hier kann auch nur an Immobilien-Investoren appelliert werden:

Die Investments können Investoren selbst in die Hand nehmen und das Risiko nicht auf die Gesellschaften verlagern. Hier haben viele Investoren in Deutschland Schiffbruch erlitten und das Image der Branche ist ramponiert.

Erstaunlich ist auf jeden Fall wie wenig Antworten die Finanzbranche und die Versicherungen derzeit auf das aktuelle Niedrigzinsumfeld parat haben. Darüber können auch die immer noch riesigen Messestände auf der DKM 2015 nicht hinwegtäuschen. Und ob es dabei zielführend ist, einen extrem teuren Till Schweiger als Werbestar einzukaufen wie es eine der Versicherungsgesellschaften derzeit getan hat, halte ich auch mindestens für fraglich.

Von: Heiko Böhmer. Über den Autor

Ob DAX-Titel, Rohstoff oder Emerging Marktes-Aktie: Heiko Böhmer bringt Ihnen in seinem täglichen Newsletter diese Themen näher. Neue Trends findet er dabei vor allem auf den vielen Reisen zu Finanzmessen im In- und Ausland, über die er in seinem Newsletter ausführlich berichtet.

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