GeVestor in den USA: Berkshire, Buffett & Co.

ein Beitrag von Rolf Morrien aus “Morriens Einsteiger Depot

Für viele Aktionäre ist es das Highlight des Jahres: die Hauptversammlung von Berkshire Hathaway, von der ich Ihnen heute exklusiv berichten möchte.
Auch in diesem Jahr waren wieder über 35.000 Aktionäre bei der Berkshire-Hauptversammlung in Omaha im US-Bundesstaat Nebraska.

Dazu muss gesagt werden, dass die Hauptversammlung von Warren Buffetts Investment-Holding Berkshire Hathaway anders ist als alle anderen Hauptversammlungen.

Denn: Den Kern der Hauptversammlung bilden nicht wie sonst üblich die jüngsten Geschäftszahlen und formale Abstimmungen. Dieser Part wird bei der Berkshire-Hauptversammlung innerhalb von gerade einmal einer halben Stunde abgehandelt.

Danach kommt der eigentliche Kern der Hauptversammlung: die sehr ausgedehnte Fragerunde, in deren Mittelpunkt Warren Buffett und sein kongenialer Partner Charlie Munger stehen.

Anmerkung der Redaktion: Die komplette Hauptversammlung von Berkshire Hathaway wurde in diesem Jahr live im Internet gestreamt. Eine Aufzeichnung finden Sie, wenn Sie auf diesen Link klicken.

So lief das 1. Quartal 2016 für Berkshire Hathaway

Warren Buffett hat mit seiner Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway im 1. Quartal mehr verdient als im gleichen Vorjahreszeitraum. Den vorläufigen Zahlen zufolge gab es aber auch kleine Wermutstropfen.

Der Überschuss stieg im Berichtszeitraum um 8% auf 5,59 Mrd. US-Dollar, teilte das Unternehmen im Rahmen der Hauptversammlung mit. Dafür sorgte vor allem ein Kapitalgewinn aus dem Tausch von Aktien des Konsumgüterkonzerns Procter & Gamble (P&G) gegen das Duracell-Batterie-Geschäft. […]

Durch dieses Manöver muss Buffett auf die beträchtlichen Kursgewinne seiner P&G-Aktien keine Steuern zahlen, was sich nun im 1. Quartal gewinnsteigernd in dem Zahlenwerk von Berkshire Hathaway niedergeschlagen hat. Das operative Ergebnis sank dagegen um 12% auf 3,73 Mrd. US-Dollar. Grund war unter anderem das schwächelnde Versicherungsgeschäft, das noch immer ein wichtiges Standbein von Berkshire Hathaway ist.

Zudem habe laut Buffett die lukrative Eisenbahn-Sparte abgebaut und bleibe vermutlich auch den Rest des Jahres unter den alten Bestwerten. Ein glückliches Händchen mit anderen Firmenbeteiligungen und Finanzwetten sorgte dennoch für ein deutliches Gewinnplus im 1. Quartal.

Die diesjährige Berkshire-Hauptversammlung im Rückblick

Kommen wir jetzt zu einem Rückblick auf die diesjährige Berkshire-Hauptversammlung und zu den Highlights der Fragerunde.

Wie schon erwähnt, zogen der 85-jährige Star-Investor Warren Buffett und sein 92-jähriger Kompagnon Charlie Munger auch in diesem Jahr wieder rund 35.000 Investo-ren aus aller Welt an. Ein Mal im Jahr verwandelt sich die Stadt Omaha, die im mittleren Westen der USA liegt, in das „Woodstock der Kapitalisten“. Und das mittlerweile schon seit Jahrzehnten.

Insgesamt steht Buffett jetzt seit stolzen 51 Jahren an der Spitze von Berkshire Hathway. Sein Unternehmen ist neben der Versicherungs- und Bahnbranche unter anderem in der Energie-, Nahrungsmittel-, Bekleidungs- und Immobilienbranche aktiv.

So kommt es dann auch, dass Sie auf der Hauptversammlung allerlei Dinge kaufen können, die die Unternehmen aus dem Berkshire-Imperium anbieten. Denn viele von den Unternehmen, an denen Berkshire beteiligt ist, verkaufen ihre Waren im Rahmen der Berkshire-Hauptversammlung in einer großen Ausstellungshalle. Sie können dort von Schokolade, Kleidung, über Schmuck bis hin zu Fertighäusern so ziemlich alles kaufen, was das Herz begehrt – und das mit teils hohen Rabatten.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese ganz besondere Aktionärsversammlung seit Jahren einfach Kult ist und ein buntes Treiben, das sich über die Jahre zu einem immer größer werdenden Spektakel entwickelt hat.

Die wichtigsten Fragen und Antworten der diesjährigen Berkshire-Hauptversammlung

„Das hier ist unser Hogwarts und Warren, Sie sind unser Dumbledore“, schwärmte ein Aktionär im Rahmen der Fragerunde in einer Anspielung auf die Zauberschule aus dem Bestseller „Harry Potter“ und deren mächtigem Schulleiter. Doch die Botschaft kommt nur halb an. „Ich habe Harry Potter nicht gelesen, aber ich nehme das mal als Kompliment“, grinst Warren Buffett. Der Saal tobte. Der Berkshire-Chef war so gut gelaunt wie eh und je.

Und daher beantworteten er und sein Partner Charlie Munger auch in diesem Jahr wieder rund 5 Stunden lang Fragen ihrer Aktionäre. Einigen Aktionären war die Frage wichtig, was eine Präsidentschaft von Donald Trump für die Geschäfte von Berkshire bedeuten würde.

Buffett erklärte daraufhin, dass Präsidentschaftskandidaten zwar das wirtschaftliche Umfeld kurzfristig verändern können. Dennoch schaffen es die US-Präsidenten nicht, das Unternehmertum in den USA tatsächlich zu stoppen. Genau das ist aber der Kern des Erfolgs der Vereinigten Staaten als größte Volkswirtschaft der Welt. Insofern sollte man den Einfluss Trumps nicht zu hoch ansetzen.

Eine weitere wichtige Frage war die nach den Auswirkungen der aktuellen Niedrig-Zins-Phase auf die Geschäfte von Berkshire. „Für uns ist das schmerzlich zu sehen, dass wir eine Liquidität von 60 Mrd. US-Dollar bekommen, die wir zu einem Zinssatz von 0,25% oder eben auch mit Negativzinsen anlegen müssen“, sagte Buffett dazu.

Abschließend zwei Dinge zu Berkshire Hathaway:

1. Wenn Sie noch nicht bei Berkshire Hathaway investiert sind, sollten Sie dies nachholen. Wenn Sie bereits investiert sind, sollten Sie der Aktie treu bleiben. Buffett ist noch immer ein Genie und Sie werden daher an der Aktie von Buffetts Holding noch viel Freude haben.

2. Versuchen Sie, wenigstens ein Mal in Ihrem Leben nach Omaha zu reisen, um dort die Hauptversammlung von Berkshire Hathaway zu besuchen. Die Hauptversammlung findet immer am ersten Mai-Wochenende statt. Ihre Eintrittskarte zu dieser Veranstaltung ist Ihr Depotauszug, aus dem hervorgeht, dass Sie Berkshire-Aktionär sind.

Besuch der Federal Reserve Bank

Ich habe in den USA aber nicht nur die Hauptversammlung von Berkshire Hathaway besucht, sondern war auch bei der Federal Reserve Bank (die US-Notenbank Fed) in Chicago.

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Warum diese auch für deutsche Anleger extrem wichtig ist und welche Auswirkungen die Zinswende in den USA haben wird, hat Ihnen mein Kollege Tobias Schöneich in diesem Artikel zusammengefasst.

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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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