Mit Aktien aus der Zins- Falle entkommen

GeVestor-Experte Rolf Morrien ist auch für andere Verläge sehr gefragt. Im Diplomatischen Magazin schreibt er in diesem Monat über das Thema “Negativzinsen auch in Deutschland” und erklärt, welche Auswirkungen das für Sie hat und was zu tun ist.

Pünktlich zum Weltspartag in Deutschland machte eine auf den ersten Blick kuriose Ankündigung die Runde. Die Deutsche Skatbank, die zur Gruppe der Volks- und Raiffeisenbanken zählt, gab auf ihrer Internetseite bekannt, dass sie ab dem 1. November 2014 Negativ-Zinsen einführen wird.

Mit diesen Negativ-Zinsen werden Sparer bestraft, die hohe Kapitalanlagen auf dem Tagesgeldkonto der Bank parken. Der Strafzins beträgt 0,25 Prozent. Das bedeutet, dass Sparer, die einen festgelegten Maximalbetrag auf dem Konto übertreffen, ab dieser Grenze eine Gebühr in Höhe von 0,25 Prozent entrichten müssen. Diese Meldung ist aber nur auf den ersten Blick kurios. Denn: Seit einiger Zeit schon müssen Geschäftsbanken einen Strafzins entrichten, die ihr Geld bei der Europäischen Zentralbank (EZB) parken. Und jetzt gibt die erste deutsche Bank diesen Strafzins an die Kunden weiter. Ich gehe davon aus, dass weitere Banken diesem Vorbild folgen werden.

Dass sich die Deutschen von niedrigen Zinsen bisher nicht abschrecken lassen, zeigt eindrucksvoll folgende Zahl: 40 Prozent des Geldvermögens der Deutschen liegt auf Sparbüchern und Tagesgeldkonten. Es handelt sich dabei laut Zahlen der Deutschen Bundesbank insgesamt um ein Vermögen von rund 2 Billionen Euro. Und das, obwohl es auf Sparbüchern derzeit nur durchschnittliche Zinsen in Höhe von 0,13 Prozent gibt. Damit lässt sich selbst das aktuell niedrige Inflationsniveau nicht einmal ansatzweise ausgleichen. Im Klartext: 40 Prozent der Ersparnisse der Deutschen schmelzen derzeit dahin wie Eis in der Sonne. So ist nicht einmal der Erhalt des Vermögens möglich. Wenn Sie Ihr Vermögen nicht nur erhalten, sondern es auch noch vermehren wollen, müssen Sie also auf andere Spar- bzw. Anlageformen setzen. An dieser Stelle kann ich nur mein bereits einige Male abgehaltenes Plädoyer für dividendenstarke Aktien wiederholen und Ihnen noch einmal aufzeigen, warum auch konservative Anleger einen Teil des Geldes in Aktien investieren sollten

Wenn Sie trotz der aktuell extrem niedrigen Zinsen an einer positiven Realrendite, das heißt an einer positiven Rendite unter Berücksichtigung der Inflation und nach Abzug von Steuern, interessiert sind, führt selbst für konservative Anleger kein Weg an Aktien vorbei. Ich möchte Ihnen jetzt 4 Gründe nennen, die ganz klar dafür sprechen, dass Sie – zumindest als Vermögensbeimischung – auf Aktien setzen sollten.

1.) Die Zinsen bleiben in Europa niedrig

Eine niedrige Inflationsrate und eine noch zu schwach wachsende Konjunktur im Euro- Raum nehmen der Europäischen Zentralbank (EZB) den Spielraum für Zinserhöhungen. Meine Prognose: Die Zinsen bleiben über Jahre hinaus niedrig. Einen früher „normalen“ Leitzins von etwa 3 Prozent wird es in der Euro- Zone in naher Zukunft nicht geben.

2.) Aktien sind aktuell günstig

Der deutsche Leitindex DAX liegt 2014 mit einem Durchschnitts-Kurs-Gewinn-Verhältnis von aktuell nur knapp 13 unter dem historischen Durchschnittswert von 14. Das bedeutet: Aktien sind aktuell relativ günstig.

3.) DAX-Aktien: Durchschnittlich 8 Prozent Rendite

Weiterhin spricht für Aktien, dass der DAX seit seiner Gründung im Jahr 1988 trotz zwischenzeitlicher Krisen und Crashs im Durchschnitt auf eine jährliche Performance – Kurssteigerungen und Dividenden – von rund 8 Prozent kommt.

4.) Dividenden schlagen Zinsen

Während Sie aktuell von Ihrer Bank im Regelfall nur Zins-Angebote von 0 bis 1 Prozent erhalten, bieten Ihnen solide Aktien Dividenden- Renditen von 2 bis 5 Prozent. Selbst ohne jede Kurssteigerung schlagen diese Dividenden- Werte die aktuellen Zinsangebote.

Daher mein Fazit: Langfristig können Sie mit dividendenstarken Aktien als Vermögensbeimischung nur gewinnen.

Dieser Artikel von Rolf Morrien erschien in der Zeitschrift “Diplomatisches Magazin” in der Ausgabe 12/14

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