Unsere Value Experten in Omaha

Der Traum jedes Buffett Fans. Eine Reise zum Orakel von Omaha. Für die GeVestor-Value-Fans hat sich dieser Traum erfüllt.

Donnerstag, 30.04.2015

ist es endlich soweit. Pünktlich um 08.10 Uhr startet die Maschine in Richtung Omaha

zur 50. Hauptversammlung von Berkshire Hathaway. Mit von der Partie ist das Team von Volker Gelfarth, Chefredakteur der Aktien-Analyse, Gelfarths Premium Depot,  mit den Chefanalysten Dieter Jaworski, Bastian Siegert und Florian Stark, Chefredakteur von „Top Aktien Stars“.

Nach gut 11 Stunden Flug kommen wir gegen 17 Uhr in Omaha an. Jetzt nur noch ins Hotel, einchecken, umziehen, und dann haben alle nur einen Wunsch: Ab ins Steakhaus und danach ins Bett. Die nächsten zwei Tage werden anstrengend.

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Freitag, 1. Mai 2015

Bei Tageslicht sehen wir zum ersten Mal wo wir gelandet sind. . Das Hotel, etwas außerhalb der Stadt, mitten in der Pampa. Nichts außer Feldern, einer Baustelle und dem  4-spurigen Highway. Der Taxifahrer von gestern hatte recht: Omaha, a city of nowhere.

Der erste Schock: Beim Frühstücksbuffett gibt es nur Plastikgeschirr und Plastikbesteck. Muffins eingeschweißt, einen großen Topf mit Milchreis, Früchte aus der Dose und ein Waffeleisen neben einer Schüssel mit Fertigteig. Die glänzenden Äpfel sehen eher aus wie Dekofrüchte im Kaufhaus (geschmacklich könnten es auch welche sein). Noch ein paar Bagels und Toast (von vorgestern?) mit Butter und Marmelade. Aber wir sind ja nicht zum Essen gekommen….

Um 9.00 Uhr starten wir mit unserer kleinen Value-Konferenz, in der uns unser Value-Experte und Buffett-Kenner Volker Gelfarth, auf den morgigen Tag einstimmt.

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Hauptthema, wie könnte es anders sein: Warren Buffett.

Fangen wir an mit den Top Ten der reichsten Menschen der Welt:

Platz 1: Bill Gates
Platz 2: Carlos Slim Helu & Family

Platz 3: Warren Buffett

Im Gegensatz zu Bill Gates und Carlos Slim Helu & Family ist Warren Buffet der einzige, der sein Vermögen ausschließlich mit seinen  Investments gemacht hat. Hier geht er zu 80% nach der Methode von Graham und 20% nach Phil Fisher vor.

Ein wesentlicher Grundsatz von Graham:

Kaufe grundsätzlich nur börsennotierte Unternehmen bei denen der börsennotierte Wert unter dem wahren, inneren Wert des Unternehmens liegt. Das Motto: Zahle nur 50 Cent für einen Dollar und warte so lange, bis der Markt den wahren Wert des Unternehmens erkennt.

Von Phil Fisher hat er übernommen, das Kapital in wenigen Beteiligungen zu investieren und sich auf einige Branchen zu konzentrieren.

Vor allem aber investiert Warren Buffett nur in Unternehmen, dessen Geschäft er auch versteht. Daher hat er nie in die New Economy investiert. Einzige Ausnahme: Microsoft. Diesen Wert hat er auch nur gekauft, weil ihn mit Bill Gates eine innige Freundschaft verbindet Alle haben damals das Geld aus der Old Economy abgezogen und in die New Economy gesteckt. Dafür haben ihn alle belächelt. Aber wie heißt es so schön: Wer zuletzt lacht, lacht am besten.

Nach 3 Stunden Buffett Theorie pur, machen wir uns auf zu den „Spuren von Warren“ in Omaha.

Zuerst zum Century Link Center und die heißbegehrten Eintrittskarten abholen. Die meisten Amerikaner lassen sich die Karten nach Hause schicken und damit zum ersten mal kein Schlagestehen. Karten umhängen damit es jeder sieht. Denn die Karten gewähren einem nicht nur Eintritt zur HV, sondern auch überall kräftige Rabatte.

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Dann geht es weiter zum Wohnhaus von Buffett. Er hat es in den 50-zigern für 31.000$ gekauft und lebt immer noch darin. Ein Grund warum er so beliebt ist. Er hat Geld in die Region gebracht, ist selbst Multimillionär aber immer bescheiden geblieben. Außer dem Sicherheitsmann, eine Kette in der Einfahrt und der Japanische Touristengruppe die gerade mitten in einem Fotoshooting ist, unterscheidet sich das Haus nicht von den Nachbarhäusern. Sie möchten in der Nähe von Warren wohnen? Dann haben Sie jetzt die Gelegenheit. Für 10 A-Aktien Berkshire Aktien können Sie das nette Mehrfamilienhaus mit schön angelegtem Garten, direkt gegenüber erwerben.

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Weiter geht’s zum Bürogebäude am Kiewit Plaza, in dem Buffet in die 11. Etage für sich und seine 22 Mitarbeiter angemietet hat. Und mit der Technik steht Buffett angeblich immer noch auf „Kriegsfuß“. Er hat zwar einen Computer, aber den nutzt er nur, um mit Freunden Bridge zu spielen. Bis ins Büro haben wir es leider nicht geschafft, aber freundlicherweise hat uns der nette Herr vom Sicherheitsdienst erlaubt in in der Lobby einige Bilder zu machen.

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Nächster Stopp ist das Marriott Hotel in der Charles Munger jedes Jahr ein Meeting abhält. Wir hoffen hier einigen Persönlichkeiten zu treffen, aber nach 2 Stunden geben wir auf. Kein einziger Prominenter läuft uns über den Weg.

Dann halt nicht. Direkt gegenüber des Marriott ist Borsheim. Der zweitgrößte Juwelier der Welt. Eins ist sicher: Hier schlagen einige Frauenherzen höher. Aber bei Colliers von 1,5 – 7 Millionen Dollar helfen mir die 30% auf die Eintrittskarte aber auch nicht wirklich weiter….

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In der Lobby des Gebäudes haben sich 50 Meter lange Schlangen gebildet und alle wollen nur eins: kostenlose Drinks. Und im Zelt auf dem Platz vor Borsheims sieht es nicht besser aus. Was gibt´s? Kostenlose Häppchen.

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Wir wollen nur noch eins: in Ruhe eine Kleinigkeit essen und  zurück ins Hotel. Morgen um 05.30 Uhr klingelt erbarmungslos der Wecker.

Samstag, 02.05.2015

06.30 Uhr Sonnenaufgang in Omaha und Abfahrt zum Century Link Center.

Wir kommen gut durch. Keine Staus und, oh Wunder, wir finden auch sofort einen Parkplatz. Wo sind die angeblich fast 40.000 Teilnehmer der HV? Wir überqueren die Straße und stauen. Brav stehen Sie in der Schlange. Einmal rund um das Gebäude.

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Ein Funken schlechtes Gewissen kommt auf, die ersten stehen schon seit 04.30 Uhr an, als wir dreist direkt zum Eingang laufen. Die Türen werden geöffnet und schon und schon ist es vorbei mit der Disziplin der Amerikaner. Hart werde ich zur Seite geschubst und ein Schwergewicht rennt an mir vorbei. Keine Chance ihn zu überholen, da ich mich noch bei der Handtaschenkontrolle anstellen muss. Auf dem Weg zu unserem vereinbarten Treffpunkt, Sektion 120-121, stehen einige  Sicherheitsbeamte, aber die Rufe „Don´t run“ gehen in dem Getümmel größtenteils unter.

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Innerhalb weniger Minuten füllt sich die Halle. Die Dreistigkeit hat sich gelohnt. 8 Plätze, mit einem guten Blick zur Bühne, sind gesichert. Nun beginnt das warten.

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Noch 2,5 Stunden bis zum Start des Unternehmensvideos. Die werden überbrückt mit anstehen an der Schlange für kostenlose Süßigkeiten und Getränken. Hier waren die Einheimischen eindeutig schneller. Als ich an die Reihe kam war das „Beste“ schon weg.

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08.30 Uhr. Der Unternehmensfilm. Ein Highlight für alle Buffett Fans. Diesmal mit vielen Ausschnitten aus den letzten Jahren. Das Publikum tobt. Es wird gelacht, geklatscht geschmunzelt. Herrlich wie sich Warren und Charles gegenseitig auf die Schippe nehmen. Mehr Show als Hauptversammlung. In Deutschland nicht vorstellbar. Oder haben Sie schon mal einen deutschen Vorstand als Superman verkleidet oder auf der Ukulele spielen sehen?

Nach knapp 30 Minuten ist die Show vorbei. Nach dem Applaus totenstille im Saal.

Und endlich hat das Warten ein Ende

Der Vorhang öffnet sich und Warren und Charles betreten die Bühne. Applaus und Standing Ovation begrüßen die beiden Hauptdarsteller. Die Berkshire Hymne, diesmal unterlegt mit Musik von den Beatles „Wirth a Little Help form Myom Frieds“ wird gespielt. Laserlicht, funkelnder Konfettiregen. 44.000 Menschen sind außer Rand und Band. Es dauert einige Minuten bis sich die Teilnehmer der HV wieder beruhigt haben.
Dann heißt es: keine Fotos, keine Videos. Alles strengstens verboten.

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Die HV beginnt. Das Thema „Geschäftsbericht“ ist, wie immer, schnell abgehakt. Dann stellen Journalisten und das Publikum Fragen. Die beiden sind schon ein eingespieltes Team. Werfen sich bei den Antworten gegenseitig die Bälle zu.

Wirklich kritische Fragen werden nicht gestellt. Die beiden antworten aus dem Stehgreif, haben alle Zahlen im Kopf, man sieht das sie mit Begeisterung bei der Sache sind, und mit Witz und Charme wird auch noch die ein oder andere Anekdote erzählt. Ernsthaft entschuldigen sich für Fehler aus der Vergangenheit. Mich beeindruckt die Offenheit mit der sie dies tun. Kein großes Drumherumgerede, vielleicht, aber, wir sind dran, das Problem haben wir erkannt, wir bilden eine „Arbeitsgruppe“, sondern offene und ehrliche Antworten. Das 3 Stunden lang.

12.00 Uhr Mittagspause. Obwohl die Ausstellungshalle dieses Jahr bereits am Freitag geöffnet war, ist während der Pause kein Durchkommen mehr. Wo man hinsieht 50 Jahre Warren und Charles. Egal ob auf Heinz Ketchup, Kartenspiele, T-Shirts. Noch nicht mal vor Boxershorts macht man halt.

12:50 Uhr. Gleich geht es weiter. Ich stehe ganz vorne an der Bühne in der Hoffnung, einige Bilder von den Aufsichtsräten zu erhaschen. Plötzlich geht der Vorhang auf und Warren und Charles betreten die Bühne.

Nach einer „Schrecksekunde“ fange ich an zu fotografieren. Aber dann werde ich sofort von dem Sicherheitsbeamten, der sich noch wenige Minuten zuvor angeregt über seinen „German“ Grandpa mit mir unterhalten habe, etwas rüde zur Seite gestoßen.

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Keine Fotos mehr… Aber wenigsten habe ich ein paar im „Kasten“.

Punkt 13.00 Uhr geht es weiter. Unermüdlich beantworten die beiden älteren Herren die Fragen. Eine sensationelle Leistung in dem hohen Alter. Ob sie ans Aufhören denken und ob er schon einen Nachfolger gibt? Das interessierte bei der 50-zigsten Hauptversammlung niemanden. Keine einzige Frage in diese Richtung. Und wenn man die beiden auf der Bühne sieht, hofft man, dass sie noch viele HV´s machen. Einige Zeitungen schrieben, dass der 84-jährige Warren und der 91-jährige Charles langsam schwächeln. Das kann keiner aus der Value Gruppe bestätigen.

Fragen und Antworten aus der Hauptversammlung haben Volker Gelfarth und sein Team sowie Florian Stark im „Value Telegramm“ und in „GeVestor täglich“ sowie Rolf Morrien für Sie zusammengefasst.

Iris Daum

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