1.941.538.000.000 Dollar betrug das weltweite Übernahme-Volumen 1. Halbjahr

Das 1. Halbjahr 2015 verlief an den meisten internationalen Börsenplätzen schwächer. Bereits zu Jahresbeginn gerieten die Indizes mehrheitlich unter Druck.

Störfeuer wie Ölpreis-Sturz, China-Sorgen und die Erwartung einer US-Leitzins-Erhöhung lasteten auf den Kursen. Der deutsche Leitindex DAX liegt heute Morgen etwa 12,5% unter dem Stand zu Beginn des Jahres und etwa 25% unter dem Hoch aus 2015.

Viele Analysten und Fondsmanager erwarten jedoch, dass das 2. Halbjahr stärker verlaufen wird und die bisherigen Jahreshöchststände noch übertroffen werden.

Kommt es nicht zu unerwarteten negativen Überraschungen, dürften der deutsche Aktienmarkt und der US-Aktienmarkt weiter zulegen, denn die Wirtschaftsdaten sind stark.

Alle Top10-Deals jenseits der 10-Mrd. Dollar-Grenze

Wenn die Wirtschaft anzieht, dann ist erfahrungsgemäß auch immer die Übernahme-Aktivität hoch. Ein Blick auf die jüngst veröffentlichte Übernahme-Statistik des Bureau van Dijk zeigt, dass dies auch im 1. Halbjahr 2016 stimmte.

Das weltweite Übernahme-Volumen lag vorläufigen Zahlen zufolge bei 1,9 Bio. Dollar. Gegenüber dem Vorjahres-Zeitraum ist das zwar ein erheblicher Rückgang (2,9 Bio. Dollar im 1. Halbjahr 2015) doch 2015 war ein Boom-Jahr, dessen Rekord in den kommenden Jahren wohl nicht geknackt wird.

Mit 1,9 Bio. Dollar lag das Volumen auch über den Niveaus der Jahre 2012 und 2013 – die Lust auf Übernahmen ist also nicht verflogen. Das zeigt sich auch bei den Einzel-Deals. Alle Top-10-Übernahmen waren jenseits der 10-Mrd. Dollar-Grenze.

Chinas Übernahme-Markt bleibt zweitwichtigstes M&A-Land

Ein Blick auf die einzelnen Regionen zeigt wenig überraschend, dass in Nordamerika die Deal-Lust am größten war. Allein auf die USA entfiel ein Übernahme-Volumen von 633 Mrd. Dolllar.

Das Volumen lag in den Vereinigten Staaten gut 60% über dem Volumen in China, dem Land mit der zweithöchsten Deal-Aktivität. Die bislang unangefochtene Stellung als Volumen-größter Übernahme-Markt könnte dem Land jedoch mittelfristig abhanden kommen.

Zwar lag das Volumen in China bei „nur“ 390 Mrd. Dollar, doch lag das Volumen im Reich der Mitte vor 3 Jahren bei unter 1 Mrd. Dollar.

China ist von einem unbedeutenden Übernahme-Markt zum zweitwichtigsten aufgestiegen und auch wenn im 1. Halbjahr 2016 ein Rückgang von 60 Mrd. Dollar beim Übernahme-Volumen verzeichnet wurde, könnte bereits 2020 der chinesische Übernahme-Markt der größte der Welt sein.

Prämienjagd in China noch verfrüht: Nutzen Sie die Chancen in Europa und den USA

Die Entwicklung des chinesischen Übernahme-Markt ist atemberaubend und eröffnet auch immer wieder Chancen für Anleger. Die Chancen sind jedoch noch punktuell.

Große Teile des hohen Übernahme-Volumens sind auf Transaktionen nicht börsennotierter bzw. für Privatanleger nicht handelbarer Unternehmen zurückzuführen.

Zudem zeigten zurückliegende Kurskapriolen im Shanghai Composite, dass in China auch schnell Geld verbrannt werden kann.

Daher sollten sich Anleger mit Übernahme-Strategie in Fernost noch zurückhalten und sich auf die europäischen und amerikanischen Chancen konzentrieren, um die hohen Prämien zu kassieren.

Dort haben Sie aktuell die Doppel-Chance auf hohe Gewinne. Wenn der Aktienmarkt wieder zulegt, steigt ihr Depotwert – und wenn der Übernahme-Joker gezogen wird, dann geht in kürzester Zeit der Aktienkurs des Übernahme-Kandidaten durch die Decke.

7. Juli 2016

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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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