1. Juli 2015: Brandenburg erhöht Grunderwerbsteuer

Ein Ende mit Schrecken? Oder ein Schrecken ohne Ende? Wie auch immer das Griechenland-Drama ausgehen wird, eines ist sicher: Der Euro wird aus der Krise nicht gestärkt hervorgehen, sondern geschwächt. Sie tun also gut daran, über die Anschaffung von Sachwerten nachzudenken. Zum Beispiel über den Kauf einer selbstgenutzten Immobilie.

Doch oh Schreck: Hier hält der Staat die Hand auf. Oder genauer gesagt: das jeweilige Bundesland. Jüngst hat Brandenburg angekündigt, die Grunderwerbsteuer zum 1. Juli 2015 zu erhöhen. Damit liegt die Grunderwerbsteuer jetzt – je nach Bundesland – zwischen 3,5 und 6,5 Prozent des Anschaffungspreises. Ganz schön happig!

Wie Sie die Steuer ganz legal kleinrechnen

Die Grunderwerbsteuer bezieht sich auf Haus und Grundstück. Nicht aber beispielsweise auf Einrichtungsgegenstände. Wenn Sie also Möbel, Einbauküche oder auch Sauna übernehmen, dann dürfen Sie deren Wert aus dem Kaufpreis herausrechnen. Die Grunderwerbsteuer fällt dann nur auf den Kaufpreis abzüglich der Ablösesumme für Möbel, Küche, Sauna & Co. an.

Beispiel: Sie kaufen eine Immobilie für 250.000 Euro im Bundesland Nordrhein-Westfalen. Wie in Brandenburg liegt der Grunderwerbsteuersatz hier bei 6,5 Prozent. Das heißt: Normalerweise würde das Finanzamt von Ihnen als Immobilienkäufer 16.250 Euro an Grunderwerbsteuer verlangen, sprich 6,5 Prozent von 250.000 Euro.

Doch enthält die Immobilie eine Küche im Wert von 15.000 Euro (Gebrauchswert, nicht Neuwert). Den Wert der Sauna beziffern Sie auf 8.000 Euro. Diese Einrichtung lassen Sie im Kaufvertrag separat aufführen (der Notar weiß, was hier zu tun ist). Das heißt: Die Bemessungsgrundlage sinkt um insgesamt 23.000 Euro, und Sie haben damit immerhin 1.495 Euro an Steuern gespart.

Maklerprovision nicht im Kaufvertrag aufführen

War Ihnen ein Makler bei der Immobiliensuche behilflich? Dann halten Sie ihn unbedingt davon ab, seine Provision bzw. sonstige Vergütung vom Notar im Kaufvertrag festschreiben zu lassen. Denn: Steht sein Entgelt in diesem Vertrag, dann wird es Teil der Bemessungsgrundlage, und Sie müssen auch darauf – völlig unnötigerweise! – Steuern zahlen.

Ein Beispiel zeigt, was das ausmachen kann. Angenommen, Sie kaufen eine Wohnung für 100.000 Euro. Der Makler verlangt die üblichen 3 Prozent des Kaufpreises zuzüglich Mehrwertsteuer, insgesamt also 3,57 Prozent. Die Maklerprovision beläuft sich somit auf 3.570 Euro.

Nehmen wir abermals an, das Haus befindet sich in Nordrhein-Westfalen, wo die Grunderwerbsteuer bei 6,5 Prozent liegt. Durch die Festschreibung der Maklerprovision im Kaufvertrag zahlen Sie 6,5 Prozent von 3.570 Euro zusätzlich an Steuern. Das sind glatt 232,05 Euro mehr, als sein müsste.

Rechtlich ist es gar nicht nötig, die Provision in den Kaufvertrag aufzunehmen. Der Makler hat so oder so Anspruch darauf, sobald der Kauf perfekt ist. Unschädlich ist es, wenn nur sein Name im Kaufvertrag steht (Beispiel: „Der Vertrag kommt auf Vermittlung von Max Mustermann zustande“). Schädlich ist dagegen eine Angabe der Provision in Euro oder in Prozent des Kaufpreises.

Falls Ihr Makler sich nicht davon abbringen lassen will, die Provision in ihrer genauen Höhe in den Kaufvertrag zu schreiben, probieren Sie Folgendes: Bieten Sie ihm eine Vorauszahlung an, und überweisen Sie ihm das Geld vor Vertragsschluss.

Für eine Ersparnis von mehreren Hundert Euro ist ein solches Zugeständnis allemal sinnvoll, und er wird dann gerne darauf verzichten, sein Entgelt im Kaufvertrag aufführen zu lassen. Damit ist ihm und Ihnen gleichermaßen gedient!

27. Juni 2015

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Judith Engst
Von: Judith Engst. Über den Autor

Judith Engst hat sich auf die publizistische Beratung im Bereich Wirtschaft und Finanzen spezialisiert und speziell zum Thema Geldanlage mehrere Bücher verfasst.

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