10% Dividende sind nicht genug

Minenwerte sind seit Jahren am Boden. Immer wieder werden Stimmen laut, die ein Comeback der Rohstoffproduzenten erwarten. Tatsächlich sind die Bewertungen vieler Unternehmen aus dem Sektor am Boden. Doch rechtfertigt das schon ein Investment? Wir lassen uns seit Jahren eher von Details als von fixen Ideen leiten.

Aus diesem Grund schauen wir uns jedes Unternehmen vor einem Investment ganz genau an. Unser Ziel: Solide und nachhaltige Gewinne. Wer als Dividenden-Anleger auf die Suche nach Unternehmen geht, braucht keine Strohfeuer, sondern konstante Rendite-Bringer. Diese filtern wir tagtäglich für Sie heraus.

Herbe Verluste machen Aktionären zu schaffen

Um zu zeigen, dass eine hohe Dividende und eine niedrige Bewertung nicht alles ist, stelle ich Ihnen heute die Aktie von Vale vor. Die Zahlen sind beeindruckend. KGV von 5,4 und eine Dividendenrendite von 9,6%. Lesen Sie dennoch, wieso wir nicht so wirklich vom Unternehmen überzeugt sind.

Vale (ehemals CVRD Companhia Vale do Rio Doce) gehört zu den größten Bergbauunternehmen der Welt. Eisenerz und seit 2006 Nickel sind die beiden Haupterzeugnisse im Produktportfolio.

Weitere Sparten sind Kupfer, Mangan, Bauxit, Edelmetalle, Kobalt, Kaolin, Pottasche und Andere. Zusätzlich unterhält der Konzern eine logistische Infrastruktur in Brasilien, einschließlich Eisenbahnen und Seehäfen, die in den Bergwerksbetrieb integriert sind.

Das 3. Quartal brachte Vale einen herben Verlust ein. Durch den Rückgang der Eisenerzpreise schrumpfte der Umsatz um 27% auf 9,24 Mrd $; das operative Ergebnis verschlechterte sich um 66% auf 1,6 Mrd $.

Unterm Strich wurde ein Verlust in Höhe von 1,4 Mrd $ ausgewiesen – noch vor einem Jahr stand dort ein Gewinn von rund 3,5 Mrd $. Dies lag hauptsächlich am finanziellen Aufwand, der sich auf 6,9 Mrd $ beinahe verneunfacht hat.

Der Verfall der brasilianischen Währung drückt auf die Bilanz und verteuert damit die größtenteils in US-Dollar gehaltenen Schulden. Hinzu kam der weitere Rückgang des Erzpreises. Er liegt mittlerweile auf dem niedrigsten Stand seit 5 Jahren und hat sich seit 2011 mehr als halbiert.

Rohstoffe: Schwache Nachfrage und Überangebot

Einerseits liegt das an der schwachen Nachfrage, zum anderen nehmen in den vergangenen Jahren erschlossene Minen derzeit den vollen Betrieb auf, was zu einem Überangebot führt. Vale ist vom Absturz besonders hart betroffen, weil der Konzern noch einen größeren Anteil wenig produktiver Abbauprojekte betreibt.

Am Aktienkurs ging das nicht spurlos vorüber – er sank weiter auf den niedrigsten Stand seit 2008. Vale will trotz der Verluste investieren. Eine langfristige Planung sei wichtig, erklärte der Verwaltungsratspräsident. Vale erschließt derzeit die weltgrößte Eisenerzmine Serra Sul.

Mit dem Förderbeginn ab 2016 könnte Vale seine Produktion von 312 Mio Tonnen um rund ein Drittel steigern. Dass die Sorgenfalten der Aktionäre immer tiefer werden, ist bei dem Kurs verständlich. Wir erwarten weiter eine unterdurchschnittliche Kursentwicklung und sagen „Finger weg!“.

18. Dezember 2014

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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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