10% Dividende und null Hoffnung

Die Börsen sind schwach ins neue Jahr gestartet. Doch es gibt auch Lichtblicke. Vor allem Gold und Goldproduzenten haben in den ersten Handelstagen angezogen. Doch wie steht es um die anderen Rohstoff-Gesellschaften? Bieten Förderer von Industriemetallen auch Chancen?

Der Sektor der Rohstoffproduzenten ist seit Jahren eine Value-Falle. Gibt es nun Hoffnung? Wie analysieren die Aktie von Vale. Vale (ehemals CVRD Companhia Vale do Rio Doce) gehört zu den größten Bergbauunternehmen der Welt.

Eisenerz und seit 2006 Nickel sind die beiden Haupterzeugnisse im Produktportfolio. Weitere Sparten sind Kupfer, Mangan, Bauxit, Edelmetalle, Kobalt, Kaolin, Pottasche und Anderes. Zusätzlich unterhält der Konzern eine logistische Infrastruktur in Brasilien, einschließlich Eisenbahnen und Seehäfen, die in den Bergwerksbetrieb integriert sind.

Probleme über Probleme

Das 3. Quartal verlief für Vale alles andere als optimal. Der Umsatz brach um 28,2% auf 6,5 Mrd $ ein. Dabei fiel ein Verlust von 2,2 Mrd $ an, nachdem im 2. Quartal noch 1,7 Mrd $ verdient werden konnten. Das Minus ist vollständig auf negative Währungseffekte zurückzuführen.

Im 3. Quartal hat der brasilianische Real 28% seines Wertes gegenüber dem USDollar verloren. Die schwache Nachfrage aus China nach Eisenerz und Nickel, den Haupterzeugnissen von Vale, drückt auf die Preise. In den vergangenen fünf Jahren hat sich Eisenerz um 69% verbilligt.

Bei Nickel sieht es nicht viel besser aus. Eine schnelle Erholung ist zunächst nicht zu erwarten. Vale fährt die Investitionen zurück, um Kosten zu sparen. Gleichzeitig reagiert das Unternehmen mit Produktionsausweitungen auf den Preiskampf, um Konkurrenten vom Markt zu drängen und die Umsätze zu stabilisieren.

Vale kämpft derzeit an vielen Fronten mit Problemen. Im November brach der Damm eines Klärbeckens in einem Eisenerz- Bergwerk im Süden Brasiliens, dass von BHP Billiton und Vale gemeinsam betrieben wird. Eine tödliche Schlammlawine begrub ganze Dörfer. Neben den nun zu erwartenden Strafzahlungen dürfte die Mine für unbestimmte Zeit still stehen.

Kein Argument für die Aktie

Es gibt derzeit viele Gründe, die den Aktienkurs von Vale belasten. Dazu gehören die fallenden Rohstoffpreise, die schwache brasilianische Währung und die unabsehbaren Folgen des Minenunglücks. Wir erwarten deshalb auf Sicht der kommenden 6 bis 12 Monate eine weit unterdurchschnittliche Kursentwicklung.

Die niedrigen Rohstoffpreise paaren sich bei Vale mit Währungsverlusten. Dies ist kein Unternehmen, in das man investieren sollte. Einer Dividendenrendite von 10,5% zum Trotz!

19. Januar 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.

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