10 Jahre Bitcoin: Rückblick und Ausblick

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Beim Start vor 10 Jahren kannte den Bitcoin kaum einer. Im vergangenen Jahr war die Kryptowährung in aller Munde. (Foto: Wit Olszewski / shutterstock.com)

Der Aktienmarkt in Deutschland war im Jahr 2018 bisher eine Enttäuschung. Doch nicht nur diese Anlageklasse muss im laufenden Jahr mit Kursverlusten leben. Auch die Kryptowährungen sind unter die Räder gekommen. Die bekannteste Kryptowährung feiert jetzt ein Jubiläum, daher nehme ich den Bitcoin heute für Sie hier im Schlussgong etwas genauer unter die Lupe.

Die Börsen-Zeitung schrieb vor wenigen Tagen anlässlich des 10-jährigen Jubiläums des Bitcoin, dass die Digitalwährung Bitcoin zu einem der großen wirtschaftlichen Phänomene unserer Zeit geworden sei.

Der Grundstein für den Bitcoin wurde vor 10 Jahren von einer Person gelegt, die unter dem Namen Satoshi Nakamoto ein Papier veröffentlichte, das die Prinzipien für autonomes digitales Geld beschrieb. Es war eine revolutionäre Idee: keine Kontrolle durch eine Zentralbank und keine nationalen Grenzen.

Für Sicherheit sollte stattdessen ein Mechanismus sorgen, der den Namen Blockchain trägt. Bei der Blockchain-Technologie werden vereinfacht gesagt alle Transaktionen nacheinander registriert. Wenn jemand versucht, die Kette von Datenblöcken zu verändern, fällt das sofort auf, weil es viele Kopien gibt.

Meine alte Heimat-Universität, die Westfälische Wilhelms-Universität in Münster, schreibt zum Thema Bitcoin: Bitcoin ist eine innovative Art, digitales Geld im Internet zu etablieren.

Der Duden definiert den Begriff Bitcoin in seiner Ausgabe „Das neue Wörterbuch für Szenesprachen“ folgendermaßen: „Eine Form von elektronischem Geld, das dezentral auf der Basis eines Computernetzwerks erzeugt wird. Es verbindet Eigenschaften von Bargeld mit solchen von internationalen elektronischen Überweisungen.“

Hohe Preisschwankungen

Zu Beginn des vergangenen Jahres kostete ein Bitcoin rund 1.000 US-Dollar. Im Dezember 2017 kostete ein Bitcoin kurzzeitig knapp 20.000 US-Dollar. Der Preis hatte sich also innerhalb von weniger als 12 Monaten fast verzwanzigfacht. Anders ausgedrückt: Der Preis legte um fast 1.900% zu.

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Der steile Preisanstieg führte dazu, dass sich immer mehr Spekulanten (ich schreibe bewusst nicht von Investoren) für Bitcoin interessierten und auf den Zug aufsprangen, in der Hoffnung, noch ein möglichst großes Stück vom Kuchen abzubekommen.

Ich habe im vergangenen Jahr mehrmals vor einer Blasenbildung gewarnt und so hoffentlich den einen oder anderen Schlussgong-Leser davor bewahrt, am Höhepunkt der Spekulationsblase noch einzusteigen. In der Folge rutschte der Bitcoin auf rund 6.000 US-Dollar ab. Wer im Dezember 2017 bei knapp 20.000 US-Dollar eingestiegen ist, sitzt aktuell auf einem Verlust von bis zu 70%.

Ich bleibe bei meiner Einschätzung: Es gibt bessere Währungs-Alternativen

Ich habe in den vergangenen Jahren mehrfach über Bitcoin und andere sogenannte Digitalwährungen geschrieben. Mein Fazit fiel immer gleich aus:

Ich halte die Grundidee, eine Währung zu schaffen, die völlig unabhängig von den Notenbanken ist, für grundsätzlich gut und interessant.

Doch waren mir die Risiken im Zusammenhang mit dem Bitcoin-Modell in der heißen Phase 2017 zu groß und diese Einschätzung hat sich nach einigen Skandalen und den extrem heftigen Kursschwankungen der vergangenen Monate nicht geändert.

Daher sollten Sie, wenn Sie beispielsweise den Euro kritisch betrachten (beispielsweise aufgrund des Haushaltsstreits zwischen Italien und dem Rest der EU), auf andere Währungs-Alternativen setzen. Konkrete Empfehlungen dazu finden Sie beispielsweise in meinem Börsendienst Depot-Optimierer.


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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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