1&1 Drillisch AG vor wichtigen Entscheidungen

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Die Aktie von 1&1 Drillisch zeigt sich enorm schwach. Ein Ausstieg aus der 5G-Auktion könnte die Trendwende einleiten. (Foto: IRINA SHI / shutterstock.com)

Die vergangenen Tage und Wochen sorgten für die Aktionäre von Telekommunikationstiteln in Deutschland aufgrund der Versteigerungen der neuen 5G-Frequenzen für viel Aufregung. Zwischenzeitlich war die Rede davon, dass die von Marktexperten anvisierten Beträge in der Größenordnung von 3-5 Mrd. Euro bei der 5G-Versteigerung nicht zusammenkommen – was für ein Aufatmen bei den Aktionären der Bieter sorgte.

Inzwischen wurde aber die Marke von 5 Mrd. Euro übertroffen – und ein Ende noch nicht in Sicht. Jetzt setzt das Zittern ein, ob auf die Bieter bzw. die „Gewinner“ im Erfolgsfall enorm hohe Investitionen zukommen, was beispielsweise eine Streichung der Dividende zur Folge haben könnte. In der heutigen Ausgabe stelle ich Ihnen die Papiere von 1&1 Drillisch näher vor.

Bemühungen um eigene Frequenz

Schon früh machte das Unternehmen darauf aufmerksam, sich um eine eigene Mobilfunkfrequenz zu bemühen. Und daran hat sich bis jetzt – trotz der immer teuer werdenden Gebote nichts geändert. Unternehmensangaben zufolge will der Konzern auch außerhalb von Ballungszentren ein Mobilfunknetz anbieten. “Wir haben das Ziel, ein bundesweites Netz zu bauen”, so United-Internet-Chef Ralph Dommermuth. Dabei fungiert die Unternehmenstochter 1&1 Drillisch als „Neuling“ im Rennen um die 5G-Frequenzen.

Unternehmensportrait

Die 1&1 Drillisch AG ist eine börsennotierte AG und einer der großen netzunabhängigen Telekommunikationsanbieter in Deutschland. Der Konzern bietet seinen Kunden ein umfassendes Portfolio an Dienstleistungen und Produkten aus den Bereichen Breitband und Mobilfunk. Das Unternehmen gehört zu mehr als 70% der United Internet AG. Lediglich knapp 16% der Aktien befinden sich im Umlauf.

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Aktie im Abwärtstrend

Den Anlegern gefallen die Bemühungen um die eigene 5G-Frequenz jedoch überhaupt nicht: In den vergangenen Wochen hatten die Anteilseigner der 1&1 Drillisch AG nur wenig Grund zur Freude: Mit Kursen von rund 30 Euro wurden zu Beginn des Monats Tiefststände markiert. Auf längere Sicht sieht es nicht besser aus: Seit dem Hoch Anfang 2018 hat sich der Aktienkurs halbiert.

Wie geht es weiter mit 5G?

Insgesamt gibt es derzeit 2 mögliche Alternativen: Die Auktion setzt sich – mit weiter steigenden Geboten – auch für die 1&1 Drillisch weiter fort. Das würde die Gewinne des Unternehmens – im Falle des Zuschlags kurzfristig deutlich schmälern, die Dividende würde wahrscheinlich zusammengestrichen werden und noch mehr Anteilseigner dürften sich dem Papier abwenden.

2. Möglichkeit: 1&1 Drillisch steigt aus der Auktion aus: Dafür spricht, dass immer wieder betont wurde, nicht um jeden Preis über eine eigene Mobilfunkfrequenz zu kämpfen. Ein Aufatmen wäre die Folge, die Konkurrenz müsste – nicht zuletzt wegen des Hochtreibens des Preises durch die 1&1 Drillisch AG zudem mehr bezahlen, was die Aktie noch attraktiver – im Vergleich zu den Mitbewerbern – macht. In diesem Fall ist von deutlich steigenden Kursen auszugehen.

Anlegern rate ich bis zu einer Entscheidung, erst einmal die „Füße still zu halten“. Im Falle eines Ausstiegs aus der 5G-Auktion verpassen Sie zwar dann die Anfangsgewinne, aber diesen werden aller Voraussicht nach weitere Gewinne folgen. Auf jeden Fall ist das Abwarten der Entscheidung aus meiner Sicht mit einem wesentlich besseren Chance/Risiko-Verhältnis für Sie verbunden.


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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.

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