184% Übernahme-Aufschlag: Nächste Hammer-Prämie im Biotechsektor

Merck zahlt für Viralytics-Aktien 184% Übernahme-Prämie. Wer geduldig blieb, hat aus einem Verlust über Nacht einen Gewinn gemacht. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

Biotech-Investoren hatten es im Zuge der scharfen Marktkorrektur nicht leicht. Über 10% fiel der iShares Biotech-ETF vom 29. Januar bis zum 8. Februar zurück. Besonders kleine und mittelgroße Biotech-Unternehmen kamen spürbar unter Druck.

Inzwischen hat sich die Branche wieder ein wenig erholt, doch gegenüber Ende Januar bleibt noch ein Minus von 5%. Der Biotechsektor gilt zwar nach wie vor als äußerst chancenreich, doch müssen Biotech-Investitionen größere Schwankungen aushalten können und auch das Verlustrisiko im Auge behalten.

Biotech-Investitionen: High Risk – High Reward

Wenn bei einem kleinen Biotech-Unternehmen der Forschungserfolg ausbleibt, dann kann es schnell weit nach unten gehen. Doch umgekehrt gilt auch: Erringt das Unternehmen einen Erfolg in der Forschung oder erhält die Marktzulassung für ein Medikament, dann kann es auch in einer schwachen Marktphase schnell wieder nach oben gehen.

Zweistellige Kurssprünge kleiner und mittelgroßer Biotech-Unternehmen sind dann nicht die Ausnahme, sondern die Regel. Zudem haben Forschungserfolge und Marktzulassungen noch einen anderen sehr positiven Effekt: Sie steigern die Wahrscheinlichkeit, dass das Unternehmen übernommen wird, gewaltig.

Forschungserfolge machen aus Biotech-Unternehmen schnell attraktive Übernahme-Kandidaten

Pharma-Riesen sind stets auf der Jagd nach neuen Medikamenten. Sie sind während des Patentschutzes gut kalkulierbare und sichere Umsatzbringer. Bis der Patentschutz wegfällt und die Stunde der Generika-Hersteller beginnt, wurden dann schon Milliarden gescheffelt.

Damit nach dem Ende des Patentschutzes kein Umsatz wegbricht, brauchen Pharma-Konzerne jedoch wieder neue Medikamente. Einige entwickeln sie selbst, andere werden in Kooperation mit Biotech-Unternehmen entwickelt.

Die Auslagerung ist sinnvoll, denn die Erforschung neuer Medikamente ist kostspielig und riskant. Kommt es zu einem Fehlschlag, ist das investierte Geld futsch. Bei einer Kooperation ist das finanzielle Risiko also geringer und erzielt der Kooperationspartner einen Erfolg, sitzt man bereits mit im Boot und kann gleich das ganze Unternehmen kaufen.

Aktionäre des Biotech-Übernahme-Kandidaten erhalten dann einen satten Aufschlag auf den Aktienkurs.

Juno und Viralytics: Ausdauer der Investoren wird belohnt

Ein gutes Beispiel für den „klassischen“ Verlauf einer Biotech-Übernahme lieferte zuletzt Celgene. Im Januar hat sich der Pharma-Konzern den Kooperationspartner Juno Therapeutics geschnappt, wenige Wochen nachdem das Biotech-Unternehmen starke Forschungsdaten vorgelegt hatte.

Celgene zahlte 90% Prämie auf den Juno-Aktienkurs. Juno-Papiere gerieten Anfang Dezember deutlich unter Druck, doch wer die Nerven behielt, konnte dank der Übernahme einen hohen Gewinn erzielen.

Ebenfalls den klassischen Verlauf zeigt die heute bekannt gegebene Übernahme von Viralytics durch den US-Pharma-Konzern Merck. Die beiden Unternehmen prüfen seit Ende 2015 eine Kombinationstherapie zur Krebsbehandlung.

Die Wirksamkeit von Mercks Keytruda zusammen mit Viralytics Cavatak wird untersucht und hat im frühen Forschungsstadium (klinischen Phase 1b) eine hohe Anspruchsrate von 61% (OR) gezeigt.

Für Merck offenbar genug, um sich direkt das ganze Unternehmen zu sichern. Dabei wird wieder einmal eine sehr hohe Prämie geboten: 184% Aufschlag auf den Viralytics-Schlusskurs von gestern bietet Merck.

Wie bei Juno zeigte sich auch hier, dass die Investoren starke Nerven brauchten, um in den Genuss des Übernahme-Gewinns zu kommen. Der Viralytics-Aktienkurs fiel auf Jahressicht um 37% zurück.

Biotech-Aktienkursentwicklung schwer „lesbar“

Wenn auch Sie Biotech-Übernahme-Kandidaten im Depot haben, die im Zuge der Marktkorrektur an Wert verloren haben, kann es sich für Sie auszahlen, geduldig zu bleiben. Denn kommt es zu einem Forschungserfolg, einer Medikamentenzulassung oder zu einer Übernahme, kann aus dem Buchverlust über Nacht ein Gewinn werden.

Wenn Sie allerdings befürchten, dass ein Kursrückgang einen Forschungsmisserfolg ankündigt, sollten Sie schnell das Weite suchen. Denn dann geht es oft noch tiefer als man glauben möchte.

Behalten Sie also im Auge was beim Biotech-Unternehmen passiert (Forschungsdaten, Kooperationen) und achten Sie nicht nur auf die Kursentwicklung. Börsenpreis und Unternehmenswert von Biotech-Gesellschaften können sehr weit auseinander liegen – Juno und Viralytics liefern da den Beweis.


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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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