2 DAX-Aktien – 2 völlig unterschiedliche Entwicklungen

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Mein Beispiel zweier DAX-Aktien zeigt Ihnen, wie Sie mittels Charttechnik Ihre Performance signifikant verbessern können! (Foto: Ivan Kurmyshov / Shutterstock.com)

Wenn Sie zu Jahresanfang in die beiden DAX-Unternehmen SAP und Daimler investiert hatten, könnte die Diskrepanz nicht unterschiedlicher sein:

Während die Aktie des Software-Entwicklers im 1. Halbjahr einen Wertzuwachs von +41% erfuhr, mussten sich die Aktionäre des Autoherstellers mit einem schmalen Plus von +6% zufrieden geben.

Was waren aus charttechnischer Sicht die Gründe? Ließ sich im Vorfeld erkennen, ob die SAP-Aktie die Nase vorn haben würde? Und wie sind die beiden DAX-Werte aktuell charttechnisch einzuschätzen?

SAP- und Daimler-Kurs: Seit Mitte April asynchron

Schauen wir uns zunächst einmal an, wie sich die Kursentwicklung in einem Chartvergleich darstellt:

SAP vs. Daimler: Höchst unterschiedliche Entwicklung im 1. Halbjahr  

Ich habe hier den abgebildeten Zeitraum bewusst etwas weiter aufgezogen: So lässt sich nämlich prima erkennen, dass beide Aktien bis Mitte April 2019 nahezu synchron liefen.

Bis zu ihrem Jahreshoch legte die Daimler-Aktie fast +30% zu. Zum selben Zeitpunkt hatte die SAP-Aktie mit nicht ganz +16% sogar noch klar das Nachsehen.

Das „Big Money“ weist Ihnen den Weg

In der folgenden Grafik sind beide Aktien in einem eigenen Chartfenster abgebildet. Zusätzlich wurde das On-Balance-Volumen (OBV) eingeblendet.

Dieser Indikator verknüpft bekanntlich die börsentäglichen Kursänderungen mit den dazugehörigen Umsätzen. Dadurch wird Ihnen das Verhalten der Großinvestoren offenbart.

Ein steigendes OBV signalisiert Ihnen Käufe, ein fallender Indikator Verkäufe seitens des „Big Money“:

SAP vs. Daimler: Großinvestoren wiesen Ihnen den Weg

Es ist schön zu erkennen, wie der Aufwärtstrend des Daimler-OBV im Mai plötzlich nach unten wegknickte. Bei SAP kam es zwar auch zu einem Verlassen des Aufwärtstrends: Allerdings bewegte sich der Großinvestoren-Indikator hier unter sehr geringen Ausschlägen zunächst seitwärts.

Einen zusätzlichen Aufschluss lieferten Ihnen die Aufwärts-Kurslücken bei beiden Aktien: Die von SAP war im Gegensatz zu der von Daimler riesig.

Aufwärts-Kurslücken signalisieren Ihnen eine, nicht selten dramatische,  Änderung in der Angebots-Nachfrage-Relation: An diesem Punkt verkaufen unerfahrene Anleger sehr gerne aus Angst, den aufgelaufenen Gewinn wieder einzubüßen.

Tatsächlich, das bestätigen diese Beispiele einmal mehr, sind Aufwärts-Kurslücken ein Signal, dass Sie aufgrund des Großinvestoren-Einstiegs noch weitere Kurszuwächse erwarten dürfen. Dabei gilt: Je größer das entstandene Loch, umso höher Ihr Gewinnpotenzial.

Charttechnik signalisierte Ihnen Gewinnmitnahmen

Blicken wir nun zum Abschluss auf die aktuelle Kursentwicklung:

SAP vs. Daimler: Verkaufssignale rieten Ihnen zu Gewinnmitnahmen

Im Mai – nur kurz nach dem Verkaufssignal des OBV – generierte die Daimler-Aktie eine gewaltige Abwärts-Kurslücke: Damit kündigten sich weitere Kursverluste an.

Die SAP-Aktie bildete Mitte Juli eine ebenfalls riesige Abwärts-Kurslücke aus, die überdies vom Verlassen der Seitwärts-Bewegung im OBV bestätigt wurde. Nach der jüngsten Erholung dürfen Sie hier nun mit einer Fortsetzung der Abwärtsbewegung rechnen.

Bei Daimler wird es darauf ankommen, ob die Abwärts-Kurslücke wieder geschlossen werden kann (Kurs oberhalb der Lücke). Zusammen mit einem Ausbruch aus der Seitwärts-Bewegung im On-Balance-Volumen wäre das als Kaufsignal zu werten.

Fazit

Die höchst unterschiedliche Entwicklung von SAP und Daimler in den ersten 6 Monaten des laufenden Börsenjahres musste sich so nicht zwangsläufig in Ihrem Depot niederschlagen.

Es gab diverse Hinweise der Charttechnik, sich frühzeitig aus der Daimler-Aktie zu verabschieden und noch einen feinen Anteil des aufgelaufenen Kursgewinnes sicherzustellen.

Bei SAP folgten ähnliche Signale – wenngleich auch erst 2 Monate später. Auch hier riet Ihnen die Charttechnik zur Gewinnmitnahme.

Derzeit sind beide DAX-Aktien kein Investment. Immerhin könnten sich bei der Daimler-Aktie in den kommenden Wochen Kaufsignale ergeben.

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Andreas Sommer
Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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