2 Prozent im Plus: Aktienmärkte drehen schon vor US-Wahl nach oben

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Ich habe Ihnen heute den Chart des DAX mitgebracht von der letzten Wahl. Damals endeten die Kurse danach erheblich im Plus. (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Das war überfällig! Die Gegenbewegung nach dem Abverkauf der letzten Tage ist da! Der DAX steht knapp 500 Punkte höher als letzte Woche im Tief. Auch die USA sehen freundlicher aus. Der Dow Jones ist gut 1 Prozent im Plus, der S&P 500 ebenso. Nach dem erheblichen Rutsch nach unten, müsste jetzt laut Statistik übrigens Biden gewinnen. Trump hätte bessere Chancen, wenn der Aktienmarkt nahe Allzeithochs stünde. So viel zur Theorie.

DAX im 4-Stundenchart

Wir nähern uns wieder den bekannten Abwärtskanälen. Bei der unteren gelben oder roten Linie, könnten die Kurse wieder nach unten drehen. Aber morgen gelten wohl andere Regeln.

Am Freitag hatte ich Ihnen hier geschrieben, dass wir am 38er Fibonacci-Retracement wieder nach oben drehen können. Das hat der DAX jetzt eindrucksvoll gemacht. Nach dem mehrfachen Boden im Bereich der 11.455 ging bereits Freitagabend nach Handelsschluss hoch. Heute früh dann noch einmal minimal zurück und dann zogen die Kurse durch bis über 11.800 Punkte! Das Tageshoch liegt bei rund 11.840 Punkten. Letzte Woche lagen wir außerbörslich schon bei 11.300! Das ist also ganz eindeutig eine starke Gegenbewegung.

Wie reagiert die Börse auf die US-Wahl morgen?

Ich habe Ihnen heute den Chart des DAX mitgebracht von der letzten Wahl. Diese fand am 8. November 2016 statt. Damals machten die Kurse am Tag danach eine gewaltige Strecke, endeten aber erheblich im Plus. Ich habe für Sie den Tag nach der Wahl im Chart markiert.

Wie Sie sehen, ging es auch schon am Tag zuvor etwas nach oben. Und wenige Tage davor gab es einige rote Tageskerzen. Wir haben einen ähnlichen Verlauf aktuell. Es ging in der letzten Woche im Xetra-Chart rund 1.000 Punkte nach unten. Vor vier Jahren verlor der DAX rund 500 Punkte auf etwas niedrigerem Niveau.

Wir müssen für die kommenden Tage also mit hohen Schwankungen rechnen, wenn wir uns die Tageskerze im DAX vom Tag nach der Wahl anschauen. Wir haben dazu aktuell den Sonderfall, dass wir nach der US-Wahl noch nicht wissen, wer wirklich gewonnen hat. Die Briefwahl ist der Grund. Es werden laut Beschluss noch Tage und manchmal sogar (2-3) Wochen nach der Wahl noch Stimmzettel ausgewertet, die per Post abgegeben wurden.

So modern ist das System in den USA. Es gibt einen NASDAQ mit Unternehmen im Technologiesektor, die wertvoller sind als das BIP mancher Länder. Und gleichzeitig ist die große Nation nicht in der Lage ihr Wahlsystem so umzugestalten, dass die Wähler tatsächlich ohne Probleme ihre Stimme abgegeben können. Manche stehen mehrere Stunden in der Schlange, um am Wahltag ihre Bürgerpflicht zu erfüllen. Andere wählen erst gar nicht, weil es kein Feiertag ist und sie arbeiten müssen. Dass einfach an einem Sonntag gewählt wird, wie bei uns oder die Leute frei bekommen, um wählen zu können, ist offenbar zu komplex in der Umsetzung.

Nichtsdestotrotz, die meisten rechnen damit, dass die Wahl von dem eventuellen Verlierer angefochten wird. Ob wir schon Mitte November wissen, wer der neue US-Präsident wird, ist ungewiss. Zivile Unruhen sind wohl ebenfalls einzuplanen. Geplündert wird inzwischen sowieso regelmäßig. Das gehört schon zum Alltag.

Die gute Nachricht: Wir haben morgen ein Thema, das mehr im Fokus stehen wird als Corona. Nur für den Fall, dass Sie einmal etwas Abwechslung in Ihren Nachrichten haben möchten. Sollte dann in ein paar Wochen feststehen, ob Trump im Amt bleibt, können wir uns wieder voll dem Corona-Winter widmen.

Ob die Börse nach der Entscheidung der US-Wahl ebenfalls so anspringen werden, wie damals nach dem Sieg von Trump, müssen wir abwarten. Potential nach oben ist definitiv vorhanden. Die Jahreshochs sollten schon das Ziel sein, wenn wir eine Rallye nach der US-Wahl und zum Jahresende erleben wollen.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

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