2 Überraschungen, die für eine Jahresendrally sprechen

12.500 Punkte im DAX noch im Jahr 2013 wären für unseren Börsenexperten Rainer Heißmann keine Überraschung. (Foto: gopixa / Shutterstock.com)

Fällt morgen den Startschuss zur Jahresendrally? Gut möglich, dass ich Ihnen die Frage bald mit „ja“ beantworten kann. Letztlich sehen Sie das aber erst rückwirkend.

Es gibt 2 überraschende Gründe, die für eine Jahresendrally sprechen. Die beiden Gründe nenne ich Ihnen aus gegebenem Anlass erst am Ende dieses Kommentars.

Krisen ohne Ende

Krim? War da mal was? Ukraine – aus den Schlagzeilen verschwunden. Griechenland – kein schlagzeilenträchtiges Thema mehr. VW – die Aktie fällt, der DAX steigt trotzdem.

Oder: Sagt Ihnen Fiskalklippe noch etwas? Der seinerzeit ungelöste Haushaltstreit in den USA hat die Medien vor rund 2 Jahren beschäftigt

Und vor einem Jahr war die seit Jahren präsente Schuldenproblematik ein aktuelles Thema, damals schlug auch die Ukraine hohe Wellen und der Ebola-Virus sorgte für Live-News-Ticker im Internet.

An jede dieser Krisen werden Sie sich vermutlich erinnern. Aber die zeitliche Einordnung fällt (Ihnen) möglicherweise schwer. Mir ging es jedenfalls so. Ich habe deshalb nachgeschlagen, welche Krisen vor rund 1 beziehungsweise 2 Jahren auch die börslichen Schlagzeilen beherrschten.

Aktuelle Krisen

Aktuell sind es unter anderem die nicht zufriedenstellenden US-Konjunkturdaten, das als zu niedrig bewertete Wachstum in China sowie der VW-Skandal, was Ihnen vielfach als Belastungsfaktor für die Märkte genannt wird.

Morgen kann es den Startschuss zur Jahresendrally geben

Trotz all der Krisen aus 2013, 2014 und 2015 sehen Sie den DAX 30 Index unverändert weit über seinem früheren jahrelang bestehenden Allzeithoch. Das gilt unabhängig davon, ob der DAX 30 Index mit knapp 10.000 Punkten oder nicht allzu weit über 9.000 Punkten notiert.

Liquidität ist stärker als Krisen

Es wäre logisch zu begründen, wenn die Aktien-Indizes abwärts liefen. Allein – die Börse verhält sich nicht logisch. Seit längerer Zeit nenne ich Ihnen regelmäßig die drei immer gleichen Kurstreiber für Aktien:

  1. Liquidität
  2. mehr Liquidität und
  3. nochmals Liquidität

Ständig neu in den Markt gepumpte Liquidität treibt die Aktien-Indizes aufwärts. Das ist stärker als all die logischen Argumente, die eigentlich für Kursrücksetzer sprechen würden. Aktuell wird über eine erneute Verschiebung der Zinswende in den USA diskutiert. Damit wird die Liquidität gegebenenfalls weiter in die Aktienmärkte gelenkt.

DAX 30 Index: Die Jahresendrally kann jederzeit starten

Die aktuelle Lage ist mit den Ausgangslagen der beiden vorherigen Jahre vergleichbar. Auch da gab es Krisen-Szenarien (wann gab und gibt es die nicht?). Auch da liefen die Kurse lange seitwärts. Auch 2013 und 2014 kam der DAX nicht nachhaltig über sein vorheriges Allzeithoch. So wie jetzt, wo er rund 20% darunter notiert.

Dann startete die Berichtssaison mit den Quartalszahlen der Aktiengesellschaften und der DAX startete in 2013 und 2014 parallel dazu jeweils seine Jahresendrally.

Der Startschuss zur Jahresendrally könnte auch jetzt wieder mit dem Start der Berichtssaison fallen. Die Berichtssaison beginnt morgen. Dann eröffnet der US-Stahlriese Alcoa traditionell den Reigen.

Es besteht Potenzial für positive Überraschungen. Das gilt vor allem für den Ausblick, den die US-Unternehmen geben. Gut möglich, dass der DAX dann erneut deutlich über die 10.000-Punkte-Marke klettert und weiter nach oben läuft. Ich sehe durchaus Potenzial, dass der DAX noch in 2015 ein neues Allzeithoch ansteuert.

2 Überraschungen, die für Jahresendrally sprechen

Das Geständnis: Ich habe kopiert. Nein, nicht so wie möglicherweise Frau von der Leyen, Herr zu Guttenberg oder Frau Schavan etc. Nein, ich habe bei mir kopiert. Und zwar vom 07.10.2013 und 07.10.2014. Einige Sätze sind wörtlich per copy&paste eingefügt. Und das durfte ich Ihnen am Anfang nicht sagen, dann hätten Sie „die ollen Kamellen“ vielleicht nicht weiter gelesen.

Aber „Hand aufs Herz“ haben Sie es gemerkt? Haben Sie gedacht, das ist nicht tagesaktuell? Kann eigentlich nicht sein. Denn es ist tagesaktuell. Die Ausgangslage vom dem Schlussquartal dieses Jahres ist voller Krisen, so wie 2013 und 2014. In beiden Jahren habe ich eine Jahresendrally prognostiziert und diese unter anderem mit der Liquidität begründet.

Beide Jahre hatte ich Recht. In 2014 schoss der DAX kurz nach meinem Kommentar sogar um rund 40% nach oben.

Und so prognostiziere ich auch heute die Jahresendrally und ich werde darauf zurückkommen. Vielleicht am 07.10.2016, wenn neue Krisen die vermeintliche Bremse bedeuten.

Bis dahin möchte ich im Optionen-Profi aber noch rund 30 Gewinne zu je +100% erzielen. Ich bin optimistisch, dass es gelingt.

Zum guten Schluss: Heute vor 99 Jahren, also am 07.10.1916, kam der amerikanische Ökonom Walt Whitman Rostow zur Welt. Er sagte:

„Krisen meistert man am besten, indem man ihnen zuvorkommt.“

So schlicht, so gut – und doch, bis heute gelingt es nicht. Das zeigen die im Kommentar nur ansatzweise aufgezeigten Krisen. Es ist wohl eine Unmöglichkeit. Also gilt es vorbereitet zu sein.

Ein „gesunder Anteil“ Put-Optionen im Depot sorgt dafür, dass in Ihrem Depot keine Krise entsteht. Ich wünsche Ihnen ein krisensicheres Depot.

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Von: Rainer Heißmann. Über den Autor

Rainer Heißmann ist Autor für Wirtschafts- und Börsenfachpublikationen und Chefredakteur vom "Optionen-Profi". Außerdem ist er Autor des Buchs "Reich mit Optionen". Seine größte Stärke: Komplexe Sachverhalte so zu erklären, dass sie auch dem Nicht-Fachmann verständlich und nachvollziehbar werden.