20 Jahre Viagra: Der zufällige Blockbuster

Die kleine „blaue Pille“ löste im Pfizer-Kurs schon weit früher eine „Dauer-Aufrichtung“ aus. (Foto: Zadorozhnyi Viktor / Shutterstock.com)

Unglaublich, aber wahr: Die kleine „blaue Pille“ wird heute 20 Jahre alt!

Seit dem 27. März 1998 vermarktet der Pharma-Konzern Pfizer sein Potenzmittel Viagra. In den 3 nachfolgenden Monaten wurde die kleine „blaue Pille“ sage und schreibe 2,9 Millionen mal verschrieben.

Seit jener Zeit ist Viagra ein Blockbuster für Pfizer geblieben: So werden Medikamente bezeichnet, die im Verkauf einen jährlichen Umsatz von mehr als 1 Mrd. USD erzielen.

Der Aktienkurs von Pfizer schnellte indes schon einige Jahre zuvor steil in die Höhe. Das hat mit der Entwicklungsgeschichte des Präparats zu tun.

Kommissar Zufall sorgt für Glücksmomente

Eigentlich forschte Pfizer Mitte der 1980er-Jahre nach einem Medikament, mit dem Herzversagen und Hypertonie, also hoher Blutdruck, therapiert werden könnte.

Unter den Hunderten getesteter Wirkstoffe erwies sich einer als besonders vielversprechend: Er erhielt die Bezeichnung UK-92,480.

Dieser Wirkstoff, später bekannt geworden als Sildenafil und heute als Viagra, erschien geeignet, Angina Pectoris (übersetzt: Herzenge) therapieren zu können: Ein Schmerz, der durch eine Durchblutungsstörung des Herzens, meist aufgrund einer koronaren Herzerkrankung, ausgelöst wird.

Erste klinische Tests an gesunden Probanten erbrachten jedoch völlig unerwartete Erkenntnisse: Die männlichen Testpersonen berichteten nämlich so ganz nebenbei, sie hätten nach der Einnahme des Wirkstoffs häufiger Erektionen gehabt.

Nach den klinischen Tests ging alles sehr schnell

Ab 1991 erforschte Pfizer das Präparat daher in einer völlig anderen Richtung: Nämlich als mögliches Mittel, um Erektionsstörungen zu behandeln.

Von 1993 bis 1996 erfolgten dann gezielte (und blinde) klinische Tests in dieser Richtung: Bei blinden Tests wissen weder der verschreibende Arzt, noch der Patient, ob das echte Präparat oder lediglich ein Placebo verabreicht wird.

Die klinischen Tests waren derart erfolgreich, dass Viagra von der US-Gesundheitsbehörde die Zulassung bereits nach 6 Monaten erhielt: Üblich sind 12 Monate.

Ab dem 27. März 1998 war Viagra dann offiziell erhältlich.

Dauer-Aufrichtung des Pfizer-Kurses dank Viagra

Der Aktienkurs von Pfizer erhielt schon weit früher einen „Dauerständer“, wie der Volksmund die Wirkung der kleinen „blauen Pille“ auch bezeichnet.

Schauen wir dazu einmal auf einen Chart aus den 1990er-Jahren:

Viagra machte Pfizer in den 1990er-Jahren zu einem Mega-Kursgewinner

Nimmt man den Schlusskurs des Jahres 1990 von 3,36 USD als Ausgangsbasis der Erfolgsgeschichte, dann hat Viagra – neben den anderen erfolgreichen Pfizer-Präparaten – erheblich zum Aufstieg des Aktienkurses beigetragen:

Im April 1999 wurde mit 50,04 USD der Endpunkt dieses phänomenalen Aufwärtstrends erreicht. Es soll männliche Investoren gegeben haben, die schon von einem Bruchteil dieses Wertzuwachses von +1.389% eine Erektion bekommen haben …

Pfizer-Aktie heute

Vom Glanz jener 1990er-Jahre ist den Pfizer-Aktionären nicht viel geblieben: Das zeigt uns der nachfolgende Monats-Chart:

Pfizer heute: Vom Glanz der 1990er-Jahre ist nichts geblieben

Das 1999 markierte Rekordhoch ist bis zum heutigen Tage unerreicht geblieben. Eine Entwicklung, die Sie bei „ge-hypten“ Aktien sehr häufig erleben.

Fazit

Seit nunmehr 20 Jahren hilft Viagra Männern, die unter Erektionsstörungen leiden. In vielen Ländern ist das Medikament bis heute verschreibungspflichtig, da es auch durchaus ernst zu nehmende Nebenwirkungen haben kann.

Die kleine „blaue Pille“ war aber nicht nur ein Erfolg für Pfizer, sondern hat auch der Welt geholfen, ein Problem zu beseitigen, das zu jener Zeit noch weitgehend als „Tabu-Thema“ galt.

Vom Glanz des Aktien-Hypes der 1990er-Jahre ist indes nichts mehr geblieben: Mit aktuell 35,04 USD notiert die Pfizer-Aktie exakt 15,00 USD bzw. -43% unter ihrem Allzeithoch aus dem Jahr 1999.


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Von: Andreas Sommer. Über den Autor

Andreas Sommer ist ein absoluter Börsen-Profi. Der gelernte Bankkaufmann war 10 Jahre als Wertpapierberater bei einer großen deutschen Bank tätig.

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