Allianz schielt auf australische QBE: 20-Mrd.-Dollar-Deal im Anmarsch?

Die Handelswoche beginnt wenig erfreulich: Sorgen über zunehmenden Protektionismus der USA lassen die Kurse rund um den Globus purzeln.

Donald Trump, neuer Präsident des „Land of the Free“ lässt keine Zweifel daran, dass die Worte im Wahlkampf keine hohlen Phrasen waren.

1 Woche nach seinem Amtsantritt ist nicht mehr jeder willkommen in den USA.

Pauschale Segregation nach Herkunftsland sorgt für Kopfschütteln unter den Unternehmens-Bossen, die sich fragen: Wo soll das noch hinführen?

Steigende Unsicherheit führt stets zu Investitions-Zurückhaltung, sodass die heutigen Kursverluste schnell erklärt sind:

Der Mann, der vor wenigen Tagen noch den Sprung im Dow Jones über die 20.000-Punkte-Marke für sich verbuchte, ist mit seinem Abschottungskurs heute für den Fall darunter verantwortlich.

Handels-Barrieren und geringe Visibilität könnten Übernahme-Geschäft belasten

Protektionismus und Unsicherheit über die kommende US-Wirtschafts-Politik sind auch Gift für das Übernahme-Geschäft.

Verzögert kann es zu einem Rückgang von Übernahme-Aktivität und Übernahme-Volumen kommen.

Bislang ist der Übernahme-Markt allerdings – wie auch der Aktienmarkt – sehr robust  und auch deutsche Konzerne drehen am Übernahme-Rad.

Während viele schon einen Milliarden-Deal hinter sich haben, ist der DAX-Konzern Allianz noch auf der Suche nach dem passenden Ziel.

Medien-Berichte: Allianz könnte in Australien zukaufen

In Australien könnte die Versicherungs-Gesellschaft jetzt fündig geworden sein.

Medien-Berichten zufolge gab es informelle Gespräche zwischen dem Allianz-Chef Oliver Bäte und John Neal, Chef des australischen Versicherers QBE.

Dabei soll sogar bereits ein Preis von 15 Austral-Dollar je Aktie (AUD) gefallen sein, was auf Basis des heutigen Aktienkurses von 12,35 AUD einer Prämie von gut 20% entsprechen würde.

Die QBE würde dann mit rund 20 Mrd. Dollar bewertet.

Aktie des Übernahme-Kandidaten gibt frühe Gewinne wieder ab

Plausibel sind die Gerüchte in jedem Fall.

Der Allianz-Chef hat einen größeren Zukauf bereits in Aussicht gestellt und eine Übernahme in “Down Under“ wäre nicht unattraktiv.

Ob eine QBE-Übernahme allerdings eine sehr wahrscheinliche Variante oder nur eine mögliche Variante ist, steht auf einem anderen Blatt.

Offizielle Gespräche gibt es mit der Allianz jedenfalls noch nicht, teilte die QBE heute mit.

Gerüchteweise soll der Übernahme-Kandidat wenig begeistert von den Avancen aus Deutschland sein und sich von Goldman Sachs beraten lassen.

Der Markt hat noch seine Zweifel, was aus den Gerüchten werden könnte.

Nach anfänglichem Kursanstieg von mehr als 5% muss die QBE-Aktie im weiteren Handelsverlauf die Gewinne wieder abgeben.

Wenn davon ausgegangen wird, dass der erste genannte Angebotspreis von 15 Dollar je QBE-Aktie nur der Testballon ist, bleibt die Lücke zwischen Übernahme-Preis und Börsenkurs gewaltig.

Immerhin: Die Aktie kann sich gegen einen deutlich schwächeren Gesamtmarkt im Plus halten.

Übernahme-Ankündigung rückt näher

In der Vorwoche kursierten Gerüchte, dass die Allianz auch an einem Deal zwischen der italienischen Intesa und Generali beteiligt sein könnte.

Nicht selten kommt es nach dem Aufkommen von Gerüchten, die in verschiedene Richtungen gehen, dann wirklich zu einem Deal.

Es ist also auch in diesem Fall gut möglich, dass die Allianz schon bald einen Zukauf präsentiert. Das kann dann auch ein dritter Übernahme-Kandidat sein.

Um die wirklichen Pläne zu verbergen, könnten bewusst Generali- und QBE-Gerüchte gestreut worden sein bzw. tatsächlich stattgefundene Gespräche an die Öffentlichkeit gegeben worden sein.

Wir bleiben, wie gewohnt, für Sie am Ball.

30. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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