2017: Schwaches Wachstum in Deutschland wahrscheinlich

Das Jahresende rückt näher und damit erscheinen fast täglich neue Prognosen zur wirtschaftlichen Entwicklung 2017. Dabei tauchen auch regelmäßig eher kritische Prognosen auf.

So hat heute das Hamburgische Welt Wirtschafts Institut (HWWI) seine Prognose der Wirtschafts-Entwicklung in Deutschland aktualisiert und angesichts der vielfältigen politischen Unwägbarkeiten für 2017 gesenkt.

Die Konjunktur-Experten machen gleich verschiedene Risikofaktoren für diesen eher gedämpften Ausblick zur deutschen Wirtschafts-Entwicklung verantwortlich.

So heißt es vom HWWI:

„BrExit, Regierungswechsel in den USA, Italien-Referendum, in 2017 anstehende Wahlen in den EU- und Euro-Kernländern Frankreich und Deutschland, all das überschattet die wirtschaftliche Entwicklung. Für kommendes Jahr wird nun ein Wirtschafts-Wachstum von 1,1 % erwartet. 2018 dürfte es bei wieder stärkerer Konjunktur-Dynamik bei 1,6 % liegen.“

Politische Ereignisse werden Finanzmärkte belasten – die Frage ist nur, wie stark

Entscheidend für die weitere Entwicklung ist tatsächlich die Unsicherheit – besonders im Hinblick auf den politischen Einfluss.

Diese Einflüsse werden sich laut HWWI „großteils erst im Laufe von 2017 tatsächlich zeigen“. Grundsätzlich machen die Experten aber eine tendenzielle Verschlechterung der ökonomischen Rahmenbedingungen aus.

Diese schwächere Lage zeigt sich schon jetzt an der deutlichen Abwertung des Euros in den vergangenen Monaten.

Der Ausblick des HWWI geht aber über Deutschland hinaus. Auch auf globaler Ebene erwarten die Experten hier nur ein mäßiges Wachstum vor dem Hintergrund der „vielfältigen globalen Unsicherheiten.“

Das wird auch ganz konkrete Folgen für die deutsche Wirtschaft haben:

„Die Beschäftigung wird nur noch wenig zunehmen, die Arbeitslosigkeit wird kaum weiter zurückgehen. Die Stabilisierung der Öl- und anderer Rohstoffpreise sowie die abwertungsbedingte Erhöhung der Importpreise lassen die Inflationsrate der Verbraucherpreise im Jahresverlauf von 2017 in Richtung 2% anziehen.“

2018 werden noch viele Fragen ungeklärt sein

Sehr spannend ist auch der Blick auf 2018. Hier verweist das HWWI darauf, dass „nach wie vor offen ist, wie der BrExit vollzogen werden soll“.

Und inwieweit in den USA Wahlankündigungen in reale Politik umgesetzt werden, ist ebenfalls offen. Auch könnten die „Nachwirkungen“ des Italien-Referendums die Euro-Krise neu beleben.

Eine Verstärkung protektionistischer Tendenzen könnte zudem die Stabilisierung des nachlassenden Wirtschafts-Wachstums in China gefährden.

Nicht zuletzt besteht das Risiko, dass eine zu schnelle und deutlicher als erwartete Zinswende in den USA die Finanzmärkte destabilisiert und viele Entwicklungs- und Schwellenländer zusätzlich in neue Schwierigkeiten bringt.

Das Fazit bringt die Herausforderungen klar auf den Punkt: „Die Risiken sind also vielfältig und die Politik ist gefordert“. Allein hier glaube ich wird die Politik einmal mehr überfordert sein.

Das hat sich auch schon an den Reaktionen nach der großen Finanzkrise 2009 gezeigt, wo vielen Ankündigungen kaum Taten folgten.

6. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

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