2017 – So wird’s dieses Jahr

2016 gehört der Vergangenheit an. Die Erwartungen für das neue Jahr sind groß.

Deshalb haben wir auf Wunsch unserer Leser und nach Insidergesprächen mit Experten-Kollegen und Informanten aus Politik, Wirtschaft und Sicherheitsdiensten für Sie einen Jahresausblick 2017 zusammengestellt.

So wird’s dieses Jahr

Sie wissen inzwischen, was Sie hinsichtlich des Arbeitsmarktes, des Wirtschafts-Wachstums, des BrExit und einer Zins-Erhöhung in den USA zu erwarten haben.

Ebenso von den USA, den Handels-Abkommen TTIP und CETA, einer Zins-Erhöhung in der EU, der desaströsen Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) und der Flüchtlingskrise.

Auch haben wir Ihnen aufgezeigt, wie es mit den stark angeschlagenen Krisenländern Italien und Griechenland weitergehen wird und wie hoch die Terror-Gefahr tatsächlich ist.

Außerdem was die Bankenkrise in der EU für Sie bedeutet und wie sich die Renten entwickeln werden.

► Arbeitslosengeld II 2017

Der monatliche Regelsatz des Arbeitslosengeldes II hat sich von 404 auf 409 € erhöht.

Was sich wie eine Frechheit anhört, wird noch skandalöser, wenn man weiß, dass dieser Betrag künftig auch als Existenz-Minimum für die Grundsicherung im Alter gilt.

Beantragen können dies Rentner, deren verfügbares Einkommen (abzüglich Miete) nicht ausreicht, den Lebensunterhalt zu bestreiten.

► Hartz IV 2017

Alleinstehende Erwachse bekommen statt 404 jetzt 409 € pro Monat, Paare statt wie bisher 368 dagegen nur noch 364 € pro Person.

Teenager (14 – 18 Jahre) erhalten statt 306 dann 311 €.

Bei Kindern zwischen 6 und 13 Jahren ist der Satz von derzeit 270 auf 291 € angehoben worden. Für ein Kind bis zu 6 Jahren bleibt der bisherige Regelsatz von 237 € bestehen.

► Sozialhilfe für EU-Ausländer 2017

EU-Ausländer haben künftig erst nach 5 Jahren Anspruch auf Sozialhilfe, wenn sie nicht arbeiten.

Vor Ablauf der 5-Jahres-Frist soll nur noch für höchstens 1 Monat eine Überbrückungs-Hilfe bis zur Ausreise geben.

► Asylbewerber-Leistungen 2017

Erst vor Kurzem stoppte der Bundesrat das Asylbewerber-Leistungsgesetz, das empfindliche Einschnitte bei den Flüchtlings-Zahlungen vorsah.

Konkret: 10% geringere Leistungen für Asylbewerber in Sammel-Unterkünften gegenüber einzeln Untergebrachten.

Außerdem sollten Ausgaben für Haushalts-Energie und Wohnungs-Instandhaltung aus den Bedarfssätzen ausgegliedert werden; diese würden bei Gemeinschafts-Unterbringung durch Sachleistungen gedeckt.

Mit dem neuen Gesetz sollte auch ein Anreiz für die Aufnahme ehrenamtlicher Tätigkeiten geschaffen werden.

Hierzu wurde eine Freibetrags-Regelung für steuerbefreite Einnahmen aus ehrenamtlicher Tätigkeit in den Gesetzesentwurf aufgenommen. Doch nun bleibt alles beim Alten.

► Mindestlohn 2017

Der Mindestlohn erhöht sich von 8,50 auf 8,84 € brutto je Stunde. Dieser gilt auch für Ruheständler, die sich als Minijobber etwas hinzuverdienen wollen oder müssen.

Achten Sie jedoch darauf, dass Sie dann am Monatsende nicht über 450 € kommen, weil sonst die Steuer die Erhöhung schluckt. Verringern Sie dann lieber die Wochen-Arbeitsstunden.

Zum 1. Januar 2019 soll es eine weitere Anpassung geben.

► Scheinselbstständigkeit 2017

Im April 2017 tritt der neue Paragraph 611a des Bürgerlichen Gesetzbuches (BGB) in Kraft.

Der besagt, dass es nicht ausreicht, wenn in einem Vertrag steht, dass eine Mitarbeit selbstständig ist und kein Arbeitsverhältnis begründet werden soll.

Sondern als selbstständig gilt zukünftig nur, wer im Wesentlichen seine Tätigkeit frei gestalten kann.

Entsteht bei einem angeblich freien Mitarbeiter der Eindruck einer abhängigen Beschäftigung ist dieser scheinselbstständig – und somit sozialversicherungspflichtig.

►Leiharbeit 2017

Zukünftig dürfen Unternehmen Leiharbeiter nicht mehr dauerhaft beschäftigen. Sie müssen nach 18 Monaten übernommen werden oder die Firma wechseln.

Dabei gilt zu beachten: Wird das Beschäftigungs-Verhältnis mehrmals (maximal aber drei Monate) unterbrochen, werden die einzelnen Zeiten addiert.

Und wichtig: Nach 9 Monaten stehen Leiharbeitern dieselbe Vergütung zu, wie Stammbeschäftigten. Eine tarifvertragliche Abweichung ist erlaubt, sofern ein ansteigender Branchen-Zuschlag besteht.

Außerdem dürfen Leiharbeiter nicht mehr eingesetzt werden, wenn die eigenen Mitarbeiter streiken.

2. Januar 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Guido Grandt. Über den Autor

Der Autor, Jahrgang 1963, war viele Jahre lang als Manager in verschiedenen großen Unternehmen tätig. Lernte das unternehmerische Handwerk sozusagen von der "Pike" auf, bevor er sich ganz dem wirtschaftlichen, politischen und gesellschaftlichen Geschehens Deutschlands publizistisch widmete.

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