2018: Wird die Blase am deutschen Immobilienmarkt immer größer?

Seit Jahren ist in deutschen Landen die Flucht ins scheinbar sichere Betongold auf der Agenda. Mittlerweile führt dieser Trend zu immer extremeren Exzessen. (Foto: William Potter / Shutterstock.com)

Der deutsche Immobilienmarkt steht schon seit längerer Zeit im Fokus der Medien. Das war auch zwischen den Jahren der Fall. Überall waren Artikel zu lesen, in denen von weiter steigenden Mieten und Preisen von Wohnimmobilien zu lesen ist.

Es wurde darauf hingewiesen, dass allein in den ersten drei Quartalen des Jahres 2017 sich die Preise von Eigentumswohnungen um fast acht Prozent im Vergleich zum Vorjahr erhöhten. Bei den Ein- und Zweifamilienhäusern war der Preisanstieg nur ein wenig geringer als bei den Eigentumswohnungen. Hier wurde auf ein Plus von 5,8 Prozent im Vergleich zum Jahr 2017 hingewiesen.

Wird es noch teurer?

Interessant ist auch, dass auch für 2018 fast alle Auguren mit weiter anziehenden Preisen rechnen. Extrem, aber wahr. Es gibt fast niemanden mehr, der zumindest etwas vorsichtiger gestimmt ist. Das ist auch beachtlich. Wie krass teuer selbst kleinste Eigentumswohnungen in den angesagten Ballungsräumen der Republik mittlerweile geworden sind, offenbart sehr eindrücklich das Beispiel München.

Hier ist es mittlerweile so, dass Verkäufer selbst für Wohnungen, die nicht einmal eine eigene Dusche und Toilette haben, irre Mondpreise aufrufen. So werden im Nobelstadtteil Schwabing absolute Miniwohnungen mit einer Größe von zwölf Quadratmetern zum Verkauf angeboten. Und zwar für deutlich über 200.000 Euro! Wohl gemerkt, für eine Wohnung ohne Dusche und eigene Toilette. Gut möglich, dass in der aktuellen Blase solche Kleinstwohnungen selbst zu diesen Mondpreisen noch einen Käufer finden werden.

Ja, liebe Leser, an der Stelle kann nicht oft genug betont werden, dass Sie um solche irren Angebote einen weiten Bogen machen sollten. Solche Exzesse gibt es wahrlich selten und diese treten meist dann auf, wenn aus vormals halbwegs normalen Märkten reine Spekulationsblasen geworden sind. Momentan liegen die Neubaukosten für eine Wohnung in Deutschland bei etwa 2.500 Euro pro Quadratmeter. Und selbst diese 2.500 Euro sind schon relativ „sportlich“.

Wenn die Politik tatsächlich die regulatorischen Hürden für das Bauen niedriger legen würde, könnte in den kommenden Jahren viel (relativ) preiswerter Wohnraum entstehen. Und spätestens dann wird der Käufer der teuren Mini-Wohnung in Schwabing feststellen, dass er – Überraschung, Überraschung – am Höhepunkt des Preiszyklus völlig überteuert gekauft hat und zu diesem Kaufpreis wird nie mehr verkaufen können. Daher gilt auch 2018: Lassen Sie sich um Himmels willen auch jetzt nicht in die Falle extrem überbewerteter Immobilienengagements locken!

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Günter Hannich. Über den Autor

Günter Hannich, Bestseller-Autor und gefragter Experte auf dem Gebiet Kapitalschutz, unter anderem bei n-tv. Er steht mit dem „Crash Investor“ ab sofort zur Verfügung, um sein persönliches Wissen zu teilen. Für Ihre ­Sicherheit.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt