24. Oktober 1929: 85 Jahre Schwarzer Donnerstag – Teil 1

Auf den Tag genau vor 85 Jahren, am 24. Oktober 1929, ereignete sich an der New Yorker Wall Street der sogenannte „Schwarze Donnerstag“ (in Europa aufgrund der Zeitverschiebung oft als „Schwarze Freitag“ bezeichnet).

Ein Börsentag, der als Beginn der Weltwirtschaftskrise in die Geschichtsbücher einging. Erfahren Sie jetzt im „Schlussgong“, was vor 85 Jahren passierte und was die ersten Folgen dieser Ereignisse waren.

So lief der Schwarze Donnerstag ab

Der 24. Oktober 1929 begann schlecht an der New Yorker Wall Street – allerdings nicht außergewöhnlich schlecht. Schon in den Tagen zuvor waren die Kurse abgerutscht und an jenem Tag ging es zunächst im gleichen Tempo bergab.

Doch dann, gegen 11 Uhr nach New Yorker Zeit, brach plötzlich eine Panik aus. Dadurch stürzten alle Kurse in den Keller und innerhalb von kurzer Zeit wurden 11 Mrd. US-Dollar vernichtet. Diese Summe entsprach damals rund 1,5% des US-amerikanischen Bruttoinlandsproduktes.

In Folge des dramatischen Kursrutsches entschlossen sich die Mächtigen der Wall Street zu handeln und führende Banker beauftragten den damaligen Vizechef der Börse, Richard Whitney, in den Markt einzugreifen. Dieser kaufte dann unter anderem demonstrativ große Mengen U.S. Steel-Aktien.

Dadurch gelang es zunächst, die Panik zu beenden und der Dow Jones ging schließlich mit einem Minus von 2,1% aus dem Handel. Ein negatives Ergebnis – doch sicher kein katastrophales.

Die ersten Folgen des Schwarzen Donnerstags

Vieles, was später über den Schwarzen Donnerstag berichtet wurde, entspricht nicht der Wahrheit. Denn an diesem Tag ereignete sich eben nicht der schlimmste Börsencrash der Geschichte und es sprangen auch nicht reihenweise Börsianer aus den Fenstern der Hochhäuser an der New Yorker Wall Street.

Richtig aber ist, dass dieser Tag der Beginn der (bisher) schlimmsten Krise in der Geschichte des Kapitalismus war. Denn die wirklich dramatischen Folgen kamen erst nach dem Schwarzen Donnerstag. Und diese wurden auch durch Fehler der Politik auf beiden Seiten des Atlantiks verursacht.

Mit einer gewissen Verzögerung zeigte sich zunächst einmal, dass die Börsenkurse auch nach dem Schwarzen Donnerstag noch viel zu hoch waren.

Am 28. und 29. Oktober 1929 brach der Dow Jones erneut ein – und dieses Mal regierte die nackte Panik. Denn der Dow Jones verlor am 28. Oktober 12,82% und am 29. Oktober noch einmal 11,73% an Wert.

Dadurch waren viele Investoren, die zuvor kreditfinanziert Aktien gekauft hatten, plötzlich zahlungsunfähig. Erst danach war es wohl tatsächlich so, dass sich einige Börsianer aus dem Fenster stürzten.

Und schließlich ging der Kursverfall sogar noch bis zum 8. Juli 1932 weiter. An diesem Tag erreichte der Dow Jones lediglich noch einen Punktestand von 41,22 und lag somit rund 90% unter seinem Höchststand aus dem Jahr 1929.

Ausblick: Erfahren Sie in Teil 2 wie es weiterging

In der kommenden Woche erfahren Sie im 2. Teil dieser „Schlussgong“-Serie wie es danach weiterging und was aus den damaligen Fehlern gelernt wurde.

Denn: Jede schwere Krise löst auch einen gewissen Lerneffekt aus. Daher ist es unwahrscheinlich, dass sich die damalige Weltwirtschaftskrise noch einmal 1:1 wiederholt. Die nächste große Krise wird andere Auslöser haben.

24. Oktober 2014

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Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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