25 Prozent Wachstum angepeilt: Dieser Modehändler gibt weiter Stoff

Während sich heute an den deutschen Börsen-Plätzen hervorragende Stimmung breitmachte, rutschte die Zalando-Aktie mit einem zeitweisen Minus von über 5% deutlich ab.

Der Grund: Europas größter Online-Modehändler legte enttäuschende Zahlen zum 1. Quartal vor.

V. a. das unerwartet geringe Umsatz-Wachstum sorgte für Unmut unter den Anlegern – schließlich hatte Zalando in der Vergangenheit alles dem Wachstum untergeordnet und zuletzt weitere Initiativen in diese Richtung gestartet.

So investiert der im MDax notierte Konzern beispielsweise stark in Technologie und den Bau von Logistik-Zentren.

In den ersten 3 Monaten konnte Zalando seinen Umsatz nach vorläufigen Zahlen auf 788 bis 801 Mio. € steigern – ein Plus im Vergleich zum Vorjahr von 22,5 bis 24,5%.

Analysten hatten im Schnitt aber mit einem deutlich stärkeren Anstieg auf 824 Mio. € gerechnet.

Gewinn sinkt – aber wie stark?

Aufgrund der hohen Investitionen sank der bereinigte operative Gewinn (EBIT) auf voraussichtlich 12 bis 28 Mio. €.

Die Größe der Spanne ist durchaus bemerkenswert und lässt für mein Befinden zu viel Raum für Spekulationen, zumal die Analysten nach 29 Mio. € im Vorjahres-Zeitraum nun mit einem Gewinn von 21,6 Mio. € gerechnet hatten.

Die EBIT-Marge – sie gibt den Anteil des operativen Ergebnisses am Umsatz an – soll von 4,5% auf bis zu 1,5% zurückgehen.

Als einen wichtigen Grund für das schwächere Wachstum nannte Zalando-Vorstand Rubin Ritter die in diesem Jahr bereits in den März gefallenen Oster-Feiertage, die traditionell für ein ruhiges Geschäft sorgen.

Für das Gesamtjahr bestätigten die Berliner daher ihre Prognose. Der Umsatz soll insgesamt um bis zu 25% zulegen. Die bereinigte Ebit-Marge soll nach 3,6% im Vorjahr bei 3 bis 4,5% liegen.

Marktanteil soll rapide wachsen

In der Zalando-Aktie steckt weiterhin viel Phantasie. Den Anteil an Europas Modemarkt von aktuell 1% will das Unternehmen in den kommenden Jahren auf mindestens 5% steigern.

Dafür investiert Zalando in hohem Maße – nicht nur in Steine, Soft- und Hardware, sondern auch in den Gewinn bekannter Marken:

So vertreiben die Berliner beispielsweise die Sportkollektion der US-Sängerin Beyoncé in weiten Teilen Europas exklusiv.

Ob es den Berlinern so gelingen wird, nachhaltig zu wachsen, und zwar so, dass das hohe Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 64 gerechtfertigt ist?

Näheres weiß man, wenn Zalando die endgültigen Geschäfts-Zahlen für das 1. Quartal am 12. Mai vorlegt und die Luft aus den derzeit großen Spannen nimmt.

19. April 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Philipp Ley
Von: Philipp Ley. Über den Autor

Philipp Ley ist ausgebildeter Wirtschaftsjournalist mit Stationen u. a. bei n-tv, Financial Times Deutschland, Rheinischen Post und der Aktien-Analyse. In den vergangenen zwölf Jahren hat er zudem als Kommunikations- und Investor-Relations-Berater zahlreiche Geschäftsberichte erstellt: für kleinere aufstrebende Unternehmen ebenso wie für Börsenschwergewichte.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Philipp Ley. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt