3D-Druck-Aktien: Einstiegschance für Mutige

3D-Drucker-Aktien sind tief gefallen. Auf lange Sicht eine günstige Einstiegschance für mutige Anleger. (Foto: Gitanna)

Noch vor gut einem Jahr zählten 3D-Drucker-Aktien zu den Lieblingen der Anleger. Dann setzte die große Ernüchterung ein und die Werte begaben sich auf eine bis heute anhaltende Talfahrt.

Derzeit ist der Pessimismus für die Branche recht hoch. Wer gerne antizyklisch investiert, sollte daher einen Blick auf die Branche und deren Aktien werfen.

Industrielle und medizinische Anwendungen vor dem Durchbruch?

Nicht wenige Experten sehen im 3D-Druck die nächste Stufe der industriellen Revolution. So könnte der 3D-Druck die industrielle Logistik enorm vereinfachen. Bauteile müssten nicht mehr von Ort zu Ort gebracht werden, sondern könnten vor Ort produziert werden.

Benötigt werden lediglich die Baupläne und diese können innerhalb von Sekunden von einem Kontinent zum anderen geschickt werden. In einigen Branchen hat der 3D-Druck bereits Einzug gehalten, beispielsweise fertigt die Autoindustrie damit Stoßstangen.

Auch die Medizin setzt große Hoffnungen in die neue Technologie. Die ersten Versuche des „Bioprinting“, der Herstellung einfacher menschlicher (Ersatz-)Körperteile wie Zähne, Blutgefäße und Prothesen per 3D-Druck, fallen jedenfalls vielversprechend. Allerdings ist es bis zum Traum der Mediziner – die Herstellung menschlicher Organe – noch ein sehr weiter Weg.

Prognosen sagen hohes Wachstum voraus

Auch die langfristigen Prognosen für die Branche stimmen optimistisch: Das Marktforschungsunternehmen Gartner prognostiziert einen Anstieg der verkauften 3D-Drucker bis zum Jahr 2018 von 220.000 auf 2,3 Mio. Einheiten – also mehr als eine Verzehnfachung in wenigen Jahren.

Gartner zufolge wird sich das Wachstum der Branche in den kommenden Jahren sogar noch beschleunigen.

Aber: Die Stimmung ist nach einigen Enttäuschungen sehr negativ

Trotz der starken Langfristperspektiven fassen viele Anleger 3D-Drucker-Aktien derzeit nicht einmal mit der Kneifzange an. Der Hauptgrund liegt sicherlich in einigen enttäuschenden Zahlen der Marktführer.

Nachdem 3D Systems schon mehrere Gewinnwarnungen aussprechen musste, reduzierte zum Jahresbeginn auch der andere große Player, Stratasys, seine Prognosen deutlich nach unten.

Mutige Anleger mit langem Atem greifen zu

Auf lange Sicht bin ich optimistisch, dass die Branche sich wieder deutlich erholen wird. Denn die Stimmung ist wesentlich schlechter als die Lage. Dies möchte ich Ihnen am Beispiel Stratasys verdeutlichen:

Die Aktie notiert aktuell auf ihrem Kursniveau von 2012. Seitdem konnte Stratasys seinen Umsatz mehr als vervierfachen und 3D Systems als Marktführer der Branche ablösen. Diese immensen Fortschritte werden von den Anlegern derzeit ignoriert.

Sicherlich kann es kurzfristig noch etwas weiter abwärts gehen – so ist dies halt bei Übertreibungen, egal ob nach oben oder nach unten. Aber wer einige Jahre warten kann, findet jetzt günstige Einstiegskurse vor. Sie sollten sich dabei allerdings auf weiterhin hohe Kursschwankungen einstellen.

Bei der Wahl zwischen Stratasys und 3D Systems bevorzuge ich ganz klar Stratasys: Erstens hat Stratasys die Prognosen weniger oft verfehlt.

Zweitens ist Stratasys im Bereich der Hochleistungsdrucker für industrielle Anwendungen stärker aufgestellt – diesen Bereich halte ich für aussichtsreicher als das Segment für Privatanwender. Und drittens weist Stratasys die deutlich höheren Wachstumsraten auf.

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Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.