3D-Systems-Aktie: 3D-Druckriese nach schwachen Zahlen zusammengefaltet

Schwache Zahlen schicken die Aktie des 3D-Druck-Spezialisten 3D-Systems in den Keller. Erfahren Sie hier alles dazu und wie es weitergeht: (Foto: Ivan Svyatkovsky / Shutterstock.com)

„Wie gewonnen, so zerronnen…“

Innerhalb von nicht einmal 1,5 Jahren nach dem Börsengang verdreifachte sich Aktie des 3D-Druck-Herstellers 3D Systems bis auf knapp 97 Dollar im Januar 2014.

Wer dann nicht ausgestiegen ist, wird sich gehörig ärgern, denn seither gleicht die Kurs-Entwicklung einem Trauerspiel:

Bis Anfang 2016 rauschte die Aktie bis auf 6,42 Dollar in die Tiefe, bevor die Papiere in einer massiven Erholungs-Bewegung bis auf 23 Dollar nach oben getrieben wurden.

Damit nahm die Achterbahnfahrt aber noch lange kein Ende. Denn die Hoffnung der Anleger auf profitables Wachstum erfüllte sich bislang nicht.

Vielmehr sorgten die gerade vorgelegten Geschäfts-Ergebnisse für tiefe Sorgenfalten bei den Anlegern.

Die Investoren flohen regelrecht aus der Aktie und sorgten für einen Kursrutsch von beinahe 24% auf 9,45 Dollar. Damit notiert die Aktie 90% unter ihrem Höchststand.

Wachstum und Gewinne: Fehlanzeige

Der Grund für den Kurs-Einbruch liegt auf der Hand: Die vorgelegten Zahlen lagen meilenweit unter den Erwartungen der Analysten.

Während die Experten von einem Quartals-Umsatz von 163 Mio. € ausgingen, brachte es der US-Konzern gerade einmal auf 152,9 Mio. Dollar.

Statt eines Umsatz-Wachstums musste der Konzern einen Rückgang um 2,2% verbuchen.

Noch gravierender fiel allerdings die Gewinn-Entwicklung aus: Unter dem Strich musste der Spezialist für 3D-Drucker einen Verlust von 37,7 Mio. € (Vorjahr: 21,4 Mio. €) ausweisen.

Das entspricht einem Verlust von 0,20 Dollar je Aktie. Für Sie zum Vergleich: Die Analysten hatten einen Gewinn in Höhe von 0,12 Dollar je Anteilsschein erwartet.

Vorteile liegen auf der Hand

Ohne Frage handelt es sich bei dem 3D-Druck um eine revolutionäre Entwicklung.

Ob Brücken, Zahnprothesen oder sogar ganze Häuser: Mit Hilfe der 3D-Drucker dürfte sich die Industrie-Produktion zukünftig stark verändern.

Im Moment werden zwar weltweit erst knapp 0,7% der gesamten Industrie-Produktion mit 3D-Druckern versorgt, doch das dürfte sich zukünftig ändern. Die Frage ist nur, wann…

So gibt es bereits 5 Branchen, in denen der Anteil schon zwischen 10 und 20% liegt:

  • Maschinenbau,
  • Luftfahrt,
  • Automobil,
  • Konsumenten-Produkte (v. a. Elektronik)
  • und medizinische Produkte (Implantate, Hörapparate oder Prothesen).

Es ist also kein Wunder, dass auch Porsche gerade bekanntgab, sich an 2 3D-Druck-Firmen beteiligt zu haben.

Die Vorteile der neuen Technologien sind eklatant. Durch eine genauere Produktion und weniger Abfall-Produkte können die Kosten deutlich reduziert werden.

Keine Kurstreiber in Sicht

Eine schnelle Trendwende ist jedoch nicht in Sicht. Die schwache Nachfrage gepaart mit Preisdruck und Markt-Offensiven wie von HP dürfte weiter dafür sorgen, dass die Lage angespannt bleibt.

Und so ist es auch nicht weiter verwunderlich, dass Firmenchef Vyomesh Joshi die Jahres-Prognose vorerst ad acta gelegt hat.

Auf Grund der hohen Unsicherheit gibt der Konzern keine Prognose mehr ab.

Ursprünglich wollte der US-Konzern bei einem geplanten Jahres-Umsatz von 643 – 671 Mio. Dollar einen Gewinn von 46 Cent je Aktie einfahren.

3D Systems: Trotz Marktführerschaft dürfte es schwer werden…

Im Moment spricht wenig dafür, dass die Aktie aus fundamentalen Gründen deutlich höher stehen sollte. Denn der Kampf mit der Gewinnzone setzt sich fort:

Von 2009 – 2014 erwirtschaftete 3D Systems noch Gewinne.

In 2011 erreichte der Druck-Spezialist trotz deutlich geringerer Umsätze von 230 Mio. € Dollar sogar eine stattliche Gewinnmarge von 15,37%.

Seither verbrennt das Technologie-Unternehmen allerdings ordentlich Geld. Alleine in den letzten beiden Geschäftsjahren summieren sich die Verluste auf über 680 Mio. Dollar.

Bevor keine nachhaltige Trendwende sichtbar ist, dürfte sich die Aktie nur für hochspekulative Anleger eignen, die auf eine kurzfristige Gegenbewegung spekulieren.

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Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.