3D Systems-Aktie feiert fulminantes Comeback

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3D Systems zurück auf dem Wachstumspfad: Aktie fackelt nach positiver Überraschung imposantes Kursfeuerwerk ab. Fokus auf Kerngeschäft lässt Anleger jubeln (Foto: tom - Adobe Stock)

Hochgelobt und tief gefallen. Das Sprichwort passt auf die Aktie des Spezialisten für 3D-Drucktechnologien 3D Systems wie die Faust aufs Auge. Vielleicht erinnern Sie sich noch an den Hype, der vor gut 10 Jahren rund um den 3D Druck aufkam und der für wahre Kursexplosionen sorgte. Allein von 2009 bis 2014 schoss die Aktie des US-Konzerns 3D Systems von 1,30 auf über 96 Dollar in die Höhe.

Dem Aktienhype folgte eine lange Phase tiefer Trauer. Trotz zwischenzeitlicher massiver Kurserholungen rutschte die Aktie immer tiefer in den Keller, bevor die Papiere im September letzten Jahres bei 4,65 Dollar einen Boden fanden. Was seither passierte, ist spektakulär. Die Aktie ging ansatzlos in einen rasanten Höhenflug über, der am vergangenen Donnerstag einen Höhepunkt erreicht.

Nach besser als erwarteten Geschäftszahlen verdoppelten sich die Papiere an einem Handelstag und gingen mit knapp 23 Dollar aus dem Handel. Am Freitag haussierten die Papiere weiter und knackten kurzfristig sogar die 30 Dollar-Marke, bevor die Aktie mit einem leichten Plus aus dem Handel ging.

3D-Systems im Porträt

Bevor wir auf die aktuellen Zahlen im Detail kommen, möchte ich Ihnen noch einige Hintergründe zum Geschäftsmodell des US-Konzerns liefern: Das Unternehmen 3D-Systems wurde bereits 1986 vom Erfinder des 3D-Drucks (Rapid-Prototyping-Systems) Charles („Chuck“) Hull gegründet. Heute gehört 3D-Systems zu den führenden Unternehmen im 3D-Druck.

Das Unternehmen erstellt Produktkonzeptmodelle, Präzisions- und Funktionsprototypen, Mustervorlagen für Werkzeuge sowie Produktionsteile für die direkte digitale Fertigung. Es nutzt dabei eigene Prozesse, um physische Objekte mithilfe von computergestützter Entwurfs- und Fertigungssoftware oder 3D-Scanning- und 3D-Sculpting-Geräten herzustellen.

Die Einsatzbereiche sind unglaublich vielfältig

Was verbirgt sich eigentlich hinter der zukunftsträchtigen Technologie? Kurz zur Erklärung: Der Begriff 3D Druck beschreibt ein Fertigungsverfahren, bei dem dreidimensionale Werkstoffe und Produkte durch das schichtweise Aufbringen von Materialien hergestellt werden. Durch den Vorgang lassen sich komplexe Werkstücke auf Basis von vorgegebenen CAD-Grafiken herstellen. Gegenüber Spritzgussverfahren oder anderen herkömmlichen Herstellungsprozessen hat der 3D-Druck den Vorteil, dass man beim Fertigungsprozess nahezu ohne Materialverlust und ohne aufwändige Zwischenschritte wie die Herstellung von Gussformen auskommt.

Für den Fertigungsprozess im Bereich 3D-Druck werden vor allem Polymere, Kunstharze, Kunststoffe, Keramik aber auch Metalle verwendet. Aktuell existieren verschiedene 3D-Druckverfahren wie etwa Lasersintering, Electronic Beam Melting, Stereolithographie, oder Digital Light Processing, wobei der Einsatz dieser Verfahren meist durch das jeweils verwendete Grundmaterial vorgegeben wird.

Anwendung findet das 3D-Druckverfahren mittlerweile in vielen Bereichen der industriellen Fertigung, wobei diese additive Produktionsverfahren unter anderem zur Herstellung von Flugzeugteilen, medizinischen Implantaten, Plastik-Teilen, oder Komponenten für die Automobilindustrie verwendet werden.

Fünf Verlustjahren in Folge…

So innovativ und flexibel die neue Drucktechnologie auch ist, so schwierig scheint es für die Konzerne zu sein, damit richtig Geld zu verdienen. In den letzten fünf Jahren reduzierten sich die Umsätze von 3D Systems von 666,2 auf 629,1 Millionen Dollar. Zugleich verharrt der Konzern tief in der Verlustzone. Allein von 2015 bis 2019 verbrannte 3D Systems 875,5 Millionen Dollar.

….folgt eine positive Überraschung

Doch zuletzt konnte der US-Konzern erstmals seit langem für eine faustdicke positive Überraschung sorgen: Zum einen hat das Unternehmen den Verkauf seiner Software-Geschäfte Cimatron und GibbsCAM bekanntgegeben. Zum anderen meldet das amerikanische 3D-Druck-Unternehmen überragende (vorläufige) Zahlen fürs abgelaufene Quartal. So konnte der Umsatz leicht von 170 auf 176 Millionen Dollar gesteigert werden, was immerhin 36 Millionen Dollar über den Erwartungen der Analysten lag.

Zudem soll das Betriebsergebnis nach vorläufigen Zahlen zwischen 11 und 19 Millionen Dollar liegen. Für Sie zum Vergleich: Im Vorjahresquartal lag das Ergebnis lediglich bei 5,6 Millionen Dollar.

Fokus aufs Kerngeschäft

Die Anleger dürfte vor allem der Fokus auf das Kerngeschäft freuen. Mit den beiden veräußerten Software-Geschäfte für 64,2 Millionen Dollar entspannt sich die Bilanzsituation deutlich. Mit einem Teil der Verkaufserlöse (21 Millionen Dollar) werden Verbindlichkeiten zurückgezahlt mit dem Ergebnis, dass 3D Systems nun schuldenfrei ist. Ob die Trendwende beim operativen Geschäft nachhaltig und die von den Anlegern verteilten Vorschusslorbeeren gerechtfertigt sein werden, wird sich aber erst noch zeigen müssen.

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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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