3D-Systems-Aktie: Kursdebakel nach schwachem Zahlenwerk

Der innovative Drucker-Hersteller 3D-Systems verfehlt die Analysten-Schätzungen um Längen. Erfahren Sie hier mehr über den Konzern: (Foto: Jonathan Weiss / shutterstock.com)

Technologie-Aktien sind nichts für schwache Nerven.

Denn ob sich innovative Produkte und Dienstleistungen wirklich durchsetzen, ist oftmals schwer zu prognostizieren.

Das Ergebnis sind hohe Schwankungen der Aktienkurse, die oft mehr von Gier und Angst getrieben sind als von Fundamentaldaten.

3D-Systems-Aktie fährt Achterbahn

So verhält es sich auch bei der Aktie von 3D-Systems, dem weltweiten Marktführer für 3D-Drucker.

Eine Achterbahnfahrt ist nämlich nichts gegen die Kurs-Entwicklung der Papiere:

Im Frühling 2009 notierten die Papiere noch bei deutlich unter 2 Dollar, nur um im Anschluss unter hoher Volatilität bis auf über 96 Dollar zu explodieren.

Der anschließende Kursverfall schickte die Aktie wieder bis auf 6,42 Dollar in den Keller, bevor eine dynamische Gegenbewegung die Aktie innerhalb von 15 Monaten wieder auf 23,31 Dollar beförderte (+263%!).

Aber nach dem gerade vorgelegten Zahlenwerk werden die Nerven der Anleger auf eine neue Probe gestellt.

Denn nach kräftigen Kursverlusten notieren die Papiere mit gut 13,40 Dollar wieder 40% unter ihrem vor wenigen Wochen erreichten Jahreshoch.

Satz mit X…

…das war wohl nichts!

Kein Sprichwort könnte treffender auf die aktuelle Geschäfts-Entwicklung des US-Technologie-Konzerns passen!

Mit einem Halbjahres-Umsatz von 159,47 Mio. Dollar schrammte der Drucker-Spezialist um gut 3 Mio. € an den Erwartungen der Analysten vorbei.

Noch deutlicher fiel allerdings die Verfehlung auf der Gewinnseite aus. Denn mit einem Gewinn von 8 Cent je Aktie lag 3D-Systems immerhin 1/3 unter den Markterwartungen.

Weltmarktführer in Zukunftsmarkt

Falls Ihnen der US-Konzern noch nicht bekannt ist: 3D Systems bietet umfassende 3D-Produkte und -Dienstleistungen.

Der 3D-Druck erlaubt die Entwicklung und Produktion von Teilen, die nicht mit traditionellen Fertigungs-Techniken herzustellen sind.

Es können Komponenten gedruckt werden, die in der herkömmlichen Produktionsweise aus rund 20 Einzelteilen zusammengesetzt werden müssen, wie etwa bei Flugzeugmotoren.

Auch geometrisch komplexe Formen wie etwa Flugzeugmotor-Halterungen sind kein Problem für den 3D-Drucker.

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3D-Druck im Vorteil

Das additive Fertigungs-Verfahren unterscheidet sich grundlegend von konventionellen „subtraktiven“ Drucktechniken:

Beim Gießen, Schneiden, Bohren oder Fräsen fallen nämlich im Normalfall viele Abfälle an. So werden bis zu 90% der Rohstoffe verschwendet.

Beim 3D-Druck hingegen ist fast das komplette Material Teil des Endproduktes.

Willkommener Nebeneffekt: Das Gewicht der Bauteile und die Produktions-Kosten – auch für Kleinstmengen – reduziert sich erheblich.

Strammes Wachstum, schwache Rendite

Ohne Zweifel dürfte der 3D-Druck in Zukunft immer wichtiger werden. Bislang konnte der US-Konzern davon aber nur bedingt profitieren:

Zwar kletterten die Erlöse seit 2002 von 116 auf 633 Mio. Dollar, von seinen ansehnlichen Renditen (Gewinnspanne 2011: 15,37%) ist 3D-Systems mittlerweile aber meilenweit entfernt.

In den vergangenen beiden Geschäftsjahren verharrte der Konzern sogar tief in der Verlustzone und verbrannte 693 Mio. Dollar.

Konkurrenz sitzt 3D-Systems im Nacken

Zugleich hat sich die Wettbewerbs-Situation deutlich verschärft.

Denn der US-Mischkonzern General Electric hat sich vom größten Abnehmer der 3D-Druckbranche zu einem der größten Anbieter gewandelt.

Durch die Übernahme von Concept Laser in Deutschland und des Arcam-Konzerns in Schweden dürfte der Marktanteil bereits jenseits der 20%-Marke bewegen.

Auch Firmen wie HP drängen in den Zukunftsmarkt, was zukünftig stark auf die Gewinnmargen drücken dürfte.

Volatile Wundertüte

Mit den Quartalszahlen präzisierte der Druck-Konzern auch seine Jahres-Prognose. Das Unternehmen erwartet eine Umsatz-Steigerung um 2 – 6% auf 643 – 671 Mio. €.

Beim Gewinn je Aktie (Nach GAAP-Bilanzierung) soll jetzt ein Verlust von 14 Cent je Aktie herausspringen.

Für Sie zum Vergleich: Bislang ging der Konzern noch von einem Gewinn in Höhe von 2 – 6 Cent je Papier aus.

Fazit

3D-Systems ist einer der größten Player in einem spannendenden Wachstumsmarkt, der allerdings noch einiges an Hausaufgaben erledigen muss.

Die kassierte Prognose, der aufkommende Wettbewerb und die schwachen Gewinnmargen lassen die Aktie im Moment zu einem Spekulations-Objekt werden.

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Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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