40%-Übernahme-Prämie: Medien-Mogul Rupert Murdoch greift nach Sky

Der US-amerikanische Medien-Mogul Rupert Murdoch lässt seinen Ankündigungen schneller als erwartet Taten folgen:

Über seinen Medien-Konzern 21st Century Fox will sich Murdoch jetzt den britischen Bezahlsender Sky einverleiben.

Murdoch hält mit 39% bereits die Mehrheit an den Briten, wiederholte jedoch mehrfach, dass er Sky komplett haben möchte. Mit dem jetzigen Übernahme-Angebot könnte ihm dies gelingen.

Unabhängiges Komitee verhandelt mit Fox

Die Übernahme ist noch nicht in trockenen Tüchern, doch beide Seiten haben sich schon einmal auf einen Übernahme-Preis geeinigt.

Für die verbleibenden 61% der Aktien ist Fox bereit, 10,75 britische Pfund (GBP) zu zahlen. Das Angebot bewertet Sky mit rund 18,5 Mrd. GBP.

An den weiteren Übernahme-Details wird allerdings noch gefeilt und Sky weist ausdrücklich darauf hin, dass der Deal noch nicht sicher ist.

Das Unternehmen hat ein unabhängiges Komitee geformt, das ohne einen Interessenskonflikt über das Angebot beraten soll.

Dies ist notwendig, da der Vorstandsvorsitzende von Sky James Murdoch ist, der Sohn von Rupert Murdoch.

Investoren setzen auf erfolgreiche Übernahme: Sky-Aktie +30%

Aktionäre zeigen sich vom Fox-Vorstoß schon einmal begeistert. An der Heimatbörse in London schießt das Papier nach Bekanntgabe des Fox-Plans um rund 30% auf 10 Pfund in die Höhe.

Die Lücke zum Angebotspreis in der Höhe von 7,5% zeigt Ihnen, dass viele Investoren einen Deal erwarten. Heute muss die Aktie zwar ein paar Prozentpunkte wieder abgeben, doch die Chancen bleiben aus Sicht des Marktes gut.

Auch Analysten erwarten mit hoher Wahrscheinlichkeit einen Deal. Es heißt, dass Rupert Murdoch nach einer bitteren Niederlage vor 5 Jahren diesmal einen Deal durchdrücken wird – koste es, was es wolle.

Genehmigungs-Risiken und Sorge vor höherem Angebot: Bieter-Aktie verliert

Während bei den Sky-Investoren die Sektkorken knallen, machen die Fox-Investoren lange Gesichter. Die Aktie verlor bereits 1,5% am Freitag und notiert heute noch einmal 6% tiefer.

Der Preis ist trotz der 36% Prämie eigentlich günstig, doch einige Investoren vermuten, dass noch nicht das letzte Wort gesprochen sei.

Erste Investoren haben bereits angekündigt, dass der Preis zu niedrig sei und man nicht annehmen werde.

Hinzu kommt, dass die Kosten für die Offerte hoch sind – eine Übernahme aber auch mit regulatorischen und vor allem politischen Risiken verbunden ist.

Kommt es nicht zu einem Deal, bleiben die Kosten.

Schwaches Pfund und gefallener Aktienkurs spielen Bieter in die Karten

Das Timing für eine jetzige Offerte ist günstig:

Das Pfund hat gegen den US-Dollar aufgrund des BrExit seit dem Sommer über 10% verloren, hinzu kommt ein 30% Kursverlust der Sky-Aktie seit Jahresbeginn.

Es wurde zwar noch vermutet, dass Murdoch noch abwarten könnte, bis das Papier aufgrund des BrExit und einer schwachen Börse in Großbritannien bis Mitte 2017 weiter fällt.

Doch der Plan war dann offenbar doch zu riskant. Zudem nahm der Druck auf Murdoch zu, nachdem AT&T im Oktober die Übernahme von TimeWarner ankündigte.

Sie werden schon bald Klarheit darüber haben, ob es einen Deal gibt. Bis zum 6. Januar hat Fox nun Zeit ein Angebot vorzulegen oder dies zu lassen (put up or shut up). Wir bleiben für Sie am Ball.

12. Dezember 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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