400-facher Kurs-Anstieg – Und es geht noch weiter

Der Kursverlauf des Bitcoin kennt seit einigen Wochen keine Grenzen mehr; die Krypto-Währung hört einfach nicht auf zu steigen... (Foto: Wit Olszewski / shutterstock.com)

„Jetzt ist aber einmal Schluss!“, denken sich bestimmt viele seit einigen Wochen, wenn sie den Kursverlauf des Bitcoin anschauen.

Die Krypto-Währung hört einfach nicht auf zu steigen. Der Mini-Crash kurz vor 3.000 US-Dollar pro Coin auf unter 2.000 US-Dollar war schon eine kleine Hoffnung.

Doch die Kurse nehmen irrationale Formen an. Wir haben inzwischen schon die 4.000 US-Dollar geknackt!

Bitcoin unlimited

Wann endlich ist der Deckel drauf? Das kann doch nicht wahr sein, dass die Kurse immer weiter ansteigen – und dann auch noch in diesem steilen Winkel!

Es ist ehrlich gesagt verständlich, wie viele Marktbeobachter sich die Haare raufen und sich eine Zeitmaschine wünschen; zurück ins Jahr 2012, als der Bitcoin noch bei 10 US-Dollar lag.

Das waren noch Zeiten: Deutschland verlor wie gewohnt gegen in Italien – diesmal bei der Europameisterschaft, und Krypto-Währungen waren noch verpönt.

Eine Schlagzeile vom Oktober 2011: Bitcoin-Kurs im freien Fall: „Wann schaltet der letzte Miner seinen Rechner ab?“ Damals stürzten die Kurse von 30 auf 3 US-Dollar ab – Panik!

Heute gibt es die Panik in die andere Richtung; Kaufpanik! Denn morgen könnte der Kurs ja schon 100 US-Dollar höher stehen.

Und das ist leider keine Übertreibung – im Gegensatz zum derzeitigen Kaufverhalten. Sie sehen hier den Chart von 2012 bis heute, die letzten 5 Jahre von Bitcoin:

chart1

Zwischen 2014 und 2016 war es tatsächlich sensationell langweilig. Der Herbst 2013 verschreckte sicherlich viele Spekulanten.

Ist der Siegeszug der Krypto-Währungen noch zu stoppen?

Doch 4 Jahre später ist das vergessen; v. a., weil BTC nicht der einzige Coin ist, der durch die Decke geht.

Ein kurzer Blick auf die Marktübersicht zeigt Etherium bei einer Kapitalisierung von 28 Mrd. US-Dollar.

Zum Vergleich: Bitcoin hat dagegen 70 Mrd. US-Dollar – kein riesiger Unterschied mehr…

Ganze 8 weitere Coins haben eine Marktkapitalisierung von über 1 Mrd. US-Dollar!

Das liegt an den Regierungen – und damit an den Banken. Diese haben in der Vergangenheit bereits einige Arten von Coins verboten.

Letztlich ist es aber wie mit dem Bargeld: Solange der Gegenüber glaubt, es hat einen Wert, kann man dafür Waren oder Leistungen eintauschen.

Sie benötigen also jemanden, der die Coins annimmt und als Zahlungsmittel akzeptiert.

Die Blockchain macht’s möglich

Mögen Krypto-Währungen den Großbanken auch ein Dorn im Auge sein – das System dahinter haben viele inzwischen für sich entdeckt: die Blockchain.

Mit dieser Form der Datenbank kann Geld – in welcher Form auch immer – sicher transferiert werden.

Sie können es mit einer Art Tagebuch vergleichen, dass mit jeder Transaktion einen neuen Eintrag erhält.

Am Ende wird bei jedem Transfer das komplette Tagebuch gelesen und überprüft. Ist es zu 100% identisch, wird die Transaktion ausgeführt und um einen neuen Eintrag erweitert.

Die Blockchain ist somit einfach eine Kette aus Datenblöcken, wenn Sie es wortwörtlich übersetzen. In jedem Block wiederum stehen 1 oder mehrere Überweisungen.

Jeder Transfer bekommt eine Prüfsumme, die zusätzlich in einem sogenannten „Hash-Baum“ gespeichert wird.

Ohne jetzt zu sehr ins Detail zu gehen:

An diversen Orten wird das gesamte Tagebuch mit den Prüfsummen gespeichert. Dessen Wert wird noch einmal mathematisch umgewandelt und dort ebenfalls abgelegt.

Unterm Strich kann also niemand eine Transaktion ändern ohne alle verbundenen Werte zu ändern – und genau das würde auffallen.

Dieser Sicherheits-Aspekt ist für Banken auf jeden Fall interessant und für zukünftige Geschäfte vermutlich essentiell.

Die Frage ist jedoch: Wenn immer mehr Geld in Krypto-Währungen abgezogen wird, ab welchem Zeitpunkt reagieren die Banken?

Aktuell gibt es etwas über 100 Mrd. US-Dollar in Coins. Das sind natürlich „Peanuts“ im Verhältnis.

Außerdem müssen die Coins sicher gespeichert sein. Ein Hacker-Angriff kann nie zu 100% ausgeschlossen werden.

Deshalb übertreiben Sie es nicht mit Investitionen in Krypto-Währungen!

Optionen werfen nicht so viel ab, sind aber sicherer

Dagegen ist der Optionen-Handel so sicher wie das Amen in der Kirche – auch wenn wir keine 400-fachen Kurs-Anstiege vorzuweisen haben.

Dafür riskieren wir auch nur max. 5% des Depots pro Trade, und dieser macht bei uns im Durchschnitt rund 20% Profit.

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.