Neue Dividenden-Studie zeigt verlockende Details

Am deutschen Aktienmarkt gab es heute leichte Gewinnmitnahmen. Der Leitindex DAX verlor 0,90% und sackte auf 12.227 Punkte ab. Vor den ersten Quartalszahlen des Jahres halten sich viele Anleger zurück. Wer aber noch investiert ist, kann sich schon bald über einen warmen Geldregen freuen.

Wie die Deutsche Schutzgemeinschaft für Wertpapierbesitz (DSW) und die FOM Hochschule jetzt mitteilten, schütten die deutschen Unternehmen in diesem Jahr eine Gesamtdividendensumme in Höhe von 41,7 Mrd. Euro an ihre Aktionäre aus.

Das sind rund 13% mehr als im Vorjahr und 9% mehr als im bisherigen Rekordjahr 2008. Ebenfalls erfreulich: Mittlerweile schütten knapp 90% der Unternehmen aus den großen deutschen Auswahlindizes DAX, MDax, SDax und TecDax Dividenden aus.

Viele der Indexunternehmen zahlen in diesem Jahr eine höhere Dividende als im Vorjahr. „Wer nicht anhebt, fällt auf“, bilanziert Christian Röhl, der Autor der Dividenden-Studie der DSW und der FOM Hochschule.

Weitere Details aus der Dividendenstudie

Der Top-Dividendenzahler in Deutschland ist die Allianz mit einer Ausschüttung von insgesamt 3,1 Mrd. Euro. Dicht dahinter folgt Siemens mit einer Ausschüttungshöhe von 2,9 Mrd. Euro. Damit sind diese beiden Unternehmen allein schon für gut 14% der gesamten Ausschüttungssumme von 41,7 Mrd. Euro verantwortlich.

Besonders attraktiv für Anleger sind jedoch nicht die Unternehmen, die das meiste Geld ausschütten, sondern die Unternehmen, die die besten Dividendenrenditen bringen. Zudem sind die Unternehmen besonders attraktiv, die ihre Dividenden regelmäßig erhöhen. Hier sticht das DAX-Unternehmen Fresenius Medical Care (FMC) alle anderen Unternehmen in Deutschland deutlich aus.

FMC hat zuletzt 18 Mal in Folge die Dividende erhöht und steht damit einsam an der Spitze der Liste der sogenannten deutschen Dividendenaristokraten. Mit Dividendenaristokraten sind die Unternehmen gemeint, die sehr oft und vor allem sehr regelmäßig die Dividende erhöht haben.

Auf Platz 2 dieser Rangliste liegt ein Unternehmen, das die Stammleser des „Schlussgongs“ gut kennen. Es handelt sich dabei um den Schmiermittelproduzenten und -händler Fuchs Petrolub. Fuchs kommt auf 13 Dividendenerhöhungen in Folge und teilt sich den 2. Platz mit Fresenius, der Konzernmutter von FMC.

3 Fragen an Jella Benner-Heinach

Jella Benner-Heinach von der DSW-Geschäftsführung beantwortet für GeVestor 3 Fragen zur Dividendenstudie.

GeVestor: 90% der indexgelisteten Unternehmen haben im vergangenen Jahr ausgeschüttet. Sind Sie damit zufrieden?

Benner-Heinach: Aus unserer Sicht könnten es natürlich 100% sein. Das wäre das Ideale, denn der Anleger – gerade der Privatanleger – schaut nicht nur auf den Aktienkurs, sondern auch auf die Ausschüttung. Total Shareholder Return – das ist eigentlich das, was eine große Rolle spielt.

Wir fordern also speziell bei den Dividenden eine Ausschüttung von 50% des Konzerngewinns. Wir machen nur eine Ausnahme, wenn es sich um Wachstums-Unternehmen handelt. Dann, sagen wir, könnte die Quote auch etwas geringer sein.

GeVestor: Was schätzen Sie, was die Gründe dafür sind, warum die Unternehmen noch nicht so hoch ausschütten?

Benner-Heinach: Die deutschen Unternehmen sind traditionell sehr konservativ, vorsichtig. Das heißt, immer dann, wenn die Prognose für das laufende Geschäftsjahr nicht so gut ist, dann wird auch für die Dividende ein bisschen vorsichtiger gehaushaltet. Das heißt, dann wird die Dividende für das letzte Jahr zurückgeführt.

GeVestor: Was heißt das für den Privatanleger? Ist Dividende überhaupt eine Größe, die ihn interessieren soll? Gibt es eventuell Unternehmen, in die er investieren könnte, mit Blick auf die Dividende?

Benner-Heinach: Auf jeden Fall. Dividende ist sehr wichtig. Das sehen wir auch schon am DAX-30, denn das ist ein Performance-Index, da ist die Dividende – die Ausschüttung – also mit drin. Und die schneidet deutlich besser ab als ein reiner Kursindex, bei dem die Ausschüttung außen vor ist.

Ausschüttungsquoten bieten noch Luft nach oben

Die Unternehmen schütten Rekordsummen aus, aber es gibt noch reichlich Steigerungspotenzial. Die Ausschüttungsquoten lassen weiteren Spielraum nach oben und damit Luft für einen möglichen neuerlichen Dividendenrekord im kommenden Jahr. Denn: Laut DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler sollten die Unternehmen in der Regel mindestens 50% ihres Gewinns an die Aktionäre ausschütten.

Die Realität sieht jedoch anders aus: Bei mehr als der Hälfte der Unternehmen aus den großen deutschen Indizes DAX, MDax, SDax und TecDax liegt die Ausschüttungsquote darunter. Ein Viertel der Unternehmen schüttet sogar weniger als 33% des Gewinns an die Aktionäre aus.

Sie sehen also: Wenn die Ausschüttungsquote im kommenden Jahr steigen sollte, würde dies schon bei gleich bleibenden Gewinnen zu einem neuen Dividendenrekord führen. Sie können daher längerfristig auf starke Dividenden-Werte setzen.

 

14. April 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist nicht nur Chefredakteur von „Morriens Einsteiger-Depot“, dem „Depot-Optimierer“, von „Das Beste aus 4 Welten“ und von „Rolf Morriens Power Depot“, er ist auch einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands.

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