4,3% Dividende – gibt es einen Haken?

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Wir haben einen Großkonzern analysiert, der erst kürzlich die Dividende angehoben hat. Wie es um das Unternehmen steht. (Foto: Monster Ztudio / shutterstock.com)

Versorger haben turbulente Jahre hinter sich. Seit dem Reaktorunglück von Fukushima ist die Branche am Boden. Doch das Unglück was nur der Auslöser. Dass sich was ändern muss, war schon vorher abzusehen. Inzwischen haben die großen Konzerne ihre Hausaufgaben gemacht. Wir erklären Ihnen, ob E.ON eine solide Dividendenaktie ist, die Sie in ihr Depot kaufen können!

E.ON SE ist einer der größten Energieversorger der Welt. 2016 hat sich der Konzern aufgespalten. Das Kerngeschäft der konventionellen Energieerzeugung wird seitdem vom abgespaltenen Unternehmen Uniper durchgeführt. E.ON konzentriert sich auf die Bereiche Energienetze, erneuerbare Energien und Kundenlösungen.

Unsicherheit rund um innogy

Licht und Schatten wechselten sich bei E.ONs Zahlen für 2018 ab. Positiv war: Trotz des Umsatzrückgangs von 22,1% konnte der bereinigte Konzernüberschuss auf 1,5 Mrd € gesteigert werden. Damit lag das Ergebnis am oberen Ende der Erwartungen. Zusätzlich wurde die Dividende erneut angehoben. Das Segment erneuerbare Energien konnte dank der erstmaligen Konsolidierung der neuen Windparks in den USA und UK den operativen Gewinnbeitrag um 14,7% erhöhen. Negativ: Im Kerngeschäft mit Energienetzen, das mehr als die Hälfte zum Gewinn beisteuert, musste E.ON eine Umsatzeinbuße von 48,4% hinnehmen.

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Der Rückgang ging auf geänderte Bilanzierungsvorschriften und den Verkauf des Hamburger Gasnetzes zurück. Das bereinigte operative Ergebnis verringerte sich um 9%. Bei der Übernahme von innogy wird in der 2. Jahreshälfte mit einer Entscheidung gerechnet. Die EU-Kommission hat eine vertiefte Prüfung des Deals angekündigt. Gut möglich, dass sich E.ON von weiteren Assets trennen muss, da die Kommission eine zu hohe Markt- und Preissetzungsmacht befürchtet.

2019 wird kein gutes Jahr für E.ON

Für 2019 stehen die Zeichen auf Stagnation. Der Konzern erwartet den bereinigten operativen Gewinn in einer Spanne von 2,9 bis 3,1 Mrd € und den bereinigten Nettoüberschuss zwischen 1,4 bis 1,6 Mrd €. Somit würde das Vorjahresergebnis im günstigsten Fall um 100 Mio € übertroffen werden. Die Dividende soll auf 0,46 € je Aktie angehoben werden und bietet eine attraktive Dividendenrendite von 4,6%.

Die mittelfristige Umsatz- und Gewinnvorhersage ist wegen der anstehenden Übernahme mit einer hohen Unsicherheit behaftet. Mehr als Durchschnitt ist E.ON nach unserer Analyse nicht. Warum? Die genannten Risiken. Obwohl E.ON die Dividende angehoben hat und es inzwischen mehr als 4% gibt, bleiben wir vorsichtig. Sie sollten das auch sein. In unserer Datenbank finden sich bessere Unternehmen!


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Volker Gelfarth
Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.