Gilead Sciences: 48% AufholPotenzial bis zum Allzeithoch

Der Kursverlauf der Aktie von Gilead Sciences stellt selbst Kursraketen der vergangenen Jahre wie Facebook und Alphabet in den Schatten. (Foto: chrisdorney / shutterstock.com)

Denken Sie auch, dass Aktien wie Facebook und Alphabet in den vergangenen Jahren schon Kursraketen waren?!

Dann schauen Sie sich den Kursverlauf von Gilead Sciences einmal genauer an: Die Aktie hat sich von 2011 – Mitte 2015 zeitweise mehr als versiebenfacht!

Dann hat der Kurs allerdings kräftig Federn gelassen. Genau das ist aber der Grund, dass ich für Sie jetzt einmal ganz genau hinschaue:

Gilead Sciences wurde erst 1987 gegründet

Gilead Sciences hat sich in den vergangenen 30 Jahren wie kaum eine andere Biotech-Gesellschaft entwickelt und ist heute mit rund 4.600 Mitarbeitern auf 4 Kontinenten aktiv.

Das Unternehmen erforscht, entwickelt und vertreibt Medikamente gegen lebensbedrohliche Krankheiten des Menschen, für die es bisher keine Therapie gab.

Zu den Krankheiten zählen vornehmlich HIV/Aids, Leber-Schädigungen wie Hepatitis, Atemwegs-, Herz- und Stoffwechsel-Erkrankungen sowie Krebs und Entzündungen.

Das Medikamenten-Portfolio umfasst 15 vermarktete Wirkstoffe, in der Produkt-Pipeline befinden sich mehr als 70 weitere.

Marktführende Position

Der Erfolg von Gilead Sciences liegt an der der marktführenden Position der HIV-Medikamente:

Der Konzern vertreibt 5 verschiedene HIV-Therapien, von denen jede im Geschäftsjahr 2016 mehr als 1 Mrd. $ Umsatz eingefahren hat.

Diese Medikamente sind Atripla, Truvada, Stribild, Complera und Viread. Verteilt auf diese marktführenden HIV-Behandlungen erzeugt Gilead Umsätze von rund 16 Mrd. $ pro Jahr.

Das sind Ergebnisse, die jeden Mitbewerber vor Neid erblassen lassen.

Eigentlich sollten die Erfolge bei der Behandlung von HIV schon ausreichen, um Gilead einen Platz ganz oben zu sichern.

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Aber seine Position als Biotechnologie-Konzern der 1. Liga wurde durch den Aufstieg von Gilead zu einem führenden Anbieter im Bereich Hepatitis C massiv gestärkt.

Gilead setzt noch einen drauf

Nach der langen Talfahrt sorgten die Zahlen für das 2. Quartal 2017 für eine Kurs-Erholung:

Der Umsatz ist nach wie vor rückläufig. Obwohl die Forschungs- und Entwicklungs-Kosten kräftig zurückgefahren wurden, ging außerdem der Gewinn zurück.

Auch die Umsätze mit den Hepatitis-C-Produkten Harvoni und Sovaldi sind rückläufig, liegen jedoch innerhalb meiner Erwartungen.

Positiv entwickelte sich der Absatz der Antiviren-Mittel Genvoya, Descovy und Odefsey.

Die Produkt-Pipeline ist gut gefüllt, und im 2. Quartal wurde bei der US-Zulassungs-Behörde FDA ein Patent-Antrag für ein neues HIV-Mittel eingereicht.

Insbesondere der nach oben korrigierte Ausblick des Managements beflügelte zuletzt die Kurs-Entwicklung:

Statt bisher 22,5 – 24,5 Mrd. $ an Produkt-Umsätzen erwartet Gilead jetzt 24,0 – 25,5 Mrd. $. Auch die Gewinn-Erwartung wurde leicht angehoben.

Biotech und Dividende passen nicht zusammen

Bei Biotech denkt man vielleicht nicht gleich an Dividenden – falsch gedacht: Seit dem 2. Quartal 2015 schüttet Gilead eine Dividende aus.

Den Aussagen von CFO Robin Washington zufolge wird Gilead für das Geschäftsjahr 2017 eine Dividende von 1,945 $ pro Aktie zahlen. Ihre Dividendenrendite beträgt 2,4%.

Bei einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) von 9 lohnt sich ein Einstieg. Erreicht die Aktie den alten Höchststand, dann liegen rund 50% Rendite für Sie drin.


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.