5,6% Dividende und eine Überraschung

Eine niedrige Bewertung und eine satte Dividende? Wo es das gibt? Weiter unten! Lesen Sie weiter! (Foto: Ivan Kurmyshov / Shutterstock.com)

Was halten Sie von Daimler? Die zeitlos hochwertige Marke hat sich in den letzten Jahren ein sportlicheres Image verschafft. Neben klassischen Fahrzeugen für gemütliches Reisen, hat Daimler zunehmend auch sportliche Modelle im Angebot, die sich an junge Kunden mit einem Hang zu offenen Fenstern und Gasfuß richten. Dem Absatz schadet das nicht. Doch zugleich gerät Daimler wegen seiner Maßnahmen rund um Abgasemissionen in die Kritik. Sogar juristisch drohen Konsequenzen. Was wir heute von der Aktie halten.

Was will der neue Anker-Aktionär?

Daimler konnte auch 2017 den Titel als erfolgreichster Autobauer der Premiumklasse verteidigen. Mit 2,29 Mio Fahrzeugen lag das Unternehmen vor den Konkurrenten BMW und Audi. Der Umsatz stieg um 7% auf 164,3 Mrd € und der Gewinn um 27% auf 10,9 Mrd €. Auch 2018 bleibt das Wachstum ungebrochen. Im 1. Quartal verkaufte Daimler 806.900 Fahrzeuge. Das sind 7% mehr als im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz stieg um 3% auf 39,8 Mrd €.

Das wichtigste Segment von Daimler, die Pkws, konnten in den ersten 3 Monaten 2018 ein Plus von 5% verzeichnen. Der Absatz stieg in allen Regionen außer den USA (-10%). Demgegenüber steht ein deutliches Wachstum in Asien. Allein in China verkaufte Daimler 178.800 Autos (+16%). Von dort stammt auch der neue Großaktionär von Daimler. Li Shufu, Gründer und Eigentümer der chinesischen Automarke Geely, beteiligte sich Anfang des Jahres über die Investmentgesellschaft Tenaclou3 mit 9,69%.

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Damit hat Daimler plötzlich einen Investor mit strategischen Zielen. Den Schwaben fehlte im Vergleich zu anderen deutschen Automobilkonzernen ein Großinvestor, der dem Management den Rücken stärkt. Die bisher größten Anteilseigner, das Emirat Kuwait, BlackRock und Renault/Nissan haben sich größtenteils aus dem Geschäft herausgehalten. Der chinesische Investor versucht seit längerem Daimler zu einer Partnerschaft zu bewegen. Mit seiner Beteiligung versucht er ohne Frage seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen.

5,6% Dividende und wie wir damit umgehen

Auch wenn es überraschend klingt: In den kommenden 6 bis 12 Monaten rechnen wir auch aufgrund des Dieselskandals nur mit einer durchschnittlichen Kursentwicklung. Was nutzt die hohe Dividendenrendite von 5,6% und die günstige Bewertung bei gleichsam guten Produkten, wenn am Markt Unsicherheit herrscht.

Zum Dieselskandal kommt sogar noch ein laufendes Kartellverfahren. Wir empfehlen Privatanlegern, von der Aktie erst einmal die Finger zu lassen. Ein Fahrzeug aus dem Hause Daimler ist auf dem aktuellen Niveau die bessere Wertanlage. Wir empfehlen Ihnen aber unbedingt einen Benziner!


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Von: Volker Gelfarth. Über den Autor

Der Diplom-Ingenieur lernte die Schwächen und Stärken eines Unternehmens selbst als Manager kennen, bevor er sich voll und ganz der Value-Analyse widmete. Er ist Chefredakteur für die Dienste Aktien-Analyse, Gelfarths Dividenden-Letter, Gelfarths Premium-Depot und Strategisches Investieren.