58% Prämie: Liberty Interactive macht GCI-Investoren Traum-Offerte

Auch heute dreht sich das Übernahme-Karussell wieder mit hoher Geschwindigkeit: Gleich mehrere Deals über 1 Mrd. Dollar wurden in Europa und den USA verkündet.

In Europa ist die Schweizer ABB mit von der Partie; die sichert sich den österreichischen Automations-Spezialisten B&R.

Der Deal des nicht börsennotierten Unternehmens dürfte ein Volumen von 1,7 – 2 Mrd. Dollar haben.

ABB bezeichnet die Übernahme als „wichtigsten Deal“, da er eine Lücke in der Angebots-Palette schließe.

Bei dieser Übernahme profitieren auf der Kapitalseite lediglich die Eigentümer Erwin Bernecker und Josef Rainer.

Dagegen können sich in den USA die Anleger von General Communication über ein Übernahme-Angebot mit ausgesprochen hoher Prämie freuen:

Liberty Interactive bietet einen Aufschlag von 58% auf den Börsenkurs.

GCI-Aktie schießt über den Angebots-Preis – Aktientausch und Abspaltung beflügeln auch Aktie des Bieters

An der Börse startet die Aktie kräftig durch und liegt kurz nach Handelsbeginn bereits oberhalb des Übernahme-Angebots.

Grund dafür ist, dass die Offerte in Aktien ist und die zugrundegelegte Aktie des Bieters mit abhebt.

Wenn trotz eines Aufschlags von über 50% die Investoren bei der Aktie des Bieters zugreifen, dann muss der Deal schon äußerst vorteilhaft sein.

In diesem Fall spielt allerdings die komplexe Deal-Struktur noch eine Rolle.

Durch eine spätere Abspaltung des zugekauften Teils und eines bestehenden Unternehmens-Bereichs profitiert nämlich auch die Bieter-Aktie.

Gerüchte-Küche: Verizon schielt auf Charter Communications

John Malones Medien- und Kabel-Imperium hat einmal mehr zugeschlagen:

Es ist dabei sogar sehr gut möglich, dass Sie den Namen in diesem Jahr nicht zum letzten Mal im Zusammenhang mit einer Übernahme gehört haben.

Denn in der Kabel- und Medien-Branche rumort es nach einer Reihe von Deals weiter: Unter Umständen gibt es im Kabel-Bereich sogar einen Deal, der die 100-Mrd.-Dollar-Marke sprengt.

Zu Beginn des Jahres hieß es:

Branchen-Primus Verizon habe bei der Nr. 2 der Branche, Charter Communications, vorgefühlt, ob ein Zusammengang des Mobilfunkers mit dem Kabelnetz-Betreiber sinnvoll wäre.

Der Erfolg einer Offerte würde dann wiederum von der Fürsprache von John Malone abhängen, der über seine Liberty Gruppe 25% an Charter hält.

Pandora Media: Malones nächste Milliarden-Übernahme?

Auch an anderer Stelle spielt Malone eine wichtige Rolle. Der Liberty-Tochter Sirius wird ein Übernahme-Interesse an dem Musik-Streaming-Dienst Pandora Media nachgesagt.

Angeblich soll Sirius 2016 bereits eine Offerte von 15 Dollar je Aktie lanciert haben, doch der Übernahme-Kandidat soll 20 Dollar verlangt haben.

Liberty CEO Greg Maffei bekräftigte zu Beginn dieses Jahres in einem Interview sein Interesse an Pandora.

Allerdings nannte er mit 10 Dollar je Aktie einen Preis, der sich wohl kaum bei dem aufstrebenden Übernahme-Kandidaten durchsetzen lässt.

Vielleicht wollte er aber damit auch nur die Übernahme-Spekulationen eindämmen, denn der Aktienkurs von Pandora wurde durch die Gerüchte nach oben getrieben.

Gut möglich, dass man sich am Ende doch noch findet und der eifrige Deal-Maker John Mallone an der nächsten Milliarden-Übernahme beteiligt ist.

4. April 2017

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Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Ein gewiefter Börsen-Profi leitet die Recherche beim "Übernahme-Gewinner". Jens Gravenkötter ist Chefredakteur bei dem erfolgreichen neuen Service.

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