600 Punkte Verlust! DAX bricht nach unten weg!

DAX Anzeigetafel RED – Deutsche Börse AG

Heute hat der DAX 600 Punkte angegeben. Das kommt nicht häufig vor. Schauen wir, ob es morgen eine Gegenreaktion gibt! (Foto: Deutsche Börse AG)

Dass nach dem Hexensabatt am Freitag die Kurse in dieser Woche fallen können, hatte ich Ihnen gesagt. Doch so schnell und in diesem Ausmaß hatte ich auch nicht erwartet. Vielleicht bis zum Ende dieser Woche, aber nicht schon am Montag. Das war heute schon etwas verrückt.

DAX im Tageschart

Hier sehen Sie den bekannten Chart plus die heutige Tageskerze. Wir haben also die Trendlinie nach unten gebrochen: im typischen DAX-Style und zwar per Kurslücke. Anders geht es im regulären Handel offenbar nicht.

Wir sind heute bereits tiefer als die letzten beiden Tiefs bei 12.750 und 12.640. Das ist beeindruckend. Hier hält gar nichts. Kleine Randnotiz: Pivotpunkte geben in der Regel die maximalen Bewegungen an einem Tag an. Der unterste Pivotpunkt heute lag bei 12.811 Punkten. Diese Marken haben wir deutlich durchbrochen!

Aktuell notieren wir rund 600 Punkte niedriger als am Freitagabend. Das ist sportlich. Gerade für den DAX, der die letzten Wochen im Schlafwagen gelebt hat. Doch so ist das nun einmal, wenn lange nichts passiert. Die Bewegung staut sich an und dann gibt es eine Explosion. Oder eher wie heute eine Implosion.

Derzeit wurde der DAX aufgefangen auf den Tiefs von Anfang August bei 12.520 in etwa. Irgendwo kommen immer einmal Käufer rein. Das ist ganz normal. Ich bin heute bei knapp unter 12.800 Punkten long eingestiegen und werde entsprechend nachlegen, wenn es deutlich weiter nach unten geht. Die nächsten Wochen können noch wesentlich tiefer verlaufen. Am Ende des Jahres wäre es aber nicht untypisch, wenn wir wieder im Bereich über 13.000 Punkte stehen. Warten wir es ab.

DAX: Wie geht es weiter?

Die einfache Variante wäre jetzt, wenn es morgen wieder steil nach oben ginge. Doch davon gehe ich in den meisten Fällen nicht aus. So ein gigantischer Abverkauf, schreit jetzt nicht sofort nach 600 Punkten plus am Dienstag. Klar, eine Gegenbewegung ist machbar. Jetzt wird es ja auch wieder turbulenter an den Märkten. Das ist ganz normal und passt zur Saison.

Da kann es 600 Punkte runter an einem Tag gehen und am nächsten wieder 400 hoch. Wichtig ist, dass wir jetzt endlich den Staub vom DAX abschütteln und die Action wieder zunimmt. Doch wie tief kann der DAX jetzt eigentlich noch fallen?

Die nächste größere Unterstützung hat auf der unteren Trendlinie im Chart aufgesetzt. Das ist die Zone zwischen 12.250 bis 12.300 Punkten. Es ist also durchaus realistisch, dass wir diesen Bereich in dieser Woche noch berühren. Ob wir da komplett durchfallen oder danach wieder steigen, müssen wir sehen. Ich habe bei 12.250 noch eine Kauforder in den Markt gelegt, weil ich dort spätestens mit einer Gegenbewegung rechne. Es kann noch etwas tiefer fallen, um ein paar Stopps abzufischen. Außerbörslich war das Tief damals Ende Juli bei 12.209 Punkten. Doch auf die 40 Punkte soll es nicht ankommen. Wenn wir bald wieder bei 13.300 stehen, ist es mir wichtiger, dass ich in den Markt komme und nicht zum perfekten Zeitpunkt.

Doch was ist, wenn die 12.200 nicht halten?

Die nächsten Ziele wären dann 12.000 Punkte und danach 11.600 Punkte. Hier startete die untere Trendlinie, die Sie im Chart oben sehen. Ja und wenn sogar das brechen würde, könnten wir sogar bald wieder unter 11.000 Punkten stehen. Das wäre was! Dann freuen sich alle Anleger, die sich die aktuelle Rallye seit März nicht vorstellen konnten. Sie bekommen eine neue Chance ordentlich einzukaufen und das zu guten Preisen.

Wir sind heute übrigens beim 50er Retracement der Aufwärtsbewegung seit Juli. Die 12.300 Punkte wären etwa das 62er Retracement. Das sagen zumindest die Xetra-Kurse. Wenn wir die gesamte Strecke seit dem Corona-Tief nehmen, liegt bei 12.232 das 24er Retracement.

Ein dreifaches Fibonacci Cluster gibt es dazu im Bereich um 11.400 bis 11.500 Punkte. Das 38er Retracement der Gesamtstrecke liegt bei 11.472 Punkten. Nehmen wir das nächsthöhere Tief Anfang April bei 9.337 Punkten als Basis, sehen wir bei 11.400 Punkten das 50er Retracement. Und gehen wir noch ein höheres Tief weiter und legen dort das Fibonacci Retracement an, sehen wir bei 11.421 Punkten das 62er Retracement.

In dieser Zone gibt es also gebündelten Widerstand – falls wir soweit fallen sollten. Dann wäre das demnach ein Bereich, in dem die Kurse drehen oder zumindest der Abverkauf erst einmal gestoppt werden könnte. Doch das besprechen wir, wenn es soweit ist. Heute hat der DAX 600 Punkte angegeben. Das kommt nicht häufig vor. Schauen wir, ob es morgen eine Gegenreaktion gibt!

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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

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