Aus Feinden werden Freunde: Bierkonzerne einigen sich auf Milliardendeal

Bereits vor einigen Tagen habe ich Ihnen an dieser Stelle von der heißen Übernahmeschlacht der zwei Bier-Riesen AB InBev (Beck’s, Budweiser) und SAB Miller (Pilsner Urquell, Foster’s) berichtet.

AB InBev hat für die Nummer 2 der Branche SAB Miller ein Angebot von 104 Mrd. Dollar auf den Tisch gelegt. Dies entsprach einem Aktienkurs von 42 Pfund. Doch wie schon zweimal zuvor lehnt das Übernahmeziel die Offerte entschieden zurück.

Gerüchteweise lag die Forderung von SAB Miller hingegen bei 45 Pfund je Aktie. Jetzt folgt die entscheidende Wende. Der Brauereikozern AB InBev bessert sein Angebot nach und erhöht das Kaufangebot auf 44 Pfund je Aktie. Damit könnte das seit September andauernde Gefeilsche doch noch ein Ende finden.

Grundlage für den größten Brauereikonzern der Welt ist gelegt

Wie den Meldungen zu entnehmen ist, haben beide Konzerne eine Grundsatzeinigung über das Kaufangebot erzielt. In den vergangenen Wochen hatte AB InBev wiederholt seine Offerte nachgebessert. Jetzt wird die Nummer 2 offenbar schwach. Das ist gut nachvollziehbar.

Denn immerhin liegt das Angebot mittlerweile 50% über dem Schlusskurs vom 14. September. Zukünftig wird jedes dritte Bier weltweit aus dem fusionierten Konzern kommen.

Bar-Offerte oder gemischtes Angebot

Der Brauereikonzern fährt bei seiner Übernahme zweigleisig. Zum einen bietet er den Aktionären eine reine Cash-Offerte. Zum andere lockt der Megakonzern Großaktionäre mit einem gemischten Angebot aus Bargeld und Aktien.

Auch wenn SAB Miller grundsätzlich mit der Übernahme einverstanden ist, erbat sich der Konzern eine Verlängerung der Angebotsfrist um zwei Wochen. Die neue Frist für das verbindliche Angebot läuft nun bis zum 28. Oktober. Zusätzlich ist eine Vertragsstrafe von drei Mrd. Dollar vereinbart worden (zahlbar an SAB Miller), falls das Geschäft doch nicht zustande komme.

Position in Afrika soll deutlich ausgebaut werden

Mit dem Megadeal verfolgt AB InBev vor allem eins. Die Präsenz in Afrika soll massiv ausgebaut werden. Da die Industriestaaten nur noch schwaches Wachstums versprechen, sucht das Unternehmen zunehmend Geschäft in Schwellenländern. Vor allem in den USA kämpft der Konzern mit der Beliebtheit von unabhängigen kleinen Brauereien.

Diese haben zuletzt mit trendigen Bieren den Großkonzernen Marktanteile abluchsen können. Allein 2014 legte ihr Absatz um 17,6% zu. Mit traditionellen Bieren, aber auch mit exotischen Innovationen wie wie Himbeer- oder Kürbismixturen haben sie sich einen Marktanteil von 11% erkämpft. Für Sie zum Vergleich: Insgesamt wuchs der Bierabsatz in den USA um gerade einmal 0,5%.

SAB Miller handelt deutlich unter Übernahmepreis

Im Zuge der Meldungen macht die SAB Miller-Aktie einen Kurssprung um 9%. Dennoch handeln die Anteilsscheine um gut 10% unter dem Übernahmepreis. Ein Grund könnte in den erwarteten Verhandlungen mit den Wettbewerbsbehörden liegen.

Denn die kombinierte Firma würde mehr als 50% des Marktes kontrollieren. Daher muss AB InBev Vermögenswerte von über 16 Mrd. Dollar abstoßen, um die Genehmigung für den Deal zu erlangen.

Das schafft zusätzliche Unsicherheit. Auch die Finanzierung ist mit einem Volumen von 70 Mrd. Dollar nicht ganz ohne.

Unterm Strich ist die Wahrscheinlichkeit für die Transaktion aber deutlich gestiegen. Anleger sollten sich aber darauf einstellen, dass noch einige Zeit ins Land geht, bevor der Deal komplett in trockenen Tüchern ist.


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13. Oktober 2015

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

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