So sind Sie als Anleger auf die „Brexit“-Abstimmung vorbereitet

In diesen Tagen fragen mich viele meiner Leser nach dem Thema „Brexit“. Der mögliche Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) sorgt schon seit einiger Zeit für Unsicherheit unter den Anlegern. Vor der in zwei Wochen anstehenden Abstimmung dem Aktienmarkt komplett den Rücken zu kehren, ist dennoch keine Lösung – zumindest keine vernünftige.

Vergessen Sie die Umfragen

Am 23. Juni ist es soweit. Dann stimmen die Briten darüber ab, ob sie weiter in der EU bleiben oder nicht. Wie das Votum ausfällt, ist derzeit völlig offen. Waren die Brexit-Gegner noch vor einigen Wochen relativ deutlich in der Überzahl, haben den jüngsten Umfragen zufolge die Befürworter knapp die Nase vorn.

Zwischen Pro und Contra liegen nur zwei Prozentpunkte. Zudem ist ein guter Teil der Befragten noch unentschlossen.

Diese täglichen Wasserstandsmeldungen können Sie getrost vergessen. Schon im Vorfeld der Abstimmung über Schottlands Unabhängigkeit 2014 wie auch bei den Unterhauswahlen im vergangenen Jahr lagen die Umfragen meilenweit daneben.

Zumindest etwas vertrauenswürdiger sind da möglicherweise die bei den Buchmachern platzierten Wetten. Wie Sie wissen, wird in England praktisch auf alles gewettet. So auch auf den Brexit, auf den bislang rund 12.000 Wetten abgegeben wurden. Der führende britische Wettanbieter William Hill beziffert die Wahrscheinlichkeit, dass Großbritannien in der EU bleibt, immerhin auf 77%.

„Brexit“ hätte vor allem für die britische Wirtschaft negative Folgen

Fast alle Experten sind sich einig, dass ein EU-Austritt vor allem für die britische Wirtschaft selbst erhebliche negative Folgen hätte. Denn dadurch wäre den Briten der freie Zugang zum EU-Binnenmarkt künftig verwehrt.

Freihandelsabkommen müssten neu verhandelt werden. Hier droht zumindest eine Phase der Unsicherheit, die die britische Wirtschaft für längere Zeit ausbremsen wird.

Darüber hinaus wären auch zahlreiche deutsche Unternehmen betroffen. Schließlich ist Großbritannien der drittgrößte Handelspartner Deutschlands. Auch in der deutschen Wirtschaft wäre daher mit negativen Folgen zu rechnen.

Am 23. Juni ist die Unsicherheit aus dem Markt

Ich bin zwar durchaus optimistisch, dass die Brexit-Gegner letztlich die Oberhand behalten. Eine Garantie, dass bei der Abstimmung in zwei Wochen die Vernunft siegt, gibt es dennoch nicht. Aus Anlegersicht stellt sich daher die Frage: Was tun?

Eine Prognose über den Ausgang ist unsicher. Und mindestens ebenso unsicher ist es, wie der Aktienmarkt letztlich auf das Ergebnis der Abstimmung reagieren wird. Eines ist jedoch unstrittig: Die Unsicherheit, die schon seit Längerem belastet, ist am 23. Juni aus dem Markt.

Das ist schon einmal positiv. Denn Unsicherheit ist das, was die Anleger am wenigsten mögen. Ich kann mir gut vorstellen, dass die Börsen relativ schnell zur Tagesordnung übergehen, wenn endlich Klarheit herrscht. Selbst, wenn die Brexit-Befürworter gewinnen sollten.

Ihnen als Anleger hilft es nicht weiter, über den Ausgang der Abstimmung zu spekulieren. Ich fahre seit vielen Jahren gut damit, auf die Signale zu hören, die mir der Markt selbst liefert.

Und die waren zuletzt – trotz der jüngsten Umfragen – durchaus positiv. Meine aktuelle Einschätzung der Aktienmärkte lesen Sie morgen in Kapitalmarkt Trends.

8. Juni 2016

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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