DSV übernimmt schweizer Logistikkonzern Panalpina

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Übernahme-Krimi um Panalpina beendet: Die Großaktionäre stimmen der Angebotsnachbesserung zu und verpflichten sich zur Annahme der Tausch-Offerte. (Foto: phongphan / Shutterstock.com)

„Was lange währt, wird endlich gut“, so läßt sich der Übernahmepoker zwischen dem dänischen Logistikunternehmen DSV und der schweizer Panalpina Welttransport AG passend umschreiben. Nach langem Hin und Her haben auch die drei größten Anteilseigner von Panalpina – die Ernst-Göhner-Stiftung, Cevian Capital sowie Artisan Partners, der Übernahme zugestimmt.

Wie Panalpina heute Morgen mitteilte, werden die Großaktionäre ihre Anteile im Rahmen eines öffentlichen Tauschangebots dem Konkurrenten DSV andienen. Damit haben sich eine deutliche Mehrheit der Aktionäre, die insgesamt 69,9% der Panalpina-Aktien halten, unwiderruflich bereit erklärt, das öffentliche Umtauschangebot zu akzeptieren.

Nochmalige Verbesserung des Angebots

Bereits am 15. Januar 2019 hatte DSV ein erstes Angebot für die Übernahme von Panalpina vorgelegt. Nach mehreren Nachbesserungen haben sich die Verhandlungspartner jetzt auf ein Umtauschangebot von 2,375 DSV-Aktien für eine Panalpina-Aktie geeinigt.

Umgerechnet entspricht dies einem Angebotspreis von 195,80 CHF je Panalpina-Aktie. Bezogen auf den  Schlußkurs vom Freitag wird Panalpina folglich mit einem Marktwert von 4,6 Milliarden Franken (4,1 Mrd. EUR) bewertet.

Panalpina-Kurs zieht an

Wie nicht anders zu erwarten, stieg der Kurs der Panalpina-Aktien deutlich: Zum Börsenstart legten Panalpina-Papiere um 15,5 Prozent auf 191,50 Franken zu. DSV-Werte hingegen verloren zunächst 4,1 Prozentpunkte, erholten sich im weiteren Verlauf aber ein wenig.

Dies deutet darauf hin, dass die Investoren des Bieters vom Mehrwert des Deals noch nicht ganz überzeugt sind. Nach mehreren Aufstockungen ist es immer schwierig, den Aktionären zu erklären, dass auch ein deutlich höherer Preis als ursprünglich geplant noch von Vorteil ist.

Auf dem Weg zum Weltmarktführer

Der Übernahmedeal soll bis zum Jahresende abgeschlossen werden. Nach Abschluss des Deals werden DSV und Panalpina zu einem der weltweit größten Transport- und Logistikunternehmen mit einem Gesamtumsatz von rund 118 Mrd. DKK (ca. 15,81 Mrd. EUR) und einer Gesamtbelegschaft von mehr als 60.000 Mitarbeitern. Das neue Unternehmen soll unter dem Namen DSV Panalpina firmieren.

Großaktionär ist das Zünglein an der Wage

Noch im Februar hatte der größte Anteilseigner von Panalpina, die Ernst-Göhner-Stiftung (EGS), das Übernahmeangebot kategorisch abgelehnt. Aber wie so oft im Übernahmegeschäft ließ die Bieterin nicht locker, sondern besserte ihr Angebot nach, um eine freundliche Übernahme herbeizuführen.

Und so kam es, dass auch der EGS-Stiftungsrat seine Meinung änderte. Nach intensiver Prüfung entschied EGS schließlich einstimmig, „dass die vorgeschlagene Zusammenführung unter dem Dach des DSV die besten Chancen für Panalpina bietet, zukünftige Marktherausforderungen aus einer Position der Stärke zu meistern und Wert für alle Beteiligten zu schaffen“, so Stiftungsratmitglied Thomas A. Gutzwiller.

EGS wird auch größter Anteilseigner der neuen DSV Panalpina

Nach Abschluss der Transaktion wird die Ernst-Göhner-Stiftung mit einem Anteil von rund 11 % größter Einzelaktionär des neuen Konzerns. DSV Panalplina hat sich schon jetzt verpflichtet, einen von der EGS vorgeschlagenen Kandidaten für die Wahl in den Verwaltungsrat der DSV zu nominieren.

Die EGS wiederum hat sich festgelegt, ihre DSV Panalplina-Aktien für einen Zeitraum von 2 Jahren nach Angebotsende nicht an Dritte zu veräußern.


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Jens Gravenkötter
Von: Jens Gravenkötter. Über den Autor

Der gewiefte Börsen-Profi Jens Gravenkötter verdankt seinen Erfolg nicht zuletzt seinem Wissen aus seiner Ausbildung zum Bankkaufmann und seinem Studium der Volkswirtschafslehre.