Sparen – aber richtig!

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Das traditionelle Sparen hat ausgedient. Deshalb sollten Sie den zweiten Lockdown dazu nutzen, um Ihr Anlageverhalten zu überdenken. (Foto: Whyframe)

Am vergangenen Freitag war, wie immer am letzten Arbeitstag im Oktober, “Weltspartag”. Seit fast einem Jahrhundert gibt es diesen Tag, der auf dem ersten Internationalen Sparkassenkongress 1924 in Mailand beschlossen wurde, um das Sparen zu fördern. Leider ist das traditionelle Sparen in unserer Zeit komplett überholt.

Mit Sparanlagen vernichten Sie Ihr Kapital

Mein 10-jähriger Sohn Jan hat zwar auch ein Sparbuch. Dennoch haben wir uns am Freitag den Weg zur Sparkasse und damit – auch wegen Corona – das Gedränge vor den Bankschaltern erspart. Denn erschreckenderweise erfreut sich das Sparbuch bei den Deutschen noch immer großer Beliebtheit.

Und das, obwohl es keine Zinsen mehr gibt. Beim Führerscheinsparen meines Sohns liegt der Zins wenigstens noch bei 1%. Ein normales Sparbuch wirft dagegen so gut wie gar nichts mehr ab. Das traditionelle Sparen lohnt sich nicht mehr. Wenn es überhaupt noch einen Mini-Zins gibt, wird der durch die Inflation wieder aufgefressen.

Das heißt für Sie Anleger: Wenn Sie Ihr Geld in Sparanlagen investieren, vernichten Sie unter dem Strich langsam, aber sicher Ihr Kapital.

Überdenken Sie Ihr Anlageverhalten

Falls auch Sie noch immer auf festverzinsliche Anlagen setzen, habe ich eine schlechte Nachricht für Sie: An diesem Horrorszenario für Zins-Sparer wird sich auf absehbare Zeit nichts ändern. Spätestens mit der Corona-Krise sind die Nullzinsen auf Jahre hinaus zementiert.

Deshalb sollten Sie Ihr Anlageverhalten unbedingt überdenken. Ich habe für meinen Sohn bereits wenige Wochen nach seiner Geburt ein Wertpapierdepot bei einem Online-Broker eröffnet. Hier investiere ich sein Geld in Aktien und Aktienfonds – und spare monatlich. Heute verfügt mein Sohn bereits über ein stattliches Aktien-Depot.

Lassen Sie den Zinseszinseffekt für sich arbeiten

Je früher man beginnt, desto besser. Denn gerade über sehr lange Zeiträume entfaltet der Zinseszinseffekt seine volle Wirkung. Was mit einem Sparplan langfristig möglich ist, zeigt Ihnen eine Beispielrechnung. Aus nur 50 Euro monatlich werden bei einer durchschnittlichen Rendite von 8% pro Jahr innerhalb von 30 Jahren rund 71.000 Euro.

Wenn Sie also noch kleine Kinder haben, sollten Sie dem Sparbuch besser den Rücken kehren und stattdessen für Ihre Kleinen einen Wertpapiersparplan einrichten. Denn gerade bei einem sehr langen Anlagehorizont sind die kurzfristigen Kursschwankungen, die viele Anleger nervös machen, nebensächlich. Wenn Sie regelmäßig – am besten monatlich – sparen, können Sie sich zwischenzeitliche Ausschläge sogar zunutze machen.

Aktien sind die mit Abstand lukrativste Anlageklasse

Sehr gefreut haben mich die kürzlich veröffentlichten Ergebnisse einer Umfrage der führenden deutschen Direktbanken Comdirect, Consorsbank und ING. Demnach ist die Zahl der Aktienbesitzer (entweder direkt oder indirekt über Fonds) im Vergleich zum Vorjahr um 5 Prozentpunkte auf 34% gestiegen. Kräftige Zuwächse gab es insbesondere bei jüngeren Anlegern unter 25. Hier stieg der Anteil der Aktienbesitzer gegenüber dem Vorjahr von 26 auf 39%.

Eine sehr erfreuliche Entwicklung. Denn trotz aller Kursschwankungen und vorübergehenden Rückschläge sind Aktien auf lange Sicht die mit Abstand renditestärkste Anlageklasse. Falls Sie bislang also noch nicht oder nur in geringem Maße in Aktien investieren, sollten Sie sich überlegen, Ihr Engagement in diesem Bereich auszuweiten. Möglicherweise finden Sie während des zweiten Lockdowns ja etwas Zeit, um Ihre Anlagen ein wenig zu überdenken.

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Michael Kelnberger
Von: Michael Kelnberger. Über den Autor

Chefanalyst Michael Kelnberger ist der Experte für Aktien. Er setzt auf nachweislich erfolgreiche Anlage-Strategien: Die Trend-Strategie im Dienst Volltreffer Aktien und die mechanische Handlungsstrategie im Ranglisten Investor. So erzielt er für seine Leser beider Dienste stets überdurchschnittliche Renditen. Profitieren auch Sie von seinem Know-How.

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