Schaeffler AG präsentiert Quartalszahlen

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Der Automobilzulieferer Schaeffler hat heute Quartalszahlen vorgelegt und prognostiziert einen deutlichen Umsatzrückgang für das Gesamtjahr 2020. (Foto: Gubin Yury / shutterstock.com)

Die guten Impfstoff-Nachrichten haben sich gestern sehr positiv auf die Börsen ausgewirkt. Insbesondere die stark von der Corona-Pandemie betroffenen Wirtschaftsbereiche konnten hohe Kursgewinne verbuchen.

Dazu zählen neben der Luftfahrtindustrie, die Veranstaltungsbranche und auch die Automobilzulieferer. Ob diese Reaktion allerdings nur ein Strohfeuer war oder von längerer Dauer sein wird, muss sich erst noch zeigen.

Überraschend gute Quartalszahlen bei Schaeffler

Einer der führenden Automobil- und Industriezulieferer Deutschlands, die Schaeffler AG aus dem fränkischen Herzogenaurach, hat heute Quartalszahlen geliefert, die daraufhin deuten, dass der gestrige Kurssprung bei den Schaeffler-Papieren nicht nur allein auf die Impfstoff-Euphorie zurückzuführen ist.

So lag der Umsatz im 3. Quartal 2020 nur um 2,6% unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Im 2. Quartal war die Differenz noch deutlich größer.

Auto-Sparten erholen sich

Hierzu trugen insbesondere die beiden Auto-Sparten des Konzerns bei, in denen sich die Nachfrage im 3. Quartal deutlich verbesserte.

Zu diesen Sparten gehören der Bereich „Automotive Technologies“, in dem Antriebssysteme wie z. B. Motoren- und Getriebeteile sowie Lenkungssysteme produziert werden, und der Bereich „Automotive Aftermarket“, in dem Komponenten und ganzheitliche Reparaturlösungen für den automobilen Ersatzteilmarkt hergestellt werden.

Die dritte Sparte der Schaeffler AG ist der Bereich Industrie. Dieser Bereich liefert Wälz- und Gleitlager, Linear- und Direktantriebstechnik sowie Instandhaltungsprodukte und Monitoringsysteme an Kunden aus verschiedensten Industriebranchen.

Neue Jahresprognose unter Vorbehalt

Ende März hatte Schaeffler die noch kurz vor Ausbruch der Corona-Pandemie gestellte Prognose für 2020 zurückgenommen. Jetzt hat sich der Vorstand der Schaeffler AG auf Basis der aktuellen Informationen zum Geschäftsverlauf im 4. Quartal auf eine neue Prognose für das Geschäftsjahr 2020 verständigt.

Die Schaeffler Gruppe rechnet für das Jahr 2020 mit einem währungsbereinigten Umsatzrückgang von 11,5 bis 13%, d. h. der Jahresumsatz dürfte in diesem Jahr bei 12,53 bis 12,74 Mrd. Euro liegen. Zugleich geht das Unternehmen für das Gesamtjahr 2020 davon aus, eine operative Gewinnmarge (EBIT-Marge) vor Sondereffekten in Höhe von 4,5 bis 5,5% zu erzielen.

Allerdings geht der Schaeffler-Vorstand bei seiner Prognose davon aus, dass die Erholung der für die Schaeffler-Gruppe relevanten Absatzmärkte im 4. Quartal 2020 weiter anhält und es insbesondere infolge der Coronavirus-Pandemie nicht erneut zu wesentlichen negativen Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung kommt.

Zusammenfassend kann man sagen, dass der Automobilzulieferer aus Herzogenaurach sich noch immer in sehr unsicherem Fahrwasser befindet.

Auch wenn die neuesten Zahlen auf eine mögliche Besserung des angeschlagenen Konzerns hindeuten, müssen neben den Corona-bedingten Problemen noch weitere Baustellen abgearbeitet werden. Eine Investition drängt sich hier daher meines Erachtens aktuell nicht auf.

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Tobias Schöneich
Von: Tobias Schöneich. Über den Autor

Tobias Schöneich, Jahrgang 1982, begeistert sich seit der Jahrtausendwende und somit seit den Zeiten des New-Economy Booms für das Thema Börse und alles unmittelbar damit Verbundene.

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