Aixtron-Aktie zündet nach starken Zahlen fulminante Kursrally

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Aixtron-Aktie mit kräftiger Kursrally: Anleger feiern anziehende Nachfrage. Firmenboss stellt bis zu 30% Umsatzplus für laufendes Geschäftsjahr in Aussicht (Foto: spainter_vfx/Shutterstock)

Nahezu unbeeindruckt von der jüngsten Schwäche bei Technologieaktien zeigte sich die Kursentwicklung des TecDax-Unternehmens Aixtron. Seit dem Jahreswechsel verteuerten sich die Papiere um mehr als 20%. Dabei ging der letzte Kursschub auf das Konto von starken Zahlen und einem zuversichtlichen Ausblick der Konzernführung. Erstmals seit über zehn Jahren stellt Aixtron sogar eine Dividende in Aussicht.

Aixtron – Spezialmaschinenbauer für die Halbleiterindustrie

Bevor ich auf die aktuellen Zahlen eingehe, möchte ich Ihnen das Geschäftsmodell des Unternehmens erst einmal näher vorstellen: Aixtron ist ein führender Anbieter von Depositionsanlagen für die Halbleiterindustrie. Das Unternehmen wurde 1983 gegründet und hat seinen Sitz in Herzogenrath sowie Niederlassungen und Repräsentanzen in Asien, den USA und Europa. Die Produkte der Gesellschaft werden weltweit von einem breiten Kundenkreis zur Herstellung von leistungsstarken Bauelementen für elektronische und opto-elektronische Anwendungen auf Basis von Verbindungs- oder organischen Halbleitermaterialien genutzt.

Eingesetzt werden diese Bauelemente in der Displaytechnik, der Signal- und Lichttechnik, Glasfaser-Kommunikationsnetzen, drahtlosen und mobilen Telefonie-Anwendungen, der optischen und elektronischen Datenspeicherung, LEDs, Photovoltaik sowie einer Reihe anderer High-Tech-Anwendungen. Zu den Kunden zählen viele namhafte internationale Elektronikkonzerne wie Osram, Philips, Merck, Mitsubishi, Sumitomo oder Samsung sowie zahlreiche kleinere Hersteller mikro- und optoelektronischer Bauelemente.

Geschäftsdynamik zieht im Schlussquartal rasant an

Der erste Blick auf das Zahlenwerk dürfte die Anleger nicht wirklich vom Hocker gerissen haben. Im zurückliegenden Gesamtjahr kletterten die Umsätze nur leicht um 4% auf 269,2 Millionen Euro. Allerdings verzeichnete Aixtron einen beeindruckenden Schlussspurt: Im vierten Quartal schossen die Umsätze mit einem Zuwachs um 69% auf 108 Millionen Euro förmlich in die Höhe. Beim operativen Gewinn (EBIT) blieben 34,8 Millionen Euro hängen. Damit lag die EBIT-Marge bei 13% und somit im Zielkorridor der firmeneigenen Prognose.

Für die Anleger ist es jetzt entscheidend, ob es sich hierbei um einen längerfristigen Trend oder um eine Eintagsfliege handelt. Der Konzern hat hierzu eine klare Meinung.

Für 2021 deutliches Wachstum erwartet

Wie das Management betonte, steigt die Nachfrage nach Halbleitern derzeit wegen Themen wie Breitbandausbau, E-Mobilität und Energieeffizienz weiter an. Mut macht vor allem der Auftragseingang, der zuletzt mit 301 Millionen Euro lag und den Vorjahreswert um 30 % übertraf. Für das laufende Jahr rechnet Aixtron mit einem Umsatzsprung von bis zu 30% auf 320 bis 360 Millionen Euro.

Rentabilität soll sich spürbar verbessern

Zugleich peilt Aixtron eine deutlich höhere Rendite an. Für das laufende Geschäftsjahr stellt der Aixtron-Vorstand eine Steigerung der EBIT-Marge auf 16 % in Aussicht. Weiter unklar bleibt allerdings, ob Aixtrons Einstieg in die OLED-Technologie gelingt. Das Unternehmen steckt weiter in Verhandlungen mit einem südkoreanischen Konzern – mutmaßlich Samsung – über den letzten Schritt auf dem Weg zur Serienreife. Diese Gespräche könnten sich laut Aixtron aber noch Wochen oder Monate hinziehen.

Zugleich kündigte der Halbleiterausrüster an, dass die Anleger erstmals seit 10 Jahren wieder mit einer Dividende rechnen können.

Fazit: Mit einem starken Schlussquartal konnte Aixtron die selbstgesteckten Ziele am Ende doch noch erreichen. Nun bleibt es spannend zu sehen, ob die hohe Geschäftsdynamik auch in den kommenden Quartalen Bestand haben wird. Die jüngste Kursrally hat den Börsenwert von Aixtron auf 2,1 Milliarden Euro getrieben. Ein Großteil der Anleger scheint offenbar von der Fortsetzung des Booms überzeugt zu sein.

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Aixtron: Weitgehend immun gegen die aktuelle KriseDer starke Auftragseingang bei Aixtron lässt Anleger hoffen - das Management rechnet mit kräftiger Erholung im zweiten Halbjahr. › mehr lesen


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Rene König
Von: Rene König. Über den Autor

Chefanalyst Rene König ist Experte für Aktien. Sein Fokus liegt auf der Analyse wegweisender Robotik-Unternehmen, die sich durch stabile Geschäftsmodelle und planbare Rendite auszeichnen.

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