A.S.-Creation-Aktie: Sinkflug nach neuen Zahlen bei Tapeten-Hersteller

Oft sind es Familien-Unternehmen, die sich erfolgreich in Nischen-Märkten positionieren.

So verhält es sich auch beim Gummersbacher Tapeten-Produzent A.S. Creation, der bereits 1974 gegründet wurde.

Lange Zeit galt die Firma als Geheimtipp unter sogenannten Nebenwerte-Spezialisten, also Anlegern, die sich auf klein kapitalisierte Firmen spezialisiert haben.

A.S. Creation mit Sand im Getriebe

Doch seit geraumer Zeit stockt es im Getriebe…

Mit den gerade vorgelegten Zahlen und der zurückgezogenen Prognose haben die Gummersbacher die Anleger verschreckt und die Aktie in den Keller geschickt.

Seit Jahres-Anfang summieren sich die Verluste immerhin auf 17% – wohlgemerkt in einer Zeit, in der die breiten Aktienmärkten satte Gewinne verzeichneten:

  • DAX: +4,8%,
  • TECDAX: +22%,
  • MDAX: +10%.

Führender Tapeten-Hersteller Europas

Ich möchte Ihnen die Firma A.S. Creation aber erst einmal näher vorstellen.

Denn mit einem Börsenwert von mittlerweile nur noch 68 Mio. € ist die Gesellschaft sicher nicht jedem ein Begriff.

Und dabei ist die Wahrscheinlichkeit sogar hoch, dass Sie schon mal ein Produkt des Konzerns in den Händen hatten.

A.S. Creation ist nämlich der führende Tapeten-Produzent Europas.

Der Konzern erwirtschaftet mehr als 30% des Umsatzes der Tapeten-Industrie in Deutschland.

Der Geschäftsbereich mit Tapeten wird durch das Sortiment mit Dekorations-Stoffen ergänzt.

2 Absatzmärkte stechen heraus

Deutschland und Frankreich sind die wichtigsten Märkte und stehen zusammen für deutlich mehr als die Hälfte des Umsatzes:

In der EU insgesamt werden mehr als 80% des Umsatzes erzielt. Die Produktion erfolgt in Deutschland und über ein Gemeinschafts-Unternehmen in Russland.

Angesichts eines modernen Maschinenparks und der Nähe zu den Hauptabsatzmärkten gilt die Produktion unter Branchen-Insidern als wettbewerbsfähig.

Umsatz-Rückgang beschleunigt sich

Schon seit geraumer Zeit kämpft der Konzern mit sinkenden Erlösen. Auch im abgelaufenen 2. Quartal setzte sich der negative Trend ungebrochen fort:

Die Erlöse purzelten mit einem Rückgang von 8% sogar stärker als im Vorquartal (Q1 2017: -5%; Q2 2016: -8%).

Insbesondere der so wichtige Deutsche Markt enttäuschte mit einem Umsatz-Einbruch von 19%.

Lediglich in Osteuropa konnten mit einem Zuwachs von 17% dank besserer Wechselkurse überzeugende Zahlen gemeldet werden.

Verlust im 1. Halbjahr

Wenn Sie auf das komplette 1. Halbjahr schauen, wird das ganze Ausmaß der Lage deutlich:

Bei einem Umsatz von 75,3 Mio. € (-7,3%) musste A.S. Creation sogar einen Verlust in Höhe von 2,2 Mio. € ausweisen.

Für Sie zum Vergleich: Im vergleichbaren Vorjahres-Zeitraum erzielte der Konzern noch einen Gewinn von 5,6 Mio. €.

Keine Trendwende in Sicht – Prognose wird zurückgenommen

Viel schlimmer noch als die aktuelle Entwicklung dürfte die Anleger allerdings der Ausblick geschmerzt haben:

Obwohl die Auftrags-Eingänge im Juli deutlich über dem Vorjahr lagen, hat die Konzernführung ihre Jahres-Prognose auf Grund der anhaltend Unsicherheit zurückgezogen.

Ursprünglich wollte der Konzern bei einem Jahres-Umsatz von 155 – 160 Mio. € einen Gewinn zwischen 4 und 5 Mio. € erreichen.

Jetzt geht es für das Unternehmen v. a. darum den anhaltenden Verdrängungs-Wettbewerb zu überstehen.

Vorrangig dürfte das über eine Anpassung der Kosten-Strukturen passieren.

Eine neue Prognose soll es erst nach Ende des 3. Quartals geben. Solange dürfte die Aktie einer hohen Schwankungsbreite unterliegen.


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1. August 2017

© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

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