Ab nächste Woche fällt der DAX | Black Friday beim Öl

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Die Saisonalität beim DAX verspricht in den nächsten 2 Wochen fallende Kurse. Erst danach steigt der DAX auf ein neues Hoch. Rohöl wird gerade ausverkauft. (Foto: imagentle / shutterstock.com)

Anlauf zur Jahresendrallye – so könnten wir das saisonale Muster in den kommenden 2 Wochen bezeichnen. Schauen wir darauf, wie der DAX sich im Durchschnitt in den vergangenen 10 Jahren verhalten hat, kann er demnächst um 2 Prozent abrutschen. Das wären gut 250 Punkte, also bis unter 13.000.

DAX Saisonalität 10 Jahre

Hier sehen Sie den durchschnittlichen Verlauf des DAX – gemessen an den letzten 10 Jahren. Im Mai verkaufen und im November wieder einsteigen, bringt demzufolge nichts mehr. Die Zeiten haben sich geändert.

Natürlich haben wir dieses Jahr einen totalen Ausreißer. So viele Punkte wie 2019 hat der DAX noch nie in einem Jahr zulegen können. Unterstützend dabei war der große Ausverkauf Ende 2018. 2019 startete die Gegenbewegung und dazu kamen dann noch die Notenbanken, die die Kurse weiter nach oben schoben.

Hatten wir dennoch ein durchschnittliches Jahr im DAX – zumindest, wenn wir den Verlauf der Chartkurven anschauen? Hier der DAX seit Anfang des Jahres.

Die Ausschläge nach oben sind etwas größer, aber die Form ähnelt auf jeden Fall der typischen Kurve. Ein kleines Einknicken im Februar, ein Hoch im Juli, im August das Tief und Anfang Oktober ein höheres Tief. Soweit läuft alles nach Plan für den DAX und seine saisonalen Anleger.

Hält sich der Dezember 2019 an die Saisonalität?

Wenn ja, müsste laut obigem Chart der DAX in den nächsten 2 Wochen in den meisten Fällen Punkte abgeben. Zeit wäre es ja – eher überfällig. Schließlich stößt er sich regelmäßig den Kopf an den Trendkanälen an. Vielmehr geht ohne Übertreibung nicht.

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DAX im Rückwärtsgang: Noch einmal aufbäumen und dann Abverkauf?Der ATR-Indikator bereits uns auf die nächste Konsolidierung im DAX vor. Es kann bereits in der nächsten Woche wieder steil bergab gehen. Mögliches Ziel: 12.800 Punkte. › mehr lesen

Schauen wir aber auf die nackten Zahlen, waren in den vergangenen 10 Jahren die ersten 2 Dezemberwochen nur in 50 Prozent der Fälle negativ. Im Durchschnitt verliert der DAX 1,37 Prozent, doch es gab auch Jahre, in denen er etwa 2 (dreimal) und einmal sogar fast 8 Prozent zulegen konnte in diesen 2 Wochen.

Sicher ist diese Wette also auf keinen Fall. Das einzige, was dafür spricht, ist die Chartkurve des bisherigen Jahres. Ansonsten haben die vergangenen 10 Jahren nur eines gemeinsam: eine erhöhte Volatilität. Was außerdem auffällt: Die Kurse laufen meist nur in eine Richtung. Hat der DAX sich also Anfang Dezember dafür entschieden zu fallen oder zu steigen, verlaufen auch die nächsten 2 Wochen meist so.

In stark negativen Jahren gab es selten überhaupt ein Plus zu sehen und genauso andersherum. Für Sie bedeutet das: Gehen Sie dem DAX im Dezember ein oder zwei Tage Zeit die Richtung anzuzeigen und springen Sie dann mit aufs Pferd auf. In diesem Jahr ist Freitag der 13. Dezember dann der Zeitpunkt den Trade zu schließen und auf eine Gegenbewegung zu setzen. Zumindest, wenn der DAX sich brav an sein Muster hält. Warten wir es ab, wie es wirklich kommt.

Rohöl wird vor dem Wochenende nach unten gedrückt

Auch das könnte ein Zeichen dafür sein, dass wir in den nächsten Tagen fallenden Aktienmärkte sehen werden, jedenfalls werden die Bären das so interpretieren. Heute startete der Ausverkauf beim Rohöl – passend zum Black Friday. Über 4 Prozent ging es bereits nach unten. Mal schauen, wo wir heute am Ende stehen. Dass WTI aus seinem Trendkanal kurz ausbricht, ist nicht wirklich neu. Immer wieder gibt es extreme Situationen und danach renkt es sich wieder ein.

Nur weil WTI aktuell außerhalb des Kanals notiert, ist das also noch kein Grund hektisch zu werden. Wir sind am unteren Bereich. Ein leichtes Überschießen kann schon einmal vorkommen. Wenn vor Weihnachten die Kurse Richtung 60 US-Dollar laufen, wäre das insofern auch kein Wunder.

Das letzte Intraday-Tief liegt bei 54,9 US-Dollar, das Tief auf Schlusskursbasis bei 55,39. Sollten die Kurse darunter schließen, können wir von einem Trendwechsel sprechen. Erst dann ist eine neue Bewegung Richtung 52 US-Dollar wieder möglich.

Laut Twitter liegt der Preissturz übrigens an folgendem Gerücht: Nächste Woche treffen sich die OPEC-Mitglieder und wollen offenbar nicht weiter die Förderung beschränken. Darauf hatte der Markt wohl spekuliert. Wenn es keine künstliche Verknappung gibt, muss das Öl auch nicht teurer werden.


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Von: Michael Berkholz. Über den Autor

Michael Berkholz entdeckte vor einigen Jahren seine Leidenschaft fürs Trading und gibt sein Wissen heute mit großer Leidenschaft an seine Leser weiter.