ABB-Aktie: Schweizer Großkonzern reitet die Elektrowelle

ABB: International tätige Schweizer Firma der Elektro- und Automatisierungs-Technik mit einer Übernahme und einem neuen Großauftrag. (Foto: wallix / Shutterstock.com)

Das anhaltend niedrige Zinsniveau heizt die Übernahme-Aktivitäten weiter an.

So hat der Siemens-Rivale ABB gerade seinen 2. milliardenschweren Deal innerhalb von gerade einmal 6 Monaten bekanntgegeben.

Was sind die Hintergründe des Mega-Deals? Wie steht es um die langfristigen Perspektiven des Kerngeschäfts? Wie schätzen Analysten den Zukauf ein?

ABB im Porträt

Der Schweizer Konzern ist ein international tätiges Unternehmen der Elektro- und Automatisierungs-Technik.

ABB bietet seinen Kunden ein umfassendes Angebot an Produkten, Systemanlagen, Lösungen und Services, welche die Sicherheit und Betriebsfähigkeit von Stromversorgungs-Netzen gewährleisten sollen.

Dabei gilt der Konzern als einer der führenden Anbieter von Automatisierungs-Systemen und -Lösungen für die unterschiedlichsten Industriezweige.

Die Produkt-Palette reicht von

  • Automatisierungs-Produkten wie Antrieben, Motoren und Antriebs-Elektronik,
  • über Leit- und Messtechnologie-Produkte wie Analyse-Geräte, Mess- und Dosier-Geräte,
  • sowie Steuerungs- und Informations-Systemen
  • bis hin zu Roboter-Produkten und -systemen
  • sowie Diesel-Motoren und Turboladern.

ABB stärkt mit Übernahme Marktstellung in den USA

Mit dem gerade verkündeten Deal stärkt der Züricher Konzern vor allem seine Position mit Elektro-Bauteilen und Strom-Aggregaten in den USA.

Dabei legt ABB für die Sparte GE Industrial Solutions vom Rivalen General Electric immerhin 2,6 Mrd. Dollar auf den Tisch.

Das übernommene Geschäft von GE erzielte im vergangenen Jahr einen Umsatz von rund 2,7 Mrd. Dollar und eine Ebitda-Marge (operative Umsatzrendite) von etwa 8%.

Deal drückt erstmal auf die Gewinnmarge

Die Experten unter Ihnen haben es vielleicht schon bemerkt.

Die Rendite des Übernahmeziels liegt mit 8% deutlich unter der Zielrendite von ABB, die in dieser Sparte mit 15 und 19% Ebitda-Marge anstrebt.

Firmenchef Spiesshofer rechnet damit, bis zum Jahr 2020 die GE-Tochter auf das Gewinn-Niveau heben zu können.

Ab dem 5. Jahr rechnet er mit Kosten-Einsparungen von 200 Mio. Dollar pro Jahr.

2. Deal in 6 Monaten

Bereits im April machte ABB mit einer Großübernahme auf sich aufmerksam.

Auch wenn der exakte Kaufpreis nicht veröffentlicht wurde, dürfte ABB für den österreichischen Steuerungs-Hersteller Bernecker & Rainer knapp 2 Mrd. Dollar hingeblättert haben.

Der Zukauf sollte vor allen Dingen den Rückstand zum Erzrivalen Siemens verkürzen.

Größte Batterie-Fabrik Europas setzt auf ABB

Unterdessen konnte ABB mit einem Großauftrag punkten: Der Elektrotechnik-Konzern rüstet Europas größte Fabrik für Lithium-Ionen-Batterien mit Technologie aus.

Das Schweizer Unternehmen hat mit der schwedischen Northvolt eine Partnerschaft vereinbart und liefere Industrie-Automation und Elektrifizierungs-Technik.

Das Werk soll europäischen Kunden in der Automobil-Branche und anderen Schlüssel-Industrien hochwertige und flexible Batterie-Lösungen bereitstellen und voraussichtlich im Jahr 2020 die Produktion aufnehmen.

Analysten noch zurückhaltend

Die Experten sind dennoch zurückhaltend und erwarten für 2017 ein Übergangsjahr:

  • Geht es nach den Analysten, dann stagnieren die Gewinne bei 1,20 Dollar je Aktie.
  • Für 2018 geht der Konsens dann von einem Gewinnzuwachs auf 1,37 Dollar je Anteilsschein aus.
  • Das Kursziel auf 12-Monats-Sicht liegt mit 24,15 CHF nur minimal über dem aktuellen Kursniveau von 23,85 CHF.
© Verlag für die Deutsche Wirtschaft AG, alle Rechte vorbehalten
Von: Richard Mühlhoff. Über den Autor

Richard Mühlhoff analysiert die realen Anlageentscheidungen der weltbesten Investoren, wie etwa Warren Buffett oder David Tepper. Die kollektive Intelligenz dieser ausgemachten Top-Investoren ist das Erfolgsgeheimnis des Börsendiensts „Investment-Elite“.

Regelmäßig Informationen über Marktanalysen erhalten — kostenlos!
Profitieren Sie von unserem kostenlosen Informations-Angebot und erhalten Sie regelmäßig die neusten Informationen von Richard Mühlhoff. Über 344.000 Leser können nicht irren.

10 Dividendenaktien, deren Dividende IMMER steigt