ABB setzt auf Wasserstoff und E-Mobilität

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Der Schweizer ABB-Konzern baut Ladesäulen für E-Autos und stattet Schiffe mit Brennstoffzellen aus. (Foto: guteksk7 / shutterstock.com)

Wenn Sie meinen Schlussgong-Newsletter und/oder meine Börsendienste schon länger verfolgen, wissen Sie, dass ich in Sachen Mobilität nicht an die eine große Lösung glaube. Vielmehr denke ich, dass wir unterscheiden müssen zwischen PKW, LKW, dem Flugverkehr, dem Schienenverkehr und der Schifffahrt.

Wir brauchen meines Erachtens einen klugen Mix aus E-Mobilität und Brennstoffzellentechnologie (Wasserstoff-Antriebe), und wir werden auch noch viele Jahre oder sogar Jahrzehnte den Verbrennungsmotor nutzen. Daher ist es auch nicht klug, den Diesel oder den Verbrennungsmotor im Allgemeinen zu verteufeln. Diese Einschätzung vorab zum Thema Mobilität der Zukunft.

Mein heutiges Schlussgong-Thema ist der Schweizer ABB-Konzern, der (und das begrüße ich ausdrücklich) auf eine Mischung aus E-Mobilität und Brennstoffzellentechnologie setzt. Blicken wir zunächst auf den Einsatz von Brennstoffzellentechnologie in der Schifffahrt. Denn hier mischt ABB kräftig mit.

Einsatz von Wasserstoff in der Schifffahrt

Das britisch-amerikanische Kreuzfahrt-Unternehmen Aida Cruises will 2021 erstmals Brennstoffzellen-Technik auf einem großen Passagierschiff testen. Das Schweizer Unternehmen ABB hat bereits im Jahr 2018 angekündigt, zusammen mit Ballard Power Systems Brennstoffzellen für den Einsatz auf Schiffen zu entwickeln.

Damit wollen die beiden Unternehmen die Elektrifizierung des maritimen Sektors weiter vorantreiben. ABB und Ballard Power Systems wollen Brennstoffzellen entwickeln, mit denen große Schiffe versorgt werden können.

ABB hat darüber hinaus eine Absichtserklärung mit Hydrogène de France zur gemeinsamen Herstellung von Megawatt-Brennstoffzellensystemen für den Antrieb von Überseeschiffen unterzeichnet. Die beiden Partner wollen die Herstellung großer Systeme optimieren, um Brennstoffzellen-Kraftwerke im Megawattbereich für Schiffe bauen zu können.

Für Brennstoffzellen finden sich auf Schiffen verschiedene Anwendungsfelder. Sie können Schiffe nicht nur antreiben, sondern auch Energie für den Hotelbetrieb auf großen Passagierschiffen zur Verfügung stellen, während sich das Schiff im Hafen befindet. Der sich schnell entwickelnde Markt bietet aus meiner Sicht gute Wachstumschancen.

ABB baut auch E-Tankstellen

Daneben mischt ABB auch in Sachen Infrastruktur für die E-Mobilität kräftig mit. Das Unternehmen hat erst kürzlich die kompakte Schnellladestation Terra 184 vorgestellt. Schon wenig später erhielten die Schweizer einen ersten Großauftrag aus Japan.

Die japanische Firma e-Mobility Power (eMP) hat 250 Exemplare der kürzlich vorgestellten Schnellladesäule Terra 184 bestellt. Damit will eMP (ein Joint Venture zweier großer japanischer Versorgungsunternehmen) vor allem bestehende langsamere Säulen ersetzen.

Wenn weitere Großaufträge für die Schnellladestationen von ABB reinkommen und das Unternehmen im Bereich der Brennstoffzellentechnologie für größere Schiffe Erfolg hat, sollte das den Kurs der ABB-Aktie, die seit März bereits um 60% zugelegt hat, weiter antreiben. Die breite Aufstellung von ABB im Bereich Mobilitäts-Lösungen sorgt mittelfristig für weiteres Kurs-Potenzial.

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Rolf Morrien
Von: Rolf Morrien. Über den Autor

Rolf Morrien ist einer der renommiertesten Börsenexperten Deutschlands und teilt seine Expertise bereits seit rund 20 Jahren als Chefredakteur von „Morriens Depot-Brief“ (für den erfolgreichen Börsenstart), dem „Depot-Optimierer“ (Vermögensaufbau mit Value-Ansatz) und von „Rolf Morriens Power Depot“ (dynamisches Trading-Depot) sowohl mit Börseneinsteigern als auch mit ambitionierten Privatanlegern.

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