Abbott Laboratories: Der neue Fokus auf Medizintechnik stimmt

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Abbott Laboratories ist auf dem Weg vom Misch- zum Medizintechnikkonzern. Die Anleger freut es. (Foto: NicoEINino / shutterstock.com)

Breit aufgestellte Mischkonzerne werden von Investoren in aller Regel mit einem gewissen Bewertungsabschlag versehen. Kommt es dann durch Verkäufe von Geschäftsbereichen bzw. Börsengänge von Töchtern zur Fokussierung auf aussichtsreiche Teilbereiche, wird dieser Abschlag in der Regel aufgelöst und die Aktien können deutlich zulegen.

Wer sich hier frühzeitig positioniert, macht dabei ein gutes Geschäft. Ein Unternehmen, bei dem genau dies passieren könnte, möchte ich Ihnen heute vorstellen.

Kurzportrait

Abbott Laboratories ist ein breit diversifizierter US-Gesundheitskonzern mit den Geschäftsbereichen Medizintechnik, Diagnostik, (medizinische) Ernährung und Arzneimittel (Generika). Der Konzern beschäftigt gut 100.000 Mitarbeiter und verkauft seine Produkte in 160 Ländern.

Die größte Sparte Medizintechnik umfasst u.a. minimal-invasive medizinische Geräte für die Behandlung von Herzkrankheiten, Schlaganfällen und Gefäßerkrankungen. Beispielsweise hat Abbott mit dem MitraClip ein innovatives Gerät entwickelt, welches es ermöglicht, ohne Öffnung des Brustkorbes die Mitralklappeninsuffizienz zu behandeln.

In den vergangenen Jahren hat Abbott bereits einige Umstrukturierungen vorgenommen, die recht gut bei den Anlegern ankamen.

Auf dem Weg vom Misch- zum Medizintechnikkonzern

Seit einigen Jahren befindet sich der Konzern im Umbruch und aus meiner Sicht dabei auf dem richtigen Weg. Seine Pharmaforschung hat Abbott 2013 in das unabhängige Tochterunternehmen AbbVie überführt. 2014 wurden zudem Teile des Generika-Geschäfts außerhalb der USA verkauft.

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Mit dem eingenommenen Geld tätigte das Unternehmen 2 große Übernahmen: den Medizintechnikkonzern St. Jude Medical (25 Mrd. US-Dollar) und den Diagnostik-Spezialisten Alere (5 Mrd. US-Dollar).

Der Trend geht also weg vom Mischkonzern, hin zum Medizintechnik- und Diagnostik-Konzern.

Entwicklung geht aus Investorensicht in die richtige Richtung

Wie die Vergangenheit gezeigt hat, werden die Einzelteile eines Mischkonzerns in der Summe oftmals deutlich höher bewertet als das Ganze. Aus Anlegersicht ist die Entwicklung also zu begrüßen. Mit der eingeleiteten Umstrukturierung und Schärfung des Profils auf die Aktivitäten in den Bereichen Medizintechnik und Diagnostik erhöht der Konzern seine Attraktivität für Investoren.

Mit einer weiteren Abspaltung (in Frage kommt hier vor allem das Ernährungsgeschäft) könnte Abbott sowohl sein Wachstumstempo steigern als auch (wahrscheinlich) eine höhere Bewertung an der Börse abrufen. Wenn der Konzern den eingeschlagenen Weg konsequent weitergeht, dürfte dies auch den Aufwärtstrend der Aktie weiter befeuern.

Aktie für Langfristanleger interessant

Die Aktie von Abbott kann zwar keine spektakulären Kurssteigerungen aufweisen, klettert aber langfristig relativ beständig nach oben. In den vergangenen 10 Jahren konnte sich der Aktienkurs verdreifachen, auch wenn es durchaus mal 2-3 Jahre dauern konnte, bis nach einer Korrektur ein neuer Höchststand erreicht wurde.

Für langfristig orientierte Anleger ist die Aktie auf jeden Fall einen genaueren Blick wert. Für Ihr Geld erhalten Sie einen solide aufgestellten Gesundheitskonzern mit Wachstumsraten im einstelligen Prozentbereich sowie die angesprochene Zusatzchance im Falle einer weiteren Fokussierung auf Medizintechnik und Diagnostik.


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Sascha Mohaupt
Von: Sascha Mohaupt. Über den Autor

Chefanalyst Sascha Mohaupt ist der Experte für Innovationen und High-Tech. In dem wohl am schwierigsten zu durchschauenden Markt für Zukunftstechnologien gibt er konkrete Kaufempfehlungen. Als Chefredakteur des Innovation Investor teilt er exklusiv seine neuesten Empfehlungen und seine Leser investieren damit schon heute in die Welt von morgen.